360GT-Test: Krokodil verhaftet, Barsche heiß!

Die gute Nachricht vorab: Ihr könnt jetzt bis auf weiteres wieder schwimmen gehen in der Müggelspree. Das Krokodil, das die Schlagzeilen des Berliner Boulevards in den letzten Tagen beherrscht hat, ist mir zwar entkommen, hat aber erstmal Zahnschmerzen!

Es hat auch was, vor Publikum zu fischen. Der Mann im Hintergrund, kam aus seinem Bungalow, weil er gesehen hat, dass da einer einen Fisch dran hat und war voll dabei. Schließlich hat sich die Krokodil-Dressur vor seinem Grundstück abgespielt. Klar, dass man da mal gucken kommt.

Ich also auf der Müggelspree unterwegs. Das erste Mal in diesem Jahr. Am 23.5.2017. Normalerweise bin ich da voll heiß drauf im Mai. Aber in diesem Jahr ist irgendwie alles ein bisschen anders. Die Salmoniden-Lizenz habe ich nicht angefordert, weil ich keinen Bock hatte, schon wieder die ewig gleichen Gumpen zu befischen. Meine Hechtangelei ist auch im Rohr krepiert. Und dann habe ich gerade auch so viel zu tun, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst tun soll: User-Treffen vorbereiten, BA-Klamotten entwerfen, das Barsch-Alarm-Forum nach dem Relaunch optimieren, das Boot fertig machen, mein Vater war doll krank. Und so weiter und sofort. Und wenn man dann mal draußen ist, ist man draußen. Dann tut’s gar nicht so weh, nicht ans Wasser zu kommen. Was sich komplett anders verhält, wenn man voll drin ist.

Nach gestern kann ich sagen, dass der Funke wieder übergesprungen ist. Ich sitze hier gerade im Büro und schaue zu, wie sich die Bäume im Wind biegen und ärgere mich über das Wetter. Weil ich will raus. Zwar habe ich am Freitag einen schönen Angeltermin und am Sonntag steht ein Barsch-Alarm-Treffen an. Aber gestern hat’s so Spaß gemacht, dass ich überlege, ob ich auf den Sturm pfeifen soll. Seit ich meinen Motor gestern Abend nochmal nachchecken lassen habe, schnurrt der wieder wie ein Kätzchen. Und mehr als nass werde ich ja nicht, wenn ich den Müggelsee überquere.

Wenn ihr euch hier so durchscrollt und die Fische anschaut, fragt ihr euch vielleicht, was so Spaß gemacht haben kann an diesem Angeltag.

Ja. Stimmt. Die fetten Bomber waren nicht dabei. Aber die Attacken auf den 360GT waren wild – auch von den kleinen Barschen. Den hier habe ich z.B. beim Telefonieren erwischt.

Der kleine GT wirft sich an der BFS-Kombo wirklich super. Für das flache Gewässer ist er genau richtig. Und die Angelei ist wirklich simpel: Aufwerfen, durchkurbeln, anschlagen. Genau mein Ding.

Ich hatte gestern einen Haufen Fehlbisse, was sicher auch an den kleinen Barschen gelegen hat. Vielleicht aber ja auch an der Kombination a. verhältnismäßig großer Köder mit ziemlich großem Haken, b. dünnem Fluorocarbon (18er) und c. relativ weicher BFS-Adrena.  Deshalb habe ich mir gestern auch noch mal Gedanken über meine Kombos gemacht und heute früh als allererstes ein paar Dinge modifiziert: a. Fluorocarbon von der Aldebaran runter und 10er Kairiki drauf (ich wollte eh noch mal testen, wie sich das wirft) und b. zwei Meter 25er FC vorgeschaltet. Und dann habe ich noch eine Zweitkombo fertig gemacht: a. Poison Adrena M, b. die Geflochtene von der Chronarch MGL gegen 25er Fluorocarbon ausgetauscht und c. auch hier ein feines 1×7-Titan angeknotet.

Die Ruten warten jetzt drauf, dass der Vaddi dem Wetter trotzt. Mann. Es ist verdammt windig hier. Aber ich denke, er wird’s tun…

Schönen Tag euch!

Johannes

P.S.

Storm 360 GT im Hecht-Test

Puh das wird bestimmt nicht einfach, schoss es mir durch den Kopf, als ich die zwei Packungen der Storm 360 GT in Händen hielt, die ich als Muster geschickt bekommen habe: ein Päckchen LS-Lewd Shrimp und TB-Tru Blue. (Für den LS Shad habe ich mir schon den ein oder anderen Spruch von meinen Freunden anhören müssen von wegen der Farbe Pink und so…)

Jetzt haben wir an den meisten Gewässern sehr klares Wasser. Außerdem sind die Fische einem relativ starkem Befischungsdruck ausgesetzt. So hätte es mich nicht gewundert, wenn da nix gegangen wäre auf den neuen Köder. Wenn’s schwer wird, setzt man ja lieber auf bewährte Gummis – da geht’s dem Teamangler nicht anders wie dem Hobbyangler.

Allem Gefrotzel zum Trotz habe ich mich für das Model in Pink entschieden. Beim Auspacken fiel mir gleich der super gelungene Übergang vom Jigkopf zum Gummikörper auf. Schon lange gefallen mir Köder die mit einem einheitlichen Erscheinungsbild punkten können. Ich wie? ja nicht welche Erfahrungen ihr gemacht habt, aber ich glaube, wenn ein Jigkopf ansatzlos in den Körper übergeht kann man sich ein paar Gramm Gewicht sparen. Die Einheit ist einfach stromlinienförmiger.

Und so warf ich ihn aus, den 360GT in Pink – ganz ehrlich ohne viel Vertrauen flog das Ding Richtung Kante. Zum Vergleich angelte mein Spezl Matt mit einem Köder, von dem wir wussten, dass er fangen würde.

An dieser Stelle möchte ich mich mal bei Shimano bedanken, dass sie uns Teamanglern keinen Druck machen, dass wir mit Köder A oder B oder der Rute So und So besonders große Fische fangen müssen. Natürlich wird erwartet, dass wir Berichte über unsere Produkte schreiben und Fotos machen. Aber wir dürfen uns alles selber aussuchen – mal abgesehen von der Farbe jetzt.

Spätestens nachdem der Matt einen Biss hatte und einen Hecht gefangen hatte, dachte ich bei mir: ‚Pink – war ja klar. Winterfarbe und so…‘

Aber schon bald hatte auch ich die ersten Kontakte und zweimal sogar biss ein Hecht zwei, drei Mal hintereinander auf den GT, bevor er ihn voll genommen hat, sowas kenne ich eigentlich nur vom Drachkovitchfischen.

Manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen und den Dingen eine Chance geben.

Diesen Köder hätte ich gern in Spanien dabei gehabt: super stabiler Body, der Haken top positioniert, überhaupt ein großer VMC Haken (der weit raussteht und entsprechend gut greift), Geräuschkugeln im Jigkopf, und sogar die beiden Ersatzschwänze sind perforiert, so dass man sie kerzengerade auf den Haken bekommt.

Es wird wohl nicht bei den beiden Testpackungen bleiben…

Shimano-Hechtruten-Guide 2017

Hecht bleibt Hecht und wird auch immer Hecht bleiben: Blitzbiss trifft Drillpower. Da man den zahnbesetzten Entenschnabel ja aber auf unendlich viele verschiedene Methoden fangen kann, ist Hechtrute nicht gleich Hechtrute. Jede Disziplin stellt unterschiedliche Anforderungen an den Hechtstock. Im Folgenden werde ich mal versuchen, diese aufzuschlüsseln und dann auch ein paar Rutentipps zu geben.

Generell ist es beim Hechtangeln genauso wie bei allen anderen Spinnangel-Disziplinen auch: Je zackiger der Köder geführt werden muss, desto kürzer darf die Rute sein. Da man aber oft schwere Köder herauskatapultiert, muss man sich hier oft auch den Hebel der Rute zunutze machen, um ordentliche Wurfweiten zu erzielen. Insofern glaube ich behaupten zu können, dass die durchschnittliche Hechtrute ein bisschen länger ausfällt als die durchschnittliche Barschrute. Da Hecht den Köder oft brutal reinknallen und die Haken im Hechtmaul besser fassen als in der Zandergaumenplatte UND Hecht im Drill gleich mal mit einem Spurt loslegen bzw. vor der Landung noch einmal voll abgehen, mögen manche Anglern gern Ruten mit einer eher parabolischen Aktion als brettharte Besenstiele. Das ist sicherlich Geschmackssache. Shimano trägt solchen Vorlieben aber Rechnung. So stehen z.B. die Beastmaster-Ruten Pate für die Parabolik-Gerten.

Allroundangeln mit Gummis, Blech und Hardbaits von 10 bis 15 cm

Wer so ein bisschen alles machen will mit seiner Hechtrute und es nicht gezielt auf ganz große Kaliber abgesehen hat, wird mit Spinnruten mit einem Wurfgewicht von 60 bis maximal 80 Gramm gut zurechtkommen. Damit lassen sich 30-Gramm-Blinker, große Spinner und dicke Cranks genauso werfen wir Gummis bis 15 Zentimeter (an Jigs bis ca. 30 Gramm). Ruten mit einer harten Aktion eignen sich hervorragend zum Zanderfischen.

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,4 bis 3 m
Wurfgewicht: 20 bis ca. 60 Gramm
Rutenlänge: 2,4 m bis 2,7 m
Wurfgewicht: 20 bis max. 80 Gramm

 

Rutenvorschläge:

Technium 90 H (Länge: 2,74 m / WG: 14 – 56 Gramm), Nasci BX 711 H (Länge: 2,4 m / WG: 15 – 60 Gramm), Nasci BX 810 H (Länge: 2,7 m / WG: 15 – 60 Gramm), Scimitar 27 H (Länge: 2,4 m / WG: 15 – 60 Gramm), Yasei Spinning Pike (Länge: 2,5 m / WG: 20 – 60 Gramm), Yasei Casting Pike (Länge: 2,5 m / WG: 20 – 60 Gramm), Vengeance Seabass (Länge: 2,4 m / WG: 20 – 60 Gramm)

 

Allroundangeln mit Gummis, Blech und Hardbaits von 15 bis 25 cm

Wer fette Wobbler durchs Wasser kurbeln will, mit einigermaßen großen Gummilatschen angreift oder mit dicken Jigs in größeren Tiefen oder in starker Strömung angelt, braucht etwas mehr Wumms.

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,4 bis 3 m
Wurfgewicht: 30 bis max. 100 Gramm
Rutenlänge: 2,4 m bis 2,7 m
Wurfgewicht: 30 bis max. 100 Gramm

 

Rutenvorschläge:

Lesath CX 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 42 – 84 Gramm), Fireblood  7113080 (Länge: 2,4 m / WG: 30 – 80 Gramm), Antares DX 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 50 – 100 Gramm), Speedmaster 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 42 – 84 Gramm), Speedmaster 30 XH (Länge: 3,0 m / WG: 42 – 84 Gramm), Technium 90 XH (Länge: 2,74 m / WG: 28 – 84 Gramm), Beastmaster EX 27 XH (Länge: 2,70 m / WG: 50 – 100 Gramm), Forcemaster 27 XH (Länge: 2,70 m / WG: 50 – 100 Gramm), Scimitar 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 30 – 100 Gramm), Scimitar 30 XH (Länge: 3,0 m / WG: 30 – 100 Gramm),  Vengeance BX 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 50 – 100 Gramm),  Vengeance BX Shad 27 XH (Länge: 2,7 m / WG: 50 – 100 Gramm),  Vengeance BX Shad 30 XH (Länge: 3,0 m / WG: 50 – 100 Gramm),  Beastmaster Mort Manie 2710 (Länge: 2,7 m / WG: 50 – 100 Gramm), Beastmaster Mort Manie 3002 (Länge: 3,0 m / WG: 50 – 100 Gramm)

 

Wobbler, Spinnerbaits & Swimbaits bis 15 cm

Während Swimbaits und Spinnerbaits einfach nur durchgekurbelt werden, muss man Wobbler manchmal schlagen (Twitchbaits, aber auch Cranks) und manchmal anrucken (Lipless Cranks). Dazu eigenen sich kürzere Ruten besser. Für Modelle bis 15 Zentimeter sind Ruten mit einem WG bis 50 oder 60 Gramm ideal. Vom Boot fischen mindestens 50 Prozent von uns Shimano-Teamanglern mit der Multi, weil das komfortabler ist und mehr Spaß macht.

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,10 m bis 2,4 m
Wurfgewicht: 20 bis max. 60 Gramm
Rutenlänge: 2 m bis max. 2,4 m
Wurfgewicht: 20 bis max. 60 Gramm

 

Rutenvorschläge:

Poison Adrena 172 H (Länge: 2,18 m / WG: 14 – 42 Gramm), Expride 173 XH (Länge: 2,21 m / WG: 14 – 56 Gramm), Zodias 172 H (Länge: 2,18 m / WG: 14 – 42 Gramm), Scimitar 21 H (Länge: 2,10 m / WG: 15 – 60 Gramm), Vengeance BX 24 H (Länge: 2,4 m / WG: 20- 50 Gramm), Vengeance BX Shad 24 SHH (Länge, 2,4 m / WG: 20 – 50 Gramm), Yasei Red Player (Länge: 1,98 m / WG: bis 60 Gramm), Speedmaster 24 H (Länge: 2,4 m / WG: 21 – 56 Gramm), Forecemaster BX (Länge: 2,1 m / WG: 20 – 50 Gramm), Nasci BX 711 H (Länge: 2,4 m / WG: 15 – 60 Gramm), Bassterra EV 80 MH (Länge: 2,44 m / WG: 15 – 60 Gramm)

 

Wobbler & Swimbaits 15 bis 20 cm

Mit großen Wobblern, größeren Swimbaits und fetten Spinnerbaits wachsen die Anforderungen an die Rute. Nicht nur dass sie die höheren Gewichte auswerfen können muss – sie muss auch einen ordentlichen Einzugswiderstand bewältigen und dann noch Reserven für einen satten Anhieb haben. Deshalb brauchen wir jetzt verhältnismäßig kurze Ruten mit einem hohen Wurfgewicht von ca. 80 bis 100 Gramm oder auch etwas mehr (je nach Ködertyp und Gewicht).

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,1 bis 2,4 m
Wurfgewicht: bis ca. 100 Gramm
Rutenlänge: 2 m bis max. 2,4 m
Wurfgewicht: bis ca. 100 Gramm

Rutenvorschläge:

Fireblood  7113080 (Länge: 2,4 m / WG: 30 – 80 Gramm), Poison Adrena 174 XHSB (Länge: 2,18 m / WG: bis 120 Gramm), Technium 610 XH (Länge: 2,08 m / WG: 28 – 84 Gramm), Expride 1711 XH (Länge: 2,41 m / WG: 14 – 84 Gramm), Beastmaster 21 XHP (Länge: 2,10 m / WG: 50 – 100 Gramm), Beastmaster 24 XHP (Länge: 2,4 m / WG: bis 120 Gramm), Forcemaster BX 24 XH (Länge: 2,4 m / WG: 50 – 100 Gramm)

 

 

Schleppen mit Ködern von 20 bis 40 cm

Wer große Köder schleppen will, braucht natürlich auch entsprechend starke Ruten.  Ideal, wenn sie nicht ganz so hart sind, damit die Fische den sich konstant auf Zug befindlichen Köder gut inhalieren können. Ganz wichtiger Praxistipp für Schleppeinsteiger: Die Bremse nie zudrehen. Sonst bekommt ihr die Rute nicht mehr aus dem Rollenhalter, bevor sie reißt.

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,4 bis 2,7 m
Wurfgewicht: zwischen 130 und 180 Gramm

 

Rutenvorschläge:

Biomaster 86 XHSS (Länge: 2,59 m / WG: 45 – 135 Gramm)

 

Jerken mit Jerkbaits bis 15 cm

Um einen Jerk von einer Seite auf die andere gleiten zu lassen, muss man in regelmäßigem Rhythmus mit der Rutenspitze in die Schnur schlagen. Das fällt umso einfacher, je kürzer die Rute ausfällt. Auf der anderen Seite haben etwas längere Ruten den Vorteil, dass man weiter werfen kann und die Anhiebe besser durchbringt. Für kleinere Jerks reichen Ruten mit einem WG bis max. 80 Gramm aus. Wenn sie nicht mehr als 45 Gramm wiegen, tun es auch harte 60-Gramm-Ruten. In Verbindung mit stabilen Stationärrollen kann man auch mit herkömmlichen Spinnruten jerken (und sich dann Ruten aus der Abteilung „Wobbler und Swimbaits“ bedienen. Gängig sind aber Castruten.

Ufer Boot
Rutenlänge: 1,8 bis ca. 2,2 m
Wurfgewicht: bis max. 80 Gramm
Rutenlänge: 1,8 bis ca. 2,2 m
Wurfgewicht: bis max. 80 Gramm

 

Rutenvorschläge:

Expride 173 XH (Länge: 2,21 m / WG: 14 – 56 Gramm), Scimitar 21 H (Länge: 2,10 m / WG: 15 – 60 Gramm), Yasei Red Player (Länge: 1,98 m / WG: bis 60 Gramm), Yasei Red Player (Länge: 1,98 m / WG: bis 60 Gramm)

 

Jerken mit Jerbaits von 15 bis 25 cm

Wenn die Jerkbaits größer werden, müssen auch die Ruten stärker werden. Sie müssen jetzt mehr Masse bewegen und oft auch größere Fische drillen.

Ufer Boot
Rutenlänge:
Wurfgewicht:
Rutenlänge:
Wurfgewicht:

Rutenvorschläge:

Poison Adrena 174 XHSB (Länge: 2,18 m / WG: bis 120 Gramm), Technium 610 XH (Länge: 2,08 m / WG: 28 – 84 Gramm),

 

Swimbaits von 20 bis 40 cm

Unter „Swimbaits“ firmieren diverse Hardbaits, die man einfach nur durchkurbelt. Noch gängiger und immer beliebter ist aber das Angeln mit großen Gummis am Jig oder an Systemen. Um die schweren Köder herauszukatapultieren, braucht man einen gewissen Hebel.

Ufer Boot
Rutenlänge: 2,4 bis 2,7 m
Wurfgewicht: bis 200 Gramm
Rutenlänge: 2,2 bis 2,6 m
Wurfgewicht: bis 200 Gramm

Rutenvorschläge:

Biomaster 86 XHSS (Länge: 2,59 m / WG: 45 – 135 Gramm), Vengeance BX Monster 30 XH 45 – 145 Gramm)

 

Wir wünschen viel Erfolg beim Tanz mit den Hechten!

Pikes on Storm

Liebe Blogbesucherinnen und -besucher,

nach den vorigen beiden eher theoretischen Beiträgen bei der Vortstellung des aktuellen Storm Predator Baits Programms für die gezielte Kunstköderangelei auf Hechte, möchte ich hier nun ein paar Praxis- Bilder nachreichen.

Zunächst aber noch ein kleine Ergänzung, denn  auch die Klassiker Wild Eye Seeker Shad und Suspending Wildeye Swim Shad sind von Storm erweitert worden:

Oben: Suspending Wild Tail Shad/ Farbcode Dark Hours, 15cm/44g, oder 20 cm/65g

Mitte: Giant Tail Seeker Shad / Farbcode Perch, 20cm/80g

Unten: Split Tail Seeker Shad / Farbcode Pink Aurora, 20cm/80g

Alle hier gezeigten Köder laufen etwa 1m tief und sind besonders gut für eine langsame Flachwasser-Köderführung geeignet, denn sie sind Suspender, die nur extrem langsam absinken. So kann man sie mit sehr ausgeprägten Spinnstops führen, das ist oft sehr fängig im kalten Wasser.

Ich würde sagen, mit dieser Auswahl an Storm- Hecht Ködern kann ich dem Ende der Schonzeit gespannt entgegenblicken, bzw. es fällt mir wirklich schwer, diese abzuwarten!

So, nun einfach noch ein paar Fotos aus 2016. Mein Hausgewässer, die Havel, ist nicht unbedingt ein ausgewiesenes Hecht-Paradies. Aber mit Geduld, den richtigen Ködern und dem richtigen Bootspartner kann es trotzdem klappen. Beste Grüße an Eric Korczakowski aus dem Shimano- Team und an Olli Trapp aus meinem Verein SAV Frühauf Wannsee. Danke für Eure Geduld, so konnten wir schöne Stunden auf dem Wasser verbringen und schöne Fische fangen. Einmal konnten wir sogar „metern“….

Viele Grüße von Jochen Dieckmann

 

Hecht. Swimbait. R.I.P. Multi Depth Screw System.

Liebe Besucherinnen und Besucher,

nach der gestern erfolgten Vorstellung des R.I.P. Riggers muss ich heute noch ein paar Punkte machen. Ein weiteres wunderbares Montage- System für große Gummiköder für die Swimbait-Angelei auf Hechte hat uns die finnische Firma Storm zu Verfügung gestellt.

Das im folgenden gezeigte R.I.P. Multi Depth Screw System besteht folgenden Bauteilen:

  • je 2 Schraub-Ösen
  • 3 unterschiedlichen Gewichtsscheiben wahlweise aus Blei oder Zink pro Set
  • Gewichtsvariationen pro Set: 5/10/15g; 15/20/25g; 3/6/12g oder 9/12/15g
  • 1 zweifach mit VMC-2/0 Drillingen bestückter Stinger aus ummanteltem 80 lb Stahl an einem Sprengring

Mit diesen Gewichtsvariationen kann man zwischen einer sehr leichten flachen Köderführung bis hin zu einer Tief- und Mittelwasserführung alles machen, was uns die großen Räuber ans Band bringt.

Das System ist geeignet für Gummis zwischen 15 und 25cm Länge. Perfekt dazu passen natürlich vor allen die Storm R.I.P. Köder R.I.P. Shad (16 und 23cm) und der R.I.P. Curly Tail (20 und 22cm).

Besonders klasse finde ich die einfache Einschraub-Montage der Öse, der Stinger wird mittels Sprengring auf die Öse gesetzt. Danach sitzt die Öse absolut fest, nichts verrutscht im Wurf oder im Drill. Super ist ebenfalls der unkomplizierte und schnelle Gewichtswechsel. Dabei werden die geschlitzten Gewichtsscheiben einfach von Öse herunter gezogen, bzw. aufgeschoben. Das alles geht innerhalb von Sekunden.  Genau wie der R.I.P. Rigger unterstützt auch das Screw- System die sogenannte „rolling action“ der Shads, dabei kippelt der Köder deutlich von Seite zu Seite. Das lieben unsere Hechte zumeist sehr.

Zur Auswahl des Swimbait-Gerätes habe ich mich ja gestern schon geäußert, darum jetzt einfach mal ein paar Fotos von der Montage  des Screw-Systems.

http://www.shimanofishnetwork.de/prostaff/hecht-swimbait-r-i-p-rigger/

Mit freundlichen Grüßen, Jochen Dieckmann

Hecht. Swimbait. R.I.P. Rigger.

Hallo Besucherinnen und Besucher dieses Blogs,

Hechtangeln mit großen Gummiködern wird immer beliebter. Auch mich hat das sogenannte Swimbaiting schon lange in seinen Bann gezogen. Die Effektivität dieser Methode dürfte mittlerweile unumstritten sein –  in allen Hechtrevieren sieht man viele Angler, die dicken Dinger auswerfen und zumeist gleichmäßig einkurbeln, bis es heftig einschlägt im Gerät!

Man kann die 15 bis 30 cm langen Gummifische mit herkömmlichen Bleiköpfen und Stingern anködern, aber jeder, der das schon öfter gemacht hat, weiß, dass gar nicht so einfach ist. Ein schief, gestreckt, oder auch gestaucht aufgezogener Groß-Gummi läuft nicht gut und bringt weniger Bisse. Viel eleganter weil einfach bedienungs-freundlicher sind Schraub- Rig-Systeme, wie der neue R.I.P. Rigger aus dem Predator Baits Programm von Storm, welches ich hier vorstellen möchte.

Das System besteht aus einem 27g schweren Kunstoff-Fischkopf mit einer Schraubspirale und zwei in Reihe geschalteten Drillingen am umantelten 80lb Stahlvorfach. Der Kopf ist eine Kopie des R.I.P. Shads und des R.I.P. Curly Tails und bildet damit eine perfekte optische Einheit mit diesen Ködern. In den folgenden Bildern sieht man die unkomplizierte Montage des Riggers mit einem R.I.P. Curly Tail in 22cm.

Im Einsatz am Wasser konnte ich feststellen, dass das Rig-System die hervorragende links-rechts-kippelnde Bewegung (rolling-action) des Curly Tail optimal unterstützt und den Köder damit noch mal deutlich attraktiver macht. Am Kopf befinden sich oben zwei  Einhänge-Ösen, damit kann man den Köderlauf variieren: die vordere Öse bringt einen relativen waagerechten Lauf mit dezenter Rolling Action. An der hinteren Öse eingehängt, stellt sich der Köder steiler, kippelt stärker und läuft damit deutlich aggresssiver.

Für alle, die in diese Art der Angelei einstegen möchten, muss aber gesagt werden, dass man dafür starke Ruten und stabile Rollen benötigt. Früher übliche Hechtruten mit Wurfgewichten von z.B. 40-80g sind dafür zu schwach! Die hier vorgestellte Kombo bestehend aus Gummifisch, beschwertem Kunstoffkopf und Drillingen bringt schon mal 110g auf die Waage. Das bedeutet, dass man eine Rute mit entsprechend höherem Wurfgewicht braucht. Ich benutze dafür gerne die Groß-Köder taugliche Biomaster Select Shad   (WG bis 135g) mit einer 5000er Sustain Stationär-Rolle. Für sehr geeignet halte ich die neue Technium Heavy Cast Rute (WG bis 180 g) in Verbindung mit einer Calcutta-Multirolle. In jedem Fall braucht Ihr auch eine starke geflochtene Schnur, wie z. B. die neue Shimano Kariki in 0,25mm.

Mit unverhohlener Vorfreude auf die Frühjahrshechte und mit besten Grüßen,

Jochen Dieckmann

Rügen im Dezember

Kurz vor Weihnachten verbrachten Hendrik Dierks vom Jackson Kayak Fishing Team Germany und ich ein verlängertes Wochenende auf Rügen, um mein neues Kayak (Jackson Kraken 13.5) einzuweihen.
Die Vorfreude war schon im Vorfeld riesig groß, auch wenn wir natürlich nicht wussten, was uns mal wieder erwarten würde.
In der Nacht zum Freitag traten wir die Reise an. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichten wir, bei perfekten Wetterbedingungen, unseren Einstiegspunkt am Bodden.

Das Wasser war entgegen aller Erwartungen extrem klar und ließ uns einen eher schwierigen Tag erwarten. Trotz allem ließen wir uns nicht entmutigen und fingen konzentriert an zu fischen.
Es sollte keine 10 Würfe dauern, ehe ich den ersten Fisch (72cm) fangen konnte.
Die nächsten Stunden klarte das Wetter auf und wir konnten trotz der Kombination aus klarem Wasser und strahlendem Sonnenschein wunderbare Hechte fangen. Die Durchschnittsgröße an diesem Tag war einfach unglaublich: 109cm, 101cm, 97cm, 96cm, 93 cm, 92cm und 72cm.

Angestachelt vom Vortag waren wir bereits sehr früh an unserer Einsetzstelle.

Die Euphorie wurde zunächst vom Wetterumschwung (Nachtfrost, Windrichtung geändert) etwas gebremst. Es lief insgesamt etwas schleppender und Fehlbisse sowie Nachläufer häuften sich. Mit 114cm, genau 100cm, 79cm, 78cm, 74cm und 71cm wurde es zum Ende des Tages doch noch recht kurzweilig und die Durchschnittsgröße war erneut mehr als passabel.


Nach zwei so anstrengenden Tagen zog es uns abends, wie bei jedem Rügenbesuch, in  den Schillings Gasthof (in Schaprode). Diese Gaststätte sei jedem empfohlen, der die Insel Rügen besucht.

An unserem letzten Tag spielte das Wetter uns dann einen richtigen Streich. Anfangs gab es fast keine Kontakte, da unter anderem der Wind komplett eingeschlafen war.
Bis zum Mittag konnte ich trotz allem noch 3 Hechte (90cm, 78cm und 74cm) einsammeln.

Das Wochenende wird uns lange im Gedächtnis bleiben und ging wie immer viel zu schnell vorbei.

 

Digitaltechnik: Die Schnur muss nass sein – und der Finger an der Schnur!

Es ist mir schleierhaft, warum beim Jiggen nicht jeder mit dem Finger an der Schnur fischt.* Ich mache das, seit … Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, seit wann ich das mache. Ich bin auch nicht sicher, wem ich diese Inspiration ursprünglich zu verdanken habe. Waren es die alten Haudegen von Profi Blinker? War es ein anderes Urgestein der Spinnanglerszene? Auf jeden Fall waren es irgendwelche Videos (VHS!), auf denen irgendwer seinen Finger an die Schnur gehalten hat, mit der Folge, dass ich mir diese Technik irgendwann irgendwie angeeignet habe. So weit ich weiß, hat diese Technik komischerweise keinen halbwegs etablierten Namen. Da der Finger in der Biologie digitus heißt nenne ich sie mangels besserer Alternativen hier mal Digitaltechnik.

Mir ist schon klar, dass sehr viele, sehr gute Angler Köderführung und Bisserkennung sehr erfolgreich anderweitig kontrollieren. Die Behauptung ist also nicht, dass man mit der Digitaltechnik besser fängt. Sondern dass sie das Spinnfischen komfortabler, vor allem aber noch viel adrenalinschubreicher macht.

Bei den optischen Techniken (Blick auf die Rutenspitze, Blick auf die Schnur) ist das ziemlich offensichtlich: Man muss dauernd konzentriert irgendwo hinstarren, anstatt dass man – wie bei der Digitaltechnik – entspannt umherschauen kann. Endgültig an ihre Grenzen kommen die optischen Techniken spätestens, wenn das Licht ausgeht: Außer unter künstlicher Beleuchtung lassen sich Schnüre und Rutenspitzen im Dunklen ziemlich schlecht erkennen. Dabei soll der ein oder andere Zander ja auch schon nachts gefangen worden sein.

Bei den anderen taktilen Techniken (Wahrnehmung über die Rute, Finger am Blank), gibt es diese Nachteile zwar nicht. Ich glaube aber, dass sie im Vergleich zur Digitaltechnik weniger zuverlässig, weniger sensibel, weniger präzise sind: Wenn man den Zeigefinger während der Absinkphase an die Schnur hält, spürt man überdeutlich, wenn eine verlorene Laube den vorbeisegelnden Gummifisch schmachtend anhaucht. Dieser Hauch ist, fürchte ich, selbst über den modernsten Blank und das fortschrittlichste Rollenhalterreizübertragungssystem kaum wahrnehmbar.

Vor allem aber kann beim Spinnangeln kein Biss direkter in den Cortex krachen als durch einen Schnurschlag in die Zeigefingerkuppe. Das ist eine Unmittelbarkeit wie beim Fliegenfischen, wenn der Einschlag in die Striphand ballert. Starkstromschläge und der satte Widerstand, der auf den Anhieb folgt – wofür lohnt sich der ganze Angelirrsinn sonst?

Manchmal höre ich, die Digitaltechnik sei schwer zu beherrschen, aber ich glaube das ist ein Irrtum. Ein bisschen Training sollte reichen. Wichtig ist eine eigene Routine zu entwickeln, wie man die Schnur zu fassen bekommt. Ganz gut geht das mit der Oberseite des Zeigefingers: Nach einer beliebigen Zahl von Kurbelumdrehungen die Schnur kurz oberhalb des Schnurlaufröllchens mit dem Zeigefinger (Fingernagelseite) stoppen. Ob fast direkt am Schnurlaufröllchen oder etwas darüber hängt davon ab, ob der Rollensteg zwischen Mittel- und Ringfinger oder zwischen Ring- und kleinem Finger liegt.

Dann umgreifen, indem man die Schnur mit der Fingerkuppe (Fingerabdruckseite) einfängt.

Das alles geht nur in der Position, in der das Schnurlaufröllchen dem Blank am nächsten ist, wenn es sich auf seiner Umlaufbahn um die Rollenspule also gerade zwischen Spule und Rutengriff befindet. An ihre Grenzen kommt die Digitaltechnik daher bei extrem kurzen Absinkphasen, sei es im ganz flachen Wasser, bei stark überbleiten Ködern oder weil die Laune der Fische solche verlangt. Absolutes Minimum an Schnureinzug ist, dass das Schnurlaufröllchen die Spule einmal komplett umrundet, weil man die Schnur zuvor nicht erneut zu fassen bekommt. Je nach Übersetzung entspricht das weniger als einer viertel Kurbelumdrehung. Da muss das Stoppen, Umgreifen, Loslassen und erneute Stoppen der Schnur dann allerdings so hochfrequent erfolgen, dass man kaum noch nachkommt. In solchen Fällen weicht man daher besser auf eine der anderen Techniken aus. Wobei dann immer wieder festzustellen ist, dass Angeln auch mit diesen ziemlich viel Spaß machen kann …

Tight Lines!

Jan

 

* Um Missverständnisse zu vermeiden: Mit Jiggen ist hier ganz allgemein das Angeln mit kopflastigen Ködern gemeint, bei dem eine kontrollierte Absinkphase eine Rolle spielt; egal, ob die Animation des Köder zwischen den Absinkphasen nun über Rute, Rolle oder beides erfolgt.

Die heilige Zweifaltigkeit – Teil 2: Nachruf auf eine ziemlich perfekte Zander-Combo

Wenn’s auf Hecht und Zander bzw. auf Hecht oder Zander in ziemlich unterschiedlichem Schweregrad oder auch auf Dorsch in unterschiedlichen Tiefen gehen soll, kommt als Ergänzung zur schweren Biomaster Select Shad die leichte Biomaster S81MH ins Spiel.

Sie ist von Haus aus eine mittelschwere Zanderrute: 2,46 Meter lang bei einem wiederum recht realen Wurfgewicht von 15 bis 50 Gramm. Ganz überwiegend nutze ich sie für klassische Zander-Gummis zwischen 10 und 15 Zentimetern an Köpfen zwischen 5 und 25 Gramm. Für meinen Geschmack liegt die Rute am besten mit einer 2500er-Rolle in der Hand, aktuell fische ich sie am liebsten mit der Biomaster FB. Wer zur Ausbalancierung etwas mehr Gewicht an den Griff bringen möchte oder wer an die Bedeutung maximaler Beschleunigung beim Anjiggen über die Rolle glaubt, kann natürlich auch eine 4000er mit hoher Übersetzung dranschrauben, z.B. die Stradic.

Ich muss zugeben, dass mich beim Erstkontakt die ziemlich sensible Spitze etwas irritiert hat. Ich dachte, dass ich zum Zanderjiggen nur Bretter mag, außerdem habe ich mich gefragt, ob es da Kraftübertragungsverluste beim Anschlag gibt. Wie ich nach ausgiebigem Testen mittlerweile weiß, ist beides nicht der Fall.

Mittlerweile sehe ich eher die Vorteile der Spitzensensibilität: Kollegen, die nicht mit dem Finger an der Schnur fischen, haben mir gesagt, dass ihnen dadurch die Köderführung und die Bisserkennung erleichtert werden. Vielleicht schlitzt dadurch auch der eine oder andere Fisch weniger aus. Außerdem lassen sich so Hardbaits und (Meerforellen-)Blinker besser animieren.

Womit wir schon wieder beim Thema Salzwasser wären: Fürs leichte Dorschangeln vom Boot eignet sich die Rute super. Fürs Fischen in der Andrift hat sie die richtige Länge und die richtige Schnelligkeit, bei der Abdriftangelei spielt die sensible Spitze ihre Stärken aus.

Wenn aufgrund der Tiefe, der Strömung und/oder der Driftgeschwindigkeit Bleiköpfe von mehr als 35 Gramm benötigt werden, macht mir das Fischen mit schwererem Geschütz mehr Spaß. Das gilt auch, wenn regelmäßig mit großen Dorschen zu rechnen ist. Dann kommt die Select Shad zum Einsatz: Schwer bebleite Gummifische und Pilker in üblichen Ostsee-Größen lassen sich mit ihr komfortabel fischen. Und wenn es mal drauf ankommt etwas mehr Druck auszuüben (z.B. am Wrack), hat die Select Shad die dafür erforderlichen Kraftreserven. Zwar kommt auch die leichte Biomaster S81MH mit Fischen besseren Formats klar, der Drill kann dann allerdings ein wenig dauern …

Einen guten Eindruck macht die Rute übrigens auch beim Meerforellenangeln vom Boot. Ich habe sie dazu zwar bislang nur ein einziges Mal eingesetzt und dabei auch nur eine einzige, zu allem Überfluss auch noch untermaßige Meerforelle gefangen, auf deren Abbildung ich hier aus Pietät verzichte. Die ersten paar hundert Würfe mit Møresildas zwischen 15 und 22 Gramm im klaren Wasser über Leopardengrund haben aber viel Spaß gemacht, zumal sich zur Abwechslung immer mal wieder ein Dorsch in den flach geführten Blinker eingeklinkt hat.

Leider ist dieser Text ein Nachruf. Denn wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist die Biomaster S81MH im nächsten Jahr nicht mehr im Sortiment. Letzte Chance also, die Altbestände aufzukaufen …

Alles Gute!

Jan

Die heilige Zweifaltigkeit – Teil 1: Eine ziemlich perfekte Hecht-Combo

Manche meiner Kollegen stören sich manchmal daran, dass ich am liebsten pro Köder mindestens eine Ruten-Rollen-Combo mit an Bord nehme. Darauf nehme ich natürlich Rücksicht, indem ich die Anzahl der Gerätschaften drastisch reduziere.

Wenn es zum Äußersten kommt und man sich auf ein Limit von zwei Combos pro Person einigt, sind trivialerweise zwei Dinge wichtig: Erstens muss die jeweilige Combo für ihren Einsatzzweck möglichst perfekt geeignet sein. Zweitens müssen sich die beiden Combos möglichst ideal ergänzen.

Je nach Zielfisch, Methode, Köder, Revier etc. kommen natürlich unendlich viele sinnvolle Doppelkombinationen in Betracht. Für ein breites Spektrum von Einsätzen auf Hecht und Zander, z.B. am Peenestrom, am Strelasund, auf holländischen Großgewässern etc. hat sich ein Biomaster-Duo als ziemlich perfektes Couple erwiesen: Die schwere Biomaster Select Shad S86XH und die leichte Biomaster S81MH. Dieses Duo ist nebenbei auch die endgültige Doppelkombination für Dorsch.

Die Biomaster Select Shad ist fürs (schwere) Hechtangeln aktuell meine erste Wahl. Sie ist 2,59 Meter lang und hat ein – ich würde sagen ziemlich reales – Wurfgewicht von 45 bis 135 Gramm: Bei Ködergewichten jenseits der 100 Gramm kann man immer noch durchziehen, bei Gewichten am unteren Ende des Spektrums lädt sich die Rute immer noch vernünftig auf. Ich fische mit der Select Shad hauptsächlich große Gummis zwischen 20 und 30 Zentimetern an Köpfen zwischen 10 und 30 Gramm. Wenn mit Großfisch zu rechnen ist oder wenn man den Köder dauernd durch dichtes Kraut zerren und freischlagen muss, nehme ich sie aber genauso gerne für die 15-Zentimeter-Klasse. Und natürlich lassen sich auch alle möglichen Swim- und Hardbaits super mit ihr fischen …

Die Rute ist schnell und straff. Bei Belastung geht die Aktion aber ins Parabolische über. Die Reserven im Rückgrat sind gigantisch und auch für Monsterhechte ausreichend. Ich fische die Rute am liebsten mit einer 4000er Rolle, aktuell mit der superleichten Stradic Ci4+, mit der sie für meinen Geschmack hinreichend ausbalanciert ist. Sie verträgt aber auch (manche würden wahrscheinlich sagen: sie verlangt eigentlich) ein 5000er Format.

 

Die Rute spielt Ihre Stärken auch beim schweren Zanderangeln aus, wenn etwa in der Hoffnung auf bessere Exemplare größere Köder zum Einsatz kommen. Für extragroße No-Action-Shads um die 25 Zentimeter an entsprechend schweren Köpfen braucht man sowohl zum Werfen als auch insbesondere für einen wirksamen Anhieb schon etwas mehr Wumms, als ihn eine typische Zanderrute bietet.

Bleibt noch das Salzwasser: Für Dorschtouren auf der Ostsee braucht meiner Meinung nach niemand etwas anderes als die heilige Zweifaltigkeit. Aber dazu mehr in Teil 2 …