Wohl dem…

Prolog: Die WPC 2017 ging für mich mit einem Schocker los: mit dem Rutenbruch einer meiner Hauptruten. Und hätte Dustin nicht eine Fireblood in 2,4 m bis 80 Gramm UND würde der Kollege nicht eh viel lieber mit der Baitcaster werfen, hätte ich vielleicht einen oder zwei Fische weniger gefangen. Und dann wär’s nix geworden mit dem Titel „WPC Champion 2017“, (Ich kann’s gar nicht oft genug lesen und schreibe es deshalb immer mal wieder auf. Sorry…)

Einschub: Wer meine Blogs verfolgt und mich auf Facebook in der Freundesliste hat (leider voll – was ein Schwachsinn mit dieser 5000er-Beschränkung), weiß, dass ich meine Ruten auf Flügen in ein Abflussrohr presse. Da passen – bei guter Pressung – ca. 15 Ruten rein. Die nehme ich auch meistens mit. Man weiß ja nie…

Man sieht es dem Aufkleber an: Ein paar Flüge hat das Rohr schon hinter sich.

Das Ganze hat aber schon ein bisschen negative Auswirkungen aufs Geschirr. Ich muss z.B. oft Ringe zurückbiegen. Einmal ist mir dabei ein Ring auch schon aus der Fassung gerutscht. Zwar stecke ich alle Ruten in Rod Gloves. Aber auf dem Flug und besonders beim Be- und Entladen des Fliegers werden die Teile sicher gut durchgeschüttelt und bekommen mal einen Schlag mit.

Hauptteil: Manche Schläge haben schlimme Folgen. Dieses Jahr in Spanien ist mir eine Zodias zerbrochen. Ärgerlich, weil es bis dahin meine Hauptrute war. Aber ich hatte ja reichlich Ersatz im M und MH-Bereich (7 bis 30 Gramm) dabei. Als ich bei der WPC vorm ersten Wettkampftag meine Fireblood aufgebaut habe, mit der ich auf Zander und Hecht fischen wollte, habe ich nochmal kurz am Köder gezogen, um mich an der Spitzenaktion zu erfreuen. Klack. 20 Zentimeter Spitze ab.

Noch ein Einschub: Man macht das nicht. Der Winkel ist dann brutal ungünstig. Das wird einem im Angelladen jeder Verkäufer sagen. Manchmal muss man Dinge erst selber erleben, um dran zu glauben. Bislang ging das immer gut.

Weiter im Hauptteil: Ausgerechnet jetzt bei der WPC nicht. Schock. Zwar propagiere ich auch immer mehr das Angeln mit der Baitcaster und ich hatte auch starke BC-Kombos dabei. Z.B. extra die Expride XH bis 56 Gramm, mit der ich noch viele Zander und Hechte fangen werde. Aber: Starker Wind (und daraus resultierende Schnurbögen), die Wettkampfsituation und die Tatsache, dass ich mit selbiger Rute bei der WPC einen 1,20er Hecht gefangen habe und damit WPC-Glück an der Fireblood klebt, sprachen dafür, die Fireblood als eine der 3 Ruten auszuwählen, die ständig griffbreit sein mussten. (Die anderen Kombos waren im geräumigen Rutenstauraum untergebracht.)

Letztes Jahr habe ich viel mit der Zodas MH gefischt. Als ich den Hecht hier im Kraut am Haken hatte, war ich froh, zur rechten Zeit auf die 80-Gramm-Rute umgestellt gehabt zu haben.

Schock. Aber keine Starre. Dustin war beim täglichen Captains-Briefing um dort über den Ablauf des Tages bzw. eventuelle Verschiebungen der Startzeit oder der Startlinie unterrichtet zu werden. Der Bootscheck (das Boot wird täglich auf Köderfische, Würmer oder andere verbotene Köder bzw. Montagen überprüft) war absolviert. Und im Rutenstauraum lag noch Dustins Fireblood mit dem selben WG. Allerdings mit einer 2500er Stradic (der weiße Klassiker mit Doppelkurbel) dran. Und ich wollte eine 4000er Rolle fischen und starke Schnur. Auf meiner Biomaster war 20er oder sogar 24er 832 drauf. Also: Meine Rolle von meiner Fireblood runter, Dustins Fireblood von der Stradic befreit, Biomaster auf Fireblood, Stahl dran, Köder dran. Fertig.

Als ich Dustin die Geschichte erzähle, ist der nicht so begeistert. Mein Vorschlag, die Rute zu teilen, traf auf gedämpfte Euphorie. Er mag halt die Stradic. Ich hingegen frage mich, wie man allen Ernstes eine 80-Gramm-Rute in 2,4 m mit einer 2500er Rolle fischen kann. Passt für mich gar nicht. Geschmackssache. Da wir uns aber auf dem Weg zum Start befanden, war ein Rückmontieren ausgeschlossen. Schließlich mussten wir auf dem Weg durch den Kanal ja auch noch mit Dustins Instagram-Followerschaft konferieren. Ich hab mich bei den Jungs erkundigt, zu welche Rute sie mir raten würden. Die einhellige Meinung: ‚Fireblood. Go big or go home!‘ Nun brauche ich normalerweise keine Beratung von Menschen, die selber noch nie auf dem Gewässer gefischt haben und gar nicht wissen können, was für Köder ich schmeißen will und wie ich da angeln möchte. Aber als wir am ersten Spot ankamen und ich vor der Frage stand: ‚Fireblood oder Expride (MH bis 21 Gramm)?‘, hat diese witzige Mini-Konferenz vielleicht sogar einen kleinen Einfluss darauf gehabt, dass sich die Wage zur Fireblood neigte.

Und das war wohl auch richtig so. Zwar gab’s auch viele Phasen, in denen ich andere Ruten gefischt habe. Aber im Verlauf der Competition kamen 8 von 11 Fischen auf die 80-Gramm-Rute. Darunter waren auch einige Fische auf volle Wurfdistanz. Nicht dass ich da mit der Expride nicht hingekommen wäre. Die ist ein Wurfmonster. Aber ob ich damit auch so gut wie jeden Biss verwandelt hätte?

Einen Biss weniger verwandelt – und nix wäre es gewesen.


Fazit:
Mit der fast 30 cm längeren Fireblood konnte 8 von 10 Bissen verwandeln. Ein Fehlbiss. Ein Aussteiger, an dem evtl. ein lascher Anhieb schuld war (ab und an hat man aber halt auch mal einen Aussteiger). Rutenwahltechnisch habe ich also alles richtig gemacht. Nur über die Behandlung meiner neuen 2,40er in Feuerrot muss ich mir Gedanken machen. In dieses Abflussrohr werden künftig nicht mehr als 10 Ruten gepresst. Den „Platz“ nutze ich für eine Schicht aus Luftkissen-Folie.

Schönen Sonntag bzw. einen guten Start in die neue Woche!

Johannes

PS: Ach ja. Die Überschrift muss noch ergänzt werden: … der einen Kumpel dabei hat, der einem eine Fireblood ausleiht, wenn’s drauf ankommt.

PSS: Das Video könnt ihr euch mal reinziehen. Gut gemacht!

Meine WPC -Kombos

Ihr habt es sicher schon mitbekommen: Dustin und ich haben das bedeutendste Raubfisch-Turnier in Europa gewonnen. Wir dürfen uns WPC-Champions schimpfen. Manche Leute betiteln uns sogar als Weltmeister. Auch vier Tage nach dem Finale fühlt sich das einfach nur gut an.

Auf dem Barsch-Alarm wurde ich aufgefordert, etwas über meine Ruten/Rollen-Kombos zu schreiben. Man will wissen, ob wir es genauso gemacht haben wie die US-Cracks, die für jeden Köder eine Rute im Boot liegen haben, um möglichst viel Zeit zu sparen und nicht montieren zu müssen. Der richtige Platz für dieses Feature ist hier im Shimano-Blog.

Wir hatten nicht trainiert, wussten also nicht genau, was auf uns zukommen würde. Würden die Fische Spinnerbaits nehmen? Würde man Barsche mit Kleinzeug überlisten müssen? Sind wir mal in der Situation, dass wir die drei Barsche und Zander, die man jeden Tag „einreichen“ kann, voll haben und nur noch einen großen Hecht fangen müssen? Fischen wir viel gegen den Wind, so dass man (bzw. ich) lieber mit der Statio fischt als mit der Baitcaster? Fragen über Fragen, die wir nicht beantworten konnten im Vorfeld. Also hieß es, auf alles vorbereitet zu sein und viele Kombos aufzubauen, von denen wir die meisten im Rutenfach verstauten. Maximal vier Kombos hatten wir oben auf dem Deck des Nitro.

Foto: Stefan Tiedemann

 

Ich kann euch ja mal sagen, was ich mir aufgebaut hatte:

Expride BFS plus Aldebaran und 10er Geflecht mit 25er FC und 2,7 kg-Titan zum Twitchen und leichten Softjerken bzw. zum Angeln mit Straighthead Jigs und No-Action-Shads

Poison Adrena M mit Metanium MGL plus 13er Geflecht und 30er FC mit 5 kg-Titan zum Cranken und Softjerken

Poison Adrena MH mit Metanium DC und 15er Geflecht plus 35er FC und 8 kg-Titan zum Cranken und Softjerken über Kraut

Poison Adrena H mit Metanium und 15er Geflecht plus 40er FC und 11 kg-Titan zum Spinnerbaiten und Chatterbaiten und ggf. zum Angeln mit dem mittleren 360 GT-Searchbait über Kraut

Poison Adrena bis 15 Gramm mit 2500er Stradic Ci4+ plus 12er Geflecht mit 25er FC ohne Titan zum Barsch-Twitchen mit dem 8 cm-X-Rap in Scoop

Expride MH mit 3000er  Twinpower und 13er Geflecht plus 30er FC mit 8 kg-Titan zum leichten Gummifischangeln, Twitchen, Softjerken etc. bei Wind

Fireblood (2,4 m / WG 30 bis 80 Gramm) mit 4000er Biomaster und 20er Geflecht mit 40er FC und 11 kg-Titan zum Jiggen auf Zander und Hecht und zum Searchbaiten mit dem großen 360 GT.

Ich liebe das Angeln mit der Baitcaster. Macht mit eigentlich mehr Spaß. Aber im Wettkampf kommt es drauf an, jeden Biss zu verwandeln. Wir hatten an jedem Tag Wind. Ich habe viel auf Maximalwurfweite gefischt. Deshalb war meine Hauptrute die Fireblood. Mit ihr habe ich von meinen 11 Fischen 8 gefangen. Nämlich 6 Zander und 2 Barsche. Unter anderem auch den letzten Fisch, der uns nach ganz oben katapultiert hat.

2 Fische (Minihecht und 48er Barsch) gingen auf die Expride bis 21 Gramm. Der 48er war der erste Fisch, den ich mit der Rute gefangen habe. Ich dachte eigentlich, dass die meine Hauptrute werden würde. Aber so kann man sich täuschen.

Unseren ersten Barsch habe ich mit der Adrena bis 15 Gramm gefangen. Und zwar am ersten Tag. Das war mir dann aber doch zu riskant: zu leicht und ohne Stahl – wenn dann ein Hecht kommt und die Leine kappt, beißt man sich doch in den Hintern.

 

Dustin hat nur gecastet. Seine Hauptrute war die Zodias 172 H mit einer Chronarch.

WPC: Ready for Take-Off

Heute geht’s dann also los, denn morgen habe ich ja noch einen Termin beim Teampsychologen, der mich fit machen muss für die WPC. Die Schlappe vom letzten Mal (5. von 50) ist immer noch nicht verdaut. Späßle. Sparwitzle. In echt könnten Dustin und ich sicher sehr gut mit einem 5. Platz leben. Wenn man sich das Teilnehmerfeld anschaut und ein bisschen drin ist in der Wettkampf-Geschichte bzw. wenn man oft genug auf Facebook herumturnt, weiß man, dass da eine Menge ganz ausgezeichnter Angler am Start sind, die alle dieses Boot im Wert von 50.000 Euro gewinnen wollen bzw. auch nur den Titel des „Weltmeisters“ haben wollen. Klar. Da fehlt die internationale Bass-Elite – aber ich würd mich zur Not schon Weltmeister schimpfen, wenn es mir denn aufgezwungen werden würde. Dreams…

Was ein bisschen doof ist: Wir (Dustin und ich) haben kaum Zeit zum Trainieren. Am Montag evtl. ein bisschen.

Was evtl. gut für uns ist: Der Wettkampf-Sektor wurde beschnitten und auf unser Lieblingsgewässer in Holland eingegrenzt. Damit steht zumindest ein Spot-Konzept – zumindest so lange, bis die ersten Spots versagen.

Ein bissl Show muss sein.

Morgen bei Shimano geht’s natürlich nicht zum Psychologen. Da werden ein paar andere Sachen besprochen. Ein paar Köder werden das Büro sicher auch noch verlassen. Und dann mache ich mich am Samstag auf den Weg nach Holland. (Sollten das hier jetzt irgendwelche Strauchdiebe durchlesen: es macht überhaupt keinen Sinn, bei mir einzubrechen. Erstens steht der Hausdrachen bereit zur Abwehr. Zweitens ist so gut wie mein ganzes Tackle mit mir unterwegs – von wegen klare Konzepte und nicht verzetteln und so…)

Vorgstern habe ich erfahren, dass Dustin und ich auch in der Team-Competition antreten. Und zwar zusammen mit Willem Stolk und Chris Bloemert. Mit denen wohnen wir auch in einem Haus. Da ist Chaos garantiert. Und Spaß.

In der Zwischenzeit habe ich mir die Teamfrisur wachsen lassen.

 

Wir wollen ja auch optisch als Einheit auftreten.

Ich freu mich schon!

Johannes

Teamwork bei der WPC

Der eine oder andere hat’s ja evtl. schon über diverse Facebook-Seiten oder den Barsch-Alarm mitbekommen: Dustin und ich sind 5. geworden beim Bootsevent der WPC 2016. Ganz knapp sind wir am zweiten Platz vorbeigeschrammt. Ein Fisch mehr hätte uns eine Reise in die USA inkl. Flug, Haus, Boot und Teilnahme an einem Bass-Event beschert und Echolote und Elektromotoren, ein fettes Shimano-Rapala-Storm-Paket usw. Und es ist ja nicht so, dass wir keine Fehlbisse und Aussteiger hatten. Auf der anderen Seite haben wir aber auch ein paar richtig gute Aktionen dabei, die nicht alle Tage passieren und die verdeutlichen, dass jeder Fisch von beiden Anglern gefangen wird – auch wenn ihn letztendlich nur einer von beiden Akteuren an die Rute bekommt.

 

Der Arashi-Shadow Rap Shad-Barsch

Am ersten Tag lagen Dustin und ich sehr gut im Rennen. Die drei Zander, die wir in die Wertung einbringen konnten, hatten wir schnell zusammen. Und auch die ersten beiden Barsche gingen schnell ans Band. Für den dritten Barsch haben wir etwas länger gebraucht. Eigentlich hatten wir unseren Barschspot schon so gut wie aufgegeben, als mich Dustin fragte, auf was der Joshi beim Training denn den 35er da vorne auf der Spitze hatte. „Auf Crankbait.“ Und so schraubte sich Dustin einen Crankbait ran und fuhr uns 100 m weiter an eine kleine Buhne. Er macht den 3. Wurf: „Boah. Ein Meganachläufer. Voll der fette Barsch!“ Daraufhin wechsle ich von Gummi auf einen flachlaufenden Shadow Rap Shad, der in der Rapala-Starterbox drin lag, die jeder Teilnehmer beim Eröffnungsbriefing erhalten hat. Ich werfe an die Buhne, twitche 3 mal an, lassen den Köder stehen – SMASH! Unser dritter Barsch.

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Ab da konnten wir uns dann den Hechten widmen. Leider fingen wir beim Flachwasserkrautangeln aber „nur“ noch 5 Zander. (4 davon hatte Dustin).

 

Der Ein-Wurf-Hecht-PB

Am zweiten Tag lief es bescheiden an. Unser Superzanderspot vom ersten Tag lieferte nur einen Fisch. Dann lange nix mehr. Wir beschlossen, Barsche zu angeln. Kompletter Spotwechsel. Wir rasen los. Plötzlich lenkt Dustin ein und macht eine Kurve. Beim Abbremsen des Bootes schwappt eine Welle bei mir rein. Ich werde klatschnass. „Was war denn das jetzt?“ „An der Stelle hatte ich gestern mit dem ertsen Wurf auch gleich einen Fisch, erinnerst Du Dich?“ Ich denke mir, wie bekloppt das ist. Aber auf der anderen Seite stand hier ja gestern wirklich Fisch und so schnappe ich mir meiner 80-Gramm-Fireblood und werfe einen 6er Shad aus. Mehrfach schlage ich bei diesem ertsen Wurf das Kraut vom Haken. Der Köder ist kurz vorm Boot. Auf einmal rauscht mir ein fetter Fisch rein. Und nach einem dramatischen Drill mit vielen Fluchten ums und unters Boot, kann Dustin das Meterzwanzig-Monster dann einnetzen.

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Das nenne ich FISCHINSTINKT. Alleine hätte ich den Fisch niemals gefangen, weil ich straight zu den Barschen gefahren wäre, die an dem Tag nicht gebissen haben – zumindest bei uns.

 

Die Husaren-Zander

Auch am dritten Tag lief es nicht so gut. Es fing mit einem 47er Barsch an. Dann lange nix. Zweieinhalb Stunden vor Schluss fragt mich Dustin, ob wir eine krasse Alles-oder-Nix-Aktion bringen sollen und ganz ans Ende des Sektors fahren, um dort den einen Zanderspot anzufischen, den wir ausgekundschaftet haben beim Training. Mit dem Risiko, dass da jemand steht, der Spot bereits abgefischt ist oder heute keine Zettis da sind. Und wir dann keine Zeit mehr haben, weil wir eine Stunde für die Fahrt investieren. Ich hätte selber wahrscheinlich eher drauf gesetzt, mehr Zeit ins Angeln zu investieren als ins Fahren, habe das aber am Vortag schon durchgesetzt und war eigentlich auch so planlos, dass ich Dustins Entscheidungsfreudigkeit begrüßte. Es folgte ein Husarenritt bei Windstärke 6 gegen die Welle. Manchmal sind wir auch geflogen. Als wir am Spot ankamen, hatte Dustin, der das Boot abparken und den GPS-Anker aktivieren musste noch nicht mal sein Gerät klar, da war mein Jig schon unterwegs. Und kurz vorm Boot kam dann der erste Zander. Und während Dustin die jeweiligen Fotos knipste und die Fänge übermittelete fing ich noch zwei weitere Zettis an diesem Spot. Alles drei Fische, die ich allein niemals gefangen hätte.

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Ihr seht – Angeln ist immer auch ein Teamding. Wohl dem, der einen Teampartner mit so einem Fischinstinkt an seiner Seite hat. Respekt, Dustin! Und vielen Dank fürs schnelle und gute Fahren. Hat Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir noch ein paar mal zu so einem Wettangeln antreten.

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Foto: Anna McDoubleju

Yasei Boddenmasters Tag 2

Dorsche satt am zweiten Tag der Yasei Boddenmasters. Ostsee-Leoparden bis 74 cm gingen heute an den Haken.

Auch am offiziellen „Dorschtag“ wurden wieder reichlich Hechte gefangen. Darunter zwei Prachtexemplare von 113cm und 128cm.

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Hans und Niels Schulz mit Dorsch-Doppel

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Malte Böse mit Dorsch-Kracher

Mathias Hōrmann mit 113cm Hecht

Mathias Hōrmann mit 113cm Hecht

Simon Gottschall und sein 128cm Esox

Simon Gottschall und sein 128cm Esox

WPC Streetfishing Event 2015 – Rückblick

Die vier Tage in Hellevoetsluis vergingen wie im Fluge.

Kurz nach der Ankunft am Donnerstag und dem Treffen mit meinem Teamkollegen Arthur Langstraat, stand für die ersten zwei Tage intensives Testfischen auf dem Plan.

Dabei wurde dann auch ziemlich schnell klar, dass dies eine echt harte Nummer wird.

Die zu beangelnden Gewässerabschnitte waren durchweg recht flach. Das Wasser größtenteils sehr klar und die Sonne schien permanent. Also alles andere als optimale Verhältnisse.

Nach stundenlanger Gewässererkundung und zahllosen ausprobierten Ködern ging am Freitag dann ein guter Zander an das Band. Stieg allerdings auch kurz vor dem Kescher wieder aus. Arthur konnte mit Minigummis noch ein paar Grundeln überzeugen.

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Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, ging es Samstag trotzdem voll motiviert in den Wettbewerb. Die Bedingungen hatten sich natürlich zwischenzeitlich nicht geändert und es lief wie an den Vortagen weiter. Arthur konnte im Laufe des Tages mit seinem Rapala Wobbler eine richtig große Hechtmutti überzeugen. Im Drill lief anfangs alles normal. Am Kescher verfing sich eine Drillingsflunke im Keschernetz und nach einem starken Kopfschlag verabschiedete sich die Hechtdame. Was für ein Pech. Nachmittags gelang es mir noch auf wundersame Weise zwei Minibarsche um die 16cm raus zu zuppeln. Mit den beiden waren wir zum Glück entschneidert und legten keine Nullnummer hin.

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Es gibt diesen Spruch: “ Dabei sein ist Alles“. Ich finde der trifft es genau auf den Punkt. Es lief im Ergebnis zwar sehr schlecht. Aber die Eindrücke die ich in Holland sammeln durfte, sind einfach unvergesslich. Ich hatte die Möglichkeit einen großen Teil der Shimanofamilie kennen zu lernen. Tolle Menschen die alles für unsere gemeinsame Passion geben. Viele interessante Gespräche um Produkte und Hintergründe, die später am Wasser helfen werden. An der Stelle möchte ich mich bei Shimano herzlich für die Unterstützung bedanken.

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Grüße an Arthur Langstraat und das Shimano – Rapala – Team. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.

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Euer Eric

World Predator Classics 2015

„Fast, furious and action packed PART 2“.

Neues Spiel – neues Glück! Getreu diesem Motto und mit dem festem Vorhaben unter den ersten 10 Plätzen zu landen, sind Dustin und ich zu den World Predator Classics 2015 angereist.

Vom 24.06. – 27.06 2015 war wieder das beschauliche Örtchen Heelevoetsluis in den Niederlanden der Veranstaltungsort für das vielbeachtete Match.

Wieder wurde auf den anspruchsvollen Raubfischgewässern Hollands Diep und Haringsvliet  geangelt. Und wieder haben sich die Sponsoren  nicht lumpen lassen und ein erstklassig dotiertes Event auf die Beine gestellt.

Was war dieses mal anders? Die Organisation funktionierte noch reibungsloser und die Event-Location innerhalb der Ortschaft war noch besser ausgewählt.

Was dann aber tatsächlich herausragte war die Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer. 160 Streetfisher, 32 Kayak-Angler und fast 50 Boot Teams aus aller Welt waren angetreten, um ihren Champion zu suchen. „Aus aller Welt“ war auch dieses Mal wieder wörtlich zu nehmen: Angler aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Österreich, Rumänien, USA und dieses mal sogar aus Japan waren am Start. Bekannte Gesichter aus dem Vorjahr und (erfreulicherweise) viele neue Angelfreunde.

Wer sich ein wenig in der internationalen Angelszene auskennt wusste nach einem Blick auf die Teilnehmerliste, dass hier „scharf geschossen wird“. Durchweg erfahrene Leute, die genau wissen was sie tun.

Begleitet wurde die Veranstaltung von internationalen TV-Sendern und Printmedien mit vielen Live-Berichten, Interviews und Reportagen. Auch SKY und der US-Sender ESPN haben Teams geschickt, um die Ereignisse in Wort und Bild festzuhalten. Schade, dass auch dieses Mal wieder die deutsche Fachpresse nicht vertreten war.

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Gefischt wurde an drei Tagen. Änderungen zum Vorjahr gab es beim Reglement. So sah das für die Boot-Teams aus:

Das Gesamtgewässer wurde zunächst in zwei Zonen eingeteilt (Shimano-Zone und Rapala-Zone). Die Gesamtzahl der Teilnehmer wurde ebenfalls in zwei Gruppen aufgeteilt. Bei der Registrierung bzw. beim Briefing haben die Teams im Losverfahren die Zone gezogen, in der sie am ersten Tag ihr Glück versuchen mussten.

Am zweiten Tag wurde die Zone gewechselt. In die Wertung einbezogen wurden pro Team die drei größten Barsche, die drei größten Zander und der größte Hecht. Sieben Fische insgesamt also. Die Gesamtlänge in „cm“  entschied über die Platzierung innerhalb deiner Zone. Dafür wurde eine Punktzahl vergeben, die der erreichten Platzierung entsprach. Platz 1 =1 Punkt; Platz 10 = 10 Punkte.

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Am dritten und letzten Angeltag wurde die bisherige Zoneneinteilung aufgehoben und jedes Team konnte nun den Angelplatz frei wählen. Da nun alle Teams in derselben Zone fischten, waren nun auch Platzierungen bis über 40 (=40 Punkte) möglich. Das sollte man tunlichst vermeiden, denn das Team mit den wenigsten Punkten sollte als Sieger aus dem Turnier hervorgehen. Bei Punktgleichstand entscheidet die Gesamtlänge aller gefangenen Wertungsfische.

Die Fänge mussten unmittelbar nach dem Fang gemessen, fotografiert und dokumentiert werden und über eine App an das Headquarter versandt werden.

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Per LIVE Tracker konnten interessierte Zuschauer das Geschehen auf einer riesigen Leinwand und im Internet verfolgen.

Eine spannende Sache, bei der nach meinem Empfinden aber noch Handlungsbedarf besteht. Der ganze Dokumentationsprozess (Fotografieren, Versenden, pp.) schafft zwar eine große Nachprüfbarkeit, ist aber für die Teams extrem aufwendig und nur bei bestem Wetter zu praktizieren. Bei stärkerem Wind oder gar Regen kann das so nichts werden. Da müssen die Veranstalter noch mal ran.

An den folgenden Angeltagen stellte dann nicht nur das Wetter die Teilnehmer vor große Herausforderungen. Vom strahlenden Sonnenschein und „Ententeich“ bis hin zu Wind und Wellengang bis an die Schmerzgrenze war alles dabei. Entsprechend unterschiedlich gelaunt präsentierten sich dann auch die Zielfische. Und wie immer bei solchen Turnieren haben die Teams die gestellten Aufgaben mit mehr oder weniger Erfolg lösen können.

Wir für unseren Teil waren am ersten Tag in der Rapala-Zone unterwegs und konnten relativ zügig die nötigen Barsche und Zander  verhaften.  Als am Nachmittag dann auch noch der Hecht kam, konnten wir uns ziemlich sicher sein oben mitzuspielen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie man sich unter solchen Umständen über einen 67er Esox freut. (Muss man wirklich mal drüber nachdenken und auch diese Größen nicht als selbstverständlich oder nicht beachtenswert hinnehmen. Ist aber ein anderes Thema.)

Tatsächlich konnten wir uns mit dieser Leistung den zweiten Platz in der Zonenwertung sichern.

Tag 2. Rapala-Zone. Karten neu gemischt und alles steht wieder bei Null.

Spiegelglattes Wasser. Voller Sonnenschein. Dustin freut sich, weil er die 250 PS ohne Wellengefahr aufdrehen kann.  Eine geile Bootsfahrt habe ich also schon mal gewonnen!

OK. Ernüchterung dann an den vorgeplanten Angelstellen. Kein Fisch, kein Fisch und kein Fisch. Plan B. Wieder kein Fisch. Und jetzt? Durchhalten und weiter peitschen! Irgendwann muss einer einsteigen. 11:15 Uhr – der erste Einschlag auf unserer Zanderstelle. Nach kurzem Drill kommt ein gern gesehener „Falschfahrer“ hoch: Hecht 81 cm. Erleichterung im Boot. Diese schwierige Hürde wurde quasi per Zufall genommen.  In den zähen nächsten Stunden können wir uns dann noch drei Zander und einen Barsch im wahrsten Sinne des Wortes erkämpfen. Zum „Full House“ reicht es dann aber doch nicht. Zwei fehlende Barsche wollen einfach nicht an den Haken.

Tageswertung: Platz 9 in der Rapala-Zone. Auch nicht schlecht.

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Tag 3: Freie Platzwahl.

Gleich die erste Angelstelle entpuppt sich als Volltreffer. Drei Wertungs-Zander sind in Rekordzeit gelandet. Da wir hier auch einen Barsch haken und mehrere Fehlbisse bzw. Nachläufer von Barschen hatten entscheiden wir uns, hier weiter zu bleiben. Dustin hat richtig Lauf und legt eine Angel-Sternstunde hin. Ein Zander nach dem anderen hängt an seinem Köder. Richtig saubere Leistung Dustin!

Tatsächlich nutzen uns die Zander – 14 Stück werden es insgesamt an dieser Stelle –  nicht wirklich was, weil sie alle mehr der weniger dieselbe Größe haben und uns daher nicht weiter nach vorne bringen. Wir brauchen Barsche!  Und so kämpfen wir uns stundenlang durch die Zander J),  bis wir nach wirklich hartem Fight zwei 40´ er Exemplare per App versenden können. Und jetzt ab in die Hechte.

Um es kurz zu halten: Es kommt kein Esox mehr. Dafür gibt es noch mal Zander. 74 cm. Wenigstens eine Verbesserung in der Länge. Am Ende reicht es für Platz 6 der Tageswertung.

Spannend blieb es bis zum Schluss insbesondere auch, weil immer noch mal Fische nachgemeldet werden, die aufgrund von Übertagungsproblemen nicht direkt vom Wasser aus versandt werden konnten. Das Headquarter bewertet am Abend die Nachmeldungen und bezieht die zweifelsfrei dokumentierten Fänge nachträglich in die Gesamtwertung mit ein. Die Konsequenz: Immer wieder Änderungen in den Platzierungen. Nervenkitzel pur bis zum Schluss.

Dann steht es endlich fest: Wir haben den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegt!!

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Absolut perfekt für uns und viel mehr als erwartet.

Die Vorjahressieger Luc Coppens und Jeremy Stavermans können auch dieses Mal den Ball einlochen und gehen als Gesamtsieger und Gewinner der World Predator Classics 2015 vom Platz.

Tolle Eindrücke gibt es auf der homepage: http://www.worldpredatorclassic.com  und bei YouTube (Stichworte WPC, World Predator Classic).

Tight Lines und ein dickes Petri Heil wünscht Euch

 

Jürgen Haese

 

Schöne und Haese werden Zweiter!

Sensationell gutes Ergebnis bei der WPC: Dustin und Jürgen sichern sich am Ende den zweiten Platz. Dabei haben unsere Jungs nur 99 Punkte weniger zusammengenangelt als das Siegerteam Coppens und Staverman. Bei der Durchschnittslänge der Holländischen Stachelritter entspricht das zwei Barschen, die im Idealfall am zweiten Tag gekommen wären, wo Jürgen und Dustin „nur“ 9. wurden, weil ihnen zwei Fische gefehlt haben. Am dritten Tag hätte sie ein Hechtschniepel noch weiter nach vorne gebracht. Schon ein 63er Hecht hätte gereicht, um in der Gesamtwertung auf Platz 1 zu kommen und neben Ruhm, Tackle, vielen weiteren Sachpreisen ein weiteres Nitro einzuzsammeln. Unterm Strich ist der zweite Platz aber natürlich ein Megaergebnis. Ich bin gespannt darauf, was die Männer zu berichten haben. Das eine oder andere Feature wird hier siche noch folgen.

Ich bin außerdem auch gespannt, wie sich Eric beim Streetfishing geschlagen hat. Dazu finde ich auf der offiziellen Website keine Ergebnisse. Ziemlich schwach, ehrlich gesagt. Aber Eric wird sicher auch bald berichten.

Hier die ersten 10 Plätze bei der Boot-Kompetition:

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Das lief für die Shimano- und Rapala-Teams also richtig gut. Drei Teams unter den ersten Vier. Die ersten beiden Plätze bei der Teamwertung.

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Das liest sich doch richtig gut. Ich gratuliere und freue mich mit euch!

Allen, die heute angeln gehen, wünsche ich einen entspannten Angeltag und viel Fisch!

Johannes

WPC-News: Shimano-Teams vorne mit dabei!

Der erste Tag der WPC-Boot-Kompetition ist vorbei. Und unsere Shimano-Jungs mischen ganz vorne mit. Allen voran Willem Stolk und Chris Bloemert, die das Tableau anführen. Dustin und Jürgen sind auf Platz 3. Und das ohne Üben! Sensationell. Sensationell ist auch ihr Timing. Sie haben exakt 7 Fische gefangen. Einen Hecht. Drei Barsche und drei Zander.

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Und so haben sie ihr Limit voll gemacht, was nicht wirklich jedem gelungen ist. Ganz vorne lagen sie mit ihren drei Barschen. Mehr als eine Gesamtlänge von 143 Zentimeter hat niemand erreicht. Kein Wunder. Das ist ja auch ein Schnitt von 47,7 cm.

Auch bei den größten Fischen ist das Shimano-Team vorn. Zumindest in 2 von 3 Kategorien. Arnaud Briére /Laurent Vrignaud fingen den größten Barsch (53 cm)…

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… und Willem Stolk /Chris Bloemert den größten Zander (78 cm).

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Den größten Hecht fingen Evaldas Skablauskas/Ivan Vanpraet (107 cm).

Also weiter Daumen drücken. Ich hoffe ja, dass Dustin und Jürgen noch ein bisschen klettern.

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Toitoitoi!

WPC-Zwischenstände jederzeit abrufbar!

Wie ihr ja vielleicht mitbekommen habt, steigt an diesem Wochenende die WPC (World Predator Classic). In drei Disziplinen werden in den nächsten Tagen die besten Angler gesucht. Als da wären: Boot, Kayak und Streetfishing. Als Top-Sponsor der Veranstaltung hat Shimano da natürlich ein paar Eisen im Feuer. Unter anderem ein paar Protagonisten, die ihr aus der Angelzeitung und von unserem Blog hier kennt. Bei den Streetfishern ist z.B. unser Eric dabei. (Der startet am Samstag.) Seit heutemorgen sind Dustin und Jürgen bei der Boat-Competition am Start. Drückt mal alle die Daumen, dass die Jungs was rausholen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teilnehmern haben die beiden nicht großartig trainiert und müssen sich mehr auf ihren Instinkt verlassen als auf detaillierte Gewässerkenntnis.

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Den aktuellen Zwischenstand könnt ihr euch hier reinziehen.

http://www.worldpredatorclassic.com/wpc-2015-leaderboard/

Es wird regelmäßig aktualisiert!