BFS Nebel-Barsche

Krass. Die Lieblingskombo versenkt. Einen Tag schlechte Laune geschoben an Bord. Die 166 M war doch ideal für diese Barschangelei. Die MH war mir zu schwer zum Angeln mit leichten Texas-Rigs und wacky angeköderten Tuben. Da traf es sich gut, dass ich als allerletztes noch meine BFS-Kombo (Expride BFS und die neue Aldebaran) eingepackt hatte. Dann eben noch feiner. Weil die Rute an sich ja schon recht sensibel ist und ich weit werfen musste, habe ich mir eine dünne Geflochtene auf die Spule gespielt. Also wieder weg vom FC. Hin zum Geflecht. Vor allem wegen der Anschläge auf Distanz.

Und dann ging’s los. Und wie. An einem nebligen Morgen habe ich losgelegt wie die Feuerwehr. Schon mit den ersten Würfen hatte ich gute Barsche auf die Wacky-Tube. Der Ärger über den Verlust der Lieblingskombo war schnell verflogen. Fast hat es sich so angefühlt, als wäre ich zu meinem Glück gezwungen worden.

Die Bisse ein Traum. Die Drill vom anderen Stern. Das Knarren der Alde so toll (ja, die hat eine hörbare Bremse wie eine Stationärrolle). Und die Barsche im Nebel entfesselt.

Ohne zu übertreiben: Dieser Tag auf dem Ebro war einer der schönsten Angeltage in meinem Leben. Es hat geknattert ohne Ende. Und als das wilde Beißen mit dem Abziehen des Nebels vorbei war, war ich total wiederhergestellt und superrelaxed. Es folgen noch ein paar kleine Zander und dieser langbartelige Mini-Waller, der mir ganz schön heftig den Finger aufgerissen hat.

Ich vermisse diese Angelei wirklich sehr. Aber ich bin auch mit eniger zufrieden und freue mich schon auf die nächsten Barsch-Gewitter mit der leichten Baitcast-Kombo. Auch wenn die Barsche dann vermutlich kleiner und nicht so hochrückig sind wie in Spanien…

BFS-Baitcasting: 3 verschiedene Ruten/Rollen-Kombos

Ich werde in letzter Zeit oft nach leichten Baitcast-Kombos gefragt. Überhaupt scheint es mir so, dass gerade die zweite oder dritte BC-Welle anrauscht. Leute, die sich bis jetzt nicht rangetraut haben, wollen es mal versuchen und der Nachwuchs will erst gleich gar nix anderes fischen als eine Cast-Kombo.

Ich kann euch da nur bestätigen. Relativ lange hat’s gedauert, bis ich zum Sprung ins kalte Wasser angesetzt habe. Und wenn ich jetzt sehe, wie viel Spaß mit das Gecaste macht, muss ich sogar konstatieren: ZU LANGE. Aber ich hab ja noch locker 40 Angeljahre vor mir. Insofern muss ich den verpassten Freuden nicht hinterherweinen – zumal das Fischefangen mit der Statio ja auch ganz gut Spaß macht. Das Werfen allerdings ist mit der Baitcaster schon ganz schön viel toller. (Ich arbeite an mir, das Wort „geil“ aus meinem Wortschatz zu drängen, was in diesem Zusammenhang schwer fällt.)

Warum? Das Umklappen entfällt. Die Bewegungsabläufe machen Laune. Und vor allem: Man kann die Wurflänge wunderbar kontrollieren und die Köder wirklich auf den Zentimeter genau vor den Einständen absetzen. Außerdem ist da technisch noch viel mehr drin. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann auch mal, mich mit dem Skippen auseinanderzusetzen.

Blablabla. Eigentlich geht’s hier aber ja um die Gerätekonfiguration zum leichten Baitcasten, so wie wir das in der letzten BATV-Folge am Forellenbach praktiziert haben. (In einer der nächsten Folgen werden wir das noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.)

Bevor ich aber jetzt jedem einzeln sage, was für eine Kombo ich da fische, zeige ich hier 3 Optionen aus unserem Programm auf und kann dann immer hierher verlinken.

Also: Die Rolle ist immer die gleiche. Und zwar fische ich eine Aldebaran BFS. Im Moment noch die Limited aus den letztjährigen Katalog. Ab Juli dann wohl das Nachfolgermodell, das wohl noch niedrigere Gewichte schmeißen können soll als die Limited. Wobei das eigentlich gar nicht nötig ist. Mit der entsprechenden Rute wirft auch die Limited 4 Gramm. Was auch nicht nötig ist, da meine Wobbler alle etwas schwerer sind. Und hauptsächlich nehme ich die BC zum Wobbeln und für Finesse-Geschichten (z.B. Rubber-Jigs, die mit Trailer auch immer mehr als 5 Gramm wiegen).

Das Werfen mit der „Alde“ ist absolut stressfrei. Ich habe noch nie eine gutmütigere Rolle gefischt. Und wenn ich problemlos mit kleinen Ködern werfen kann, könnt ihr das auch. Ich bin alles, aber kein Casting-Gott. (Siehe auch BATV-Folge 20, Minute 2:03.)

Noch kurz zur Aldebaran BFS: Das Teil kostet ein bisschen was, aber das haben diese BFS-BCs so an sich. Da wird halt auch nur sehr hochwertiges Material verbaut, damit die Spule auch schnell anspringt und konstant weiterläuft.

 

Bei unseren Ruten habt ihr die Wahl zwischen 3 verschiedenen BFS-Modellen aus unterschiedlichen Preissegmenten:

 

Poison Adrena 166 L BFS

Sehnsucht! Das Twitchen auf dicke Barsche macht mit der Adrena BFS soooooooooooooooooooo… enorm Spaß. Ich kann den nächsten Ausflug in die Kirschen-Zone kaum erwarten.

Das Spitzenmodell mit Carbongriff, megatollen (ihr seht, ich bin dran) Rollenhalter und obergeilem Design (naja, kann nicht immer klappen). Länge: 1,98 m. Gewicht: 107 Gramm. Wurfgewicht:  4 bis 12 Gramm. Aktion: F für „Fast“. Ich liebe diese Rute, kann aber verstehen, dass sie so manchem etwas teuer erscheint. Sie lädt sich supergut auf, hat eine brutale Katapultwirkung und macht sich z.B. supergut zum Twitchen mit dem X-Rap in 8 cm (7 Gramm). Da ziehe ich dann übrigens Mono auf die Alde.

Über die Rute habe ich hier schon ein bisschen was geschrieben:

Unboxing: Poison Adrena 166 L BFS

BFS-Dickbarsch-Twitchen

Poison Adrena BFS: Eine neue Liebe…

 

Expride 165 L BFS

Da zerrt ein Wels, der den Rubber-Jig im Mittelwasser angegriffen hat. Ich bekomme den auch raus! Ein bisschen hat’s allerdings gedauert.

 

Preislich eine Etage unter der Adrena. Split-Grip aus Kork und EVA. Sehr schicker Look.  Mörderaktion. Megakatapult. Mit der habe ich schon Waller dressiert. Länge: 1,96 m. Gewicht: 110 Gramm. Wurfgewicht: 4 bis 12 Gramm. Aktion: XF. Das steht für „Xtra Fast“. Ist sie noch ein bisschen feiner als die Adrena? In jedem Fall nehme ich die noch lieber zum Rubber-Jiggen und fürs T-Rig, habe aber auch schon gecrankt mit ihr und getwitcht und sogar im Forellenbach Spinner geworfen. Macht die Expride BFS alles super mit.

Hier ein paar Berichte dazu:

Aldebaran und Expride BFS – Traumkombo zum feinen Baitcasten

BFS-Spinnern am Forellenbach

BFS-Kombo im Härtetest

 

Zodias 168 L BFS

Jochen mit einem BFS-Barsch. Er fischt die Zodias genauso gern wie ich meine beiden BFS-Ruten.

Unsere preiswerteste BFS-Cast-Rute. EVA-Split-Gip. Coole Optik (schwarzer Blank und Griff, Rollenhalter mit roten Applikationen). Länge: 2,03 m (damit ist sie unsere längste BFS-Rute). Gewicht: 105 Gramm. Wurfgewicht: 4 bis 12 Gramm. Aktion: FF (steht für F…ing Fast. Das darf jetzt niemand von Shimano lesen. Auf diese Art der Ansprache stehen unsere Japaner so gar nicht. Sie ist jedenfalls sauschnell.)

Diese Rute hat Jochen im Test und auch er hat schon ein paar Begeisterungs-Blögge gesetzt:

Forellenangeln mit der Zodias BFS

Großer Barsch mit Zodias BFS

 

So viel zum Thema BFS, Leude. Und jetzt wünsche ich euch allen ein sehrsehr tolles Wochenende 😀

Johannes

Mein bester Spree-Barsch-Tag ever!

Ich beschwere mich ja oft über unsere Spree. Klar. Wir haben viel Barsch hier. Und wer sich da richtig reinkniet, fängt auch mal nen Dicken. Es soll sogar Leute geben, die einigermaßen regelmäßig fette Kaliber fangen. Die Regel ist das aber nicht. Da muss man schon fleißig sein und die Bereitschaft mitbringen jeden Steg 10 mal abzuangeln, bis es mal richtig knattert. Aber ich möchte allen Spreeanglern, die sich im Moment gegen die Kleinbarsch-Invasion wehren müssen, Mut machen. Es kann immer der Tag der Tage kommen. Besonders im Herbst.

Ich hatte meinen Super-Barsch-Tag im vorletzten Jahr. Da war ich immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Platz und habe da einen dicken Eumel nach dem anderen gefangen. Auf Rubber-Jig. Stilecht an der damals neuen BFS-Kombo.

Es ging erstmal überschaubar los...

Es ging erstmal überschaubar los…

... aber mit der Zeit wurden die Barsche ansehnlicher.

… aber mit der Zeit wurden die Barsche ansehnlicher.

Ich bin ja schon zufreiden, wenn ich einen solchen Fisch bei uns fange.

Ich bin ja schon zufreiden, wenn ich einen solchen Fisch bei uns fange.

Und wieder ist die Expride krumm. Was ist denn hier los?

Und wieder ist die Expride krumm. Was ist denn hier los?

Normal ist alles über 30 gut und alles über 35 top.

Normal ist alles über 30 gut und alles über 35 top.

Man könnte denken, das sind die gleichen Barsche.

Man könnte denken, das sind die gleichen Barsche.

Aber neeeeeeee! Man sieht es an den Streifen.

Aber neeeeeeee! Man sieht es an den Streifen.

Noch einer - und die werden eher größer als kleiner!

Noch einer – und die werden eher größer als kleiner!

Kann doch nicht sein. Ich war richtig geflasht.

Kann doch nicht sein. Ich war richtig geflasht.

Kennt ihr noch die Becker-Faust? Das hier ist die Barsch-Faust. Die kommt relativ selten auf der Spree. Aber an dem Tag kam sie oft.

Kennt ihr noch die Becker-Faust? Das hier ist die Barsch-Faust. Die kommt relativ selten auf der Spree. Aber an dem Tag kam sie oft.

Keine Ahnung, ob ich dieses Jahr nochmal so einen Tag erlebe auf der Spree. Für mich geht’s ja bald nach Spanien. Aber euch Berlinern und allen anderen, die hart befischte und schwierige Gewässer beangeln, drücke ich die Daumen. Möge die Macht mit euch sein und euch im richtigen Moment zum richtigen Spot führen.

Gas geben! Kämpfen. Dann wird’s irgendwann auch was mit den dicken Barschen!

Johannes

Mono-Wobbeln: Schnur-Transfer zur Raubfischsaison!

Es geht das Gerücht herum, dass man mit Twitchbaits nur fängt, wenn man sie richtig schnell durchs Wasser peitscht. Das kann während der Sommersaison richtig sein. Deshalb stelle ich meine Ruten für den Sommer auch nicht speziell auf „Wobbeln“ ein. Wenn es aber Herbst wird in Berlin, dann wird das dünne Geflecht, das meine Aldebaran zur warmen Jahreszeit ziert, auf eine andere Rolle gespult (ein einmaliges Umdrehen ist nach einem halben Jahr mit Einsätzen über Muscheln, am Holz und im Brackwasser eh nicht verkehrt). Und dann kommt da Monofile drauf – einer meiner wichtigsten Transfers für die englischen Wochen im Herbst und Frühwinter, die ja eine entscheidende Phase im Leben eines Raubfisch-Trainers darstellen.

Es soll Angler geben, die prinzipiell nix anderes mehr angeln und saisonübegreifend auf Fluorocarbon oder dehnungsarme Monofile setzen, weil diese beiden Schnurtypen weniger sichtbar und lautlos sind. Dafür dehnen sich FC (weniger) und Mono (ein bisschen mehr). Bis auf weiteres stehe ich auf den harten Kontakt zum Rubber-Jig oder Bullet – und fürs T-Riggen und Rubber-Jiggen nütze ich meine BFS-Kombo (Expride plus Aldebaran) neben dem Wobbeln eben auch hauptsächlich. Zum Wobbeln brauche ich den aber eigentlich nicht. X Rap & Co sprechen auch auf Schläge ins Fluorocarbon oder in die Monofile voll gut an, schlagen krasse Flanken und brechen auch schön auf die Flügel aus.

Seit ein paar Tagen habe ich mit Ultegra Invisitec eine Neuverpflichtung im Team. Feinstes japanisches Mono-Material von Shimano, das nicht nur aussieht wie Fluorocarbon, sondern – wie FC auch – weniger sichtig sein soll als eine herkömmliche Monofile und mit einer überragenden Abriebfestigkeit und sehr hohen Tragkraft aufwartet.

 

Punktzahl (von maximal 5)
Abriebfestigkeit +++++
Geringe Dehnung ++++
Knotenfestigkeit ++++
Weichheit ++++
Wenig Memory ++++

 

Liest sich gut. Ich war gespannt auf den ersten Praxiseinsatz. Der fand an der Spree statt. Vor vollem Publikum. Und vor allem nachdem ich den spektakulären Bericht über den Überkopfwurf mit der Metanium veröffentlicht hatte. Ich hatte wieder das selbe Darth-Vader- bzw. Batman-Kostüm an. Volle Montur. Schwarz von oben bis unten. Gekrönt mit der feshen Hagane-Kappe.

x-rapper

Ich also das Boot geparkt. Uferangler auf beiden Kanalseiten. Oh Gott. Wenn da jetzt einer den Bericht gelesen hat und ich jetzt nen Tüddel werfe… Dabei hab ich die Rolle noch nicht auf die dehnbare, fast doppelt so dicke dickere und steifere Schnur umgestellt – muss die optimale Auf- ähhh Einstellung ja erst noch testen. Und Shit. Ganz schön voll habe ich sie auch gemacht. Wenn das mal gut geht.

Ich ziehe also durch.

Ich ziehe also durch.

Und es kam, wie es kommen musste.

TÜDDEL!

TÜDDEL!

Ich muss lachen. Echt peinlich. Naja. Letztendlich interessiert man die Leute ja meistens weniger als man denkt. Und zweitens muss dann halt der zweite Wurf sitzen.

Also runter mit dem Vogelnest.

Also runter mit dem Vogelnest.

Ein bisschen zudrehen das Ganze. Zwei zusätzliche Pins aktivieren. Den Daumeneinsatz verstärken.

Durchziehen.

Durchziehen.

Zieeeeeeeeeeeeeeeeeeeh.

Zieeeeeeeeeeeeeeeeeeeh.

Gut gegangen.

Gut gegangen.

Ein kurzer Wurf zwar. Aber eigentlich hat sich das gut angefühlt. So jedenfalls, dass man die Bremse vorm nächsten Wurf wieder ein bisschen aufdrehen kann. Und zack.

Da ist auch schon der erste Barsch.

Da ist auch schon der erste Barsch.

Noch einmal nachjustieren und die Spulenbremse öffnen. Ich habe nun 4 von 8 Pins aktiviert. Durchziehen, Daumendruck wegnehmen. Ahhhhhhhhhhhh. Perfekt. Weiter werfe ich mit der Statio auch nicht.

Nächster Barsch.

Nächster Barsch.

Seitdem habe ich mich eingeworfen mit dem Setup. Ich fische X Raps (8 cm mit 7 Gramm) und den Shadow Rap Shad (9 cm und 13 Gramm). Letzterer ist das Maximum für die Kombo. Die Rute ist ja auf 12 Gramm ausgelegt. Durch den Mono-Puffer geht das aber gut.

Der 20er-Durchmesser ist einfach perfekt.

Der 20er-Durchmesser ist einfach perfekt.

 

Ich kann das Twitchen mit Ultegra Invisitec-Mono nur empfehlen. Denn:

  • Mono macht keinen Krach unter Wasser.
  • Die Fische sehen die Schnur nicht so gut wie Geflecht.
  • Die Dehnung beugt einem „Twitcharm“ (dem Pendant zum Tennisarm) vor.
  • Die Wobbler laufen natürlicher.
  • Die Bisserkennung ist absolut ok.
  • Die Wurfweiten sind super.
  • Und Ultegra ist echt geschmeidig. Tüddel gibt’s seit dem ersten Wurf nur, wenn der Wobbler gegen den Brückenpfeiler fliegt und das tut er erfreulicherweise nicht wirklich oft.

 

Und ansonsten? Der Kampf um die City-Zentimeter macht Laune!

Hat der schon über 25? Ich denke doch!

Hat der schon über 25? Ich denke doch!

Krass! Ein Ü30er!!! 35? Oder sogar mehr? Wir werden's nie erfahren...

Krass! Ein Ü30er!!! 35? Oder sogar mehr? Wir werden’s nie erfahren…

 

Vielleicht sieht man sich ja. Ihr erkennt mich bis auf weiters am schwarzen Trikot…

Johannes

Traumstart am Forellenbach

Am Samstag war Saisonauftakt am Brandenburger Truttenbach. Allerdings hatte der Hannes keine Zeit. Denn im Angelverein wurden die Boote zu Wasser gelassen. Einer der besten Termine im Jahr. Nicht nur weil er das nahende Ende der Barsch- und Hechtschonzeit ankündigt. Da wird dann auch immer ein Bier getrunken und angegrillt. Wobei ich kurz vor der Fleischausgabe abgehauen bin. Ich hatte noch einen zweiten Termin: Der fand auf meiner Couch statt. Abstiegskampf. Mein VfB musste in Augsburg ran. 1:0 verloren. Ein Gruselkick vom Feinsten. Der Finger war immer am Zapper. Nur schwer war’s zu ertragen, was die Roten da auf den Platz gezaubert haben. Sieht verdammt nach Relegation aus. Aber was interessiert euch das? So viele VfB-Fans wird’s hier nicht geben.

Nun ja. Ein bisschen was hat das Fußballspiel dann doch mit diesem Blog zu tun. Schließlich galt es, der emotionalen Schieflage entgegenzusteuern. Was ist da funktionaler als ein Spaziergang mit der Trutten-Flitsche? Und so sah ich mich am Sonntag zwischen 7 und 9 gezwungen, mein Forellentackle zusammenzusuchen, Spinner abzurüsten auf Einzel- und Doppelhaken, die Wobbler von einem Haken zu befreien etc. Schnur wollte ich auch noch umspulen. Aber erstmal ins Internet rein und das Wetter checken. Hmmmmm. Leichter Regen von jetzt bis mittags. Und dann auch noch Sonntag. An diesem zweiten Tag der Truttensaison sind bestimmt schon 150 Mann den Bach entlang gestiefelt. Mit Spinnern, Gummis und allem, was die Köderkisten hergeben. Und eigentlich wolltest Du doch Dir doch auch den Rücken freiarbeiten für nächste Woche, Alter!

Also die Truttenpläne ad acta gelegt, die entsprechenden Dokumente in Word aufgemacht und wieder Buchstaben und Zahlen in die Maschine geklopft. Dann ruft Jochen an. Die verkürzte Version eines 15-Minuten-Telefonats: „Wollte mich mal melden. War gestern Forellenangeln. Hatte nur 2. War aber erst nachmittgas da und habe gehört, dass morgens 50 Mann am Start waren. Es soll nicht mal mehr Parkplätze gegeben haben. Kein Wunder, dass da nix gebissen hat. Heute wird’s ähnlich sein. Habe trotzdem Bock. Kommste mit?“ „Ja. Klar. Wann?“ Um 15 Uhr waren wir am Bach, der eigentlich mehr ein Kanal ist.

Vorher habe ich mir noch kurz eine Frage beantwortet, die mich letzte Woche schon beschäftigt hat, die aber eigentlich keine Frage war: Baitcaster- oder Spinning-Gear? Ich habe so ne neue Aldebaran. Die hat noch keinen Wobbler geschmissen, geschweige denn einen Fisch gedrillt. Mit Schnur war sie schon bespult. Allerdings mit feiner Nanobraid. (Sieht nach 8er aus.) Und ich angel doch so gern mit Mono auf Forelle. Aber ich wollte auch sehen, wie leicht ich mit der Rolle und der Expride BFS werfen kann. Also das dünne Geflecht drauf lassen. Die Rute ist ja jetzt auch kein Besenstil.

Am Wasser angekommen die nächste Frage: Spinner, Gummi oder Wobbler? Klare Ansage: Countdown. Die ersten Würfe noch mit dem 7 cm-Modell. Das ging so gut, dass ich ein paar Würfe auf den 5er runtergegangen bin. Und dann Strecke machen. Immer schön stromauf werfen. Diagonal. Und nach 120 Metern war die Latte auf einmal krumm. Ein heftiger Drill. Kescher ausfahren. Einnetzen. Bingo!

trutte-countdown

Schrullig. Uraltes Konzept. Aber halt immer noch ein Bringer. Der 5 cm-Countdown in Gold-Schwarz mit dietelgetuntem Endeinzelhaken.

 

Nach dem Vermessen stand fest: Bachtrutten-Rekord mit 51 Zentimetern! Sensationell.

Ich angle seit 3 Jahren im Schnitt 10 Tage auf Forelle. So ein schöner Fisch war mir bis dato nicht vergönnt. Ein Auftakt nach Maß...

Ein Auftakt nach Maß: Ich angle seit 3 Jahren im Schnitt 10 Tage auf Forelle. So ein schöner Fisch war mir bis dato nicht vergönnt. Perfekt.

 

Ich hatte eigentlich mit Nachläufern, Anschiebern und Fehlbissen gerechnet. Aber nicht mit so einem Fisch. Schließlich bekommen die Forellen an den ersten Tagen der Saison richtig auf die Mütze. Naja. Das sollte dann ja auch so kommen. Einen Fisch fing ich noch. Dann war Sense.

alde-trutte

Macht sich echt gut am Bach. Schon cool, wenn man nicht umklappen muss und der Köder mit dem Auftreffen direkt losläuft…

 

Ein paar hatte ich noch kurz dran. Ansonsten durfte ich mich über schöne Würfe freuen, frische Luft und sogar ein paar Sonnenstrahlen.

Es hätte schlechter losgehen können. Dementsprechend motiviert bin ich für die nächsten Ausflüge. Jetzt aber schnell das Dokument wechseln. Die Arbeit ruft…

Bis die Tage!

Johannes

Longe Range Barsche

Hallo Leute,

am letzten Wochenende war ich mit meinem Kumpel Andy in Brandenburg unterwegs. Die Zielfische sollten Barsche sein. Gerade wenn es auf große Barsche gehen soll, ist Brandenburg ein wahres Paradies dafür. Die meisten Seen die ich dort befische sind oft nicht sehr groß, dafür aber sehr tief. Da viele dieser Seen teilweise mitten in den Wäldern liegen, ist oft auch ein weiter Fußmarsch erforderlich. Der größte Nachteil an solchen Gewässern ist, dass es in der Regel auch keine Boote zum auszuleihen gibt, so dass man diese Gewässer nur vom Ufer aus befischen kann.

Da die Barsche sich an solchen Seen oft auf der ganzen Wasserlinie verteilen, benötigt man Köder mit denen man schnell viel Wasserfläche und verschieden Wassertiefen absuchen kann. Und genau für diese Suche eignet sich der Storm So – Run Sinking Pencil super. Er ist eine sogenannter Stickbait der sinkend ist. Er ist ein extremer Weitwurfköder.

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Mit einer Göße von nur 8 cm wiegt er 18 Gr.

Köderführung ist sehr einfach. Am besten lässt man den Köder nach dem Auswerfen auf die gewünschte Tiefe absinken und Jerkt ihn dann mit kurzen Schlägen langsam wieder ein.

Wir konnten einige schöne Barsche am Wochenende mit dem Sinking Pencil überlisten.

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ntzznnbhjIhr müsst dem Storm So-Run Sinking Pencil mal eine Chance geben. Ihr werdet überrascht sein wie fängig er ist.

Danke fürs Vorbeischauen.

Bis bald.

BFS-Mono-Scatter-Shallow-Cranking

Gestern war ja ein extrem spannender Tag für mich. Für meinen Club ging‘s um alles im Abstiegskampf. Wie schon in den letzten beiden Spielen hieß es für den VfB: „Sieg oder raus aus der Liga.“ Seit ich fünf Jahre alt bin, nimmt der Verein mit dem roten Brustring enorm viel Raum ein in meinem Leben. Eigentlich bescheuert, seine Befindlichkeit an eine Sache zu koppeln, die man selber nicht beeinflussen kann. Eigentlich würde es ja schon riechen, wenn man den Launen der Fische ausgeliefert ist. Ich kann’s aber leider nicht mehr ändern. Und so galt es gestern Morgen die Zeit bis zum Spiel sinnvoll zu überbrücken und meinem Club positive Signale zu senden. Also raus aufs Wasser. Ein schöner Barsch wäre doch ein gutes Omen.

Neben den Arashis und Countdowns hatte ich zum ersten Mal den Scatter Rap Crank Shallow dabei. Der ist 9 Gramm schwer und sieht ulkig aus: Nicht nur wegen des treudoofen Blicks. Primär wegen dieser ultrakurzen gewölbten Tauchschaufel. Ich hatte ihn mit mitgenommen, weil ich einen wirklich flach laufenden Crank brauche mit dem ich in „meinem Kanal“ die Bereiche zwischen 1 und 1,5 m abscannen kann. Außerdem hat’s ja letztes Mal mit den Arashis ganz gut geklappt. Gute Voraussetzungen, um einen „neuen“ Crank auszutesten.

scatter-crank-shallow

Den habe ich mit meiner Expride gepaart. Auf der sitzt wiederum eine Aldebaran. Und auf der eine 20er Mono mit wenig Stretch (Technium).

scatter-crank

Schon beim Probewerfen am Steg machte das einen sehr guten Eindruck. Durch die kleine Schaufel und die kompakte Form ist der Wobbler ein echtes Weitwurfgeschoss. Die Experide lädt sich mit den 9 Gramm super auf. Und wenn man bei der Alde zwei Pins aktiviert, fliegt der Scatter Crank über den ganzen Kanal. Und wenn man ihn dann einkurbelt, wandert er hin und her, zeigt seine Flanke und bricht immer wieder aus. Ganz von allein. Das muss man echt gesehen haben. So eine Aktion hat kein anderer Crank auf dem Markt.

Im Prinzip war’s klar, dass diese Kombi meinen Angeltag dominieren würde. Ich fange unheimlich gern auf neue Köder. Und wenn ich dann noch Stoff für eine neue Story zusammenangeln könnte, würde ich das als ein doppelt gutes Omen fürs Spiel werten.

Also raus auf die Stadtspree. Da gab’s auf den Scatter Crank und den Arashi aber nur Fehlbisse. Und mit dem Countdown fing ich viele aber kleine Barsche. Außerdem ist mir das Wasser zu klar. Bei Sonnenschein kann man in 2 Meter Tiefe jeden Stein am Boden sehen. Das ist neu im Mai. Unheimlich. Unschön. Also weg von hier und rüber in den Kanal. Da ist es zwar ähnlich klar. Dafür gibt’s aber mehr Einstände im Schatten. Die galt es auszuangeln.

Auf dem wg dahin holte ich mir noch einen Barsch mit dem feuergrünen Arashi ab.

arschi-chartreuse

Im Kanal gab’s dann zunächst ein paar Fehlbisse auf die großen Cranks. Also mal ein Versuch mit dem Countdown. Der brachte dann auch gleich ein paar Fische.

countdown-barsch

Dann aber der Wechsel zurück auf den Scatter Rap Crank. Das sah einfach viel zu gut aus, hat sich viel zu schön geworfen und angefühlt, als dass man diesen Köder an dieser Kombo auf der Ersatzbank versauern lassen hätte können. Und dann kamen auch gleich die ersten Barsche. Darunter war auch der eine Barsch über 35 cm, den ich unbedingt fangen wollte, um für guten Spirit zu sorgen.

scatter-rap-crank-barsch scatter-crank3 scatter-crank2

Jetzt aber schnell nach Hause vor die Glotze!

homerun

Das Spiel lief dann erstmal schräg. 0:1 nach nicht mal 4 Minuten. Aber mit viel Einsatz haben „wir“ das dann ja noch gedreht und eine miese Saison zu einem versöhnlichen Ende gebracht.

jubel

Abstiegskampf ist echt brutal. Auch wenn’s unheimlich spannend war und jeder der letzten Samstage im wahrsten Sinne des Wortes voll gekickt hat, brauche ich nächstes Jahr nicht schon wieder. Ich werde mich im Mai, Juni, Juli und August anstrengen und viele fette Fische fangen, damit die Saison 2016/2017 unter einem guten Stern steht und wünsche den Jungs einen schönen Urlaub.

BFS-Spinnern am Forellenbach

Am Bach wird zielgenaues Werfen oft belohnt. Je näher der Köder an den Unterständen der Forellen vorbei läuft, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auf den Spinner stürzen. Die Trutten stehen gerne unter unterspülten Uferpartien, in oder unter Wurzeln der am Ufer stehenden Bäume oder unter in den Bach gestürztem Altholz. Also in direkter Ufernähe. Mit Schwimmwobblern kann man sich Zeit lassen beim Werfen und die Köder in die heißen Zonen dirigieren. Beim ufernahen Spinnern aber muss der Rotor nach dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche gleich loswirbeln, damit er nicht in Wurzeln, Ästen oder im Moosteppich auf den Steinen hängen bleibt. Bedeutet beim Angeln mit der Stationärrolle, dass der Bügel eigentlich schon vor dem Wasserkontakt umgeklappt sein muss. Außerdem muss die Schnur schon straff sein. Bei den vielen kurzen Würfen artet das schon fast in Wurfstress aus und mit der Zeit leidet da auch ein bisschen die Konzentration, so dass gegen Ende des Angeltages immer mehr Köder weiter oder kürzer fliegen als gewollt.
Deutlich praktischer ist da eine leichte Baitcast-Kombo. Denn die Baitcaster stoppt den Schnurlauf per Kurbelumdrehung. Außerdem kann man die Würfe sehr schön abstoppen und die Köder zentimetergenau platzieren.

bc-vorhand

Besonders exakt ist das Pitchen. Dabei lässt man den Köder aus der Hand starten und bewegt die Rute nur leicht nach oben. Der Spinner schwingt dann nach vorne. Mit ein bisschen Übung bekommt man so sehr schöne und vor allem flache Würfe hin und kann den Köder lautlos absetzen.

bc-pitchen
Sehr zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang die BFS-Kombo aus dem JDM-Programm. Namentlich die Aldebaran BFS und die Expride BFS. Dieses Gespann arbeitet ab 4 Gramm problemfrei – auch Einsteiger haben bei entsprechender Bremseinstellung (ich meine die Fliehkraftbremse, nicht die Sternbremse) keinen Tüddelterz.

bc-trutte1

bc-trutte2
Auf die Rolle kommt eine 20er Mono. Ich verwende eine 20er Technium, die gut ein Viertel weniger Dehnung hat als die meisten anderen Monos. Mit einer Tragkraft von 4,7 kg hält die nicht nur die Königin der Königinnen aller Bäche sicher am Band, sondern rupft auch zuverlässig die Spinner aus dem Holz. Seit ich von 16er auf 20er umgestiegen bin, habe ich jedenfalls noch keinen Köder verloren. Obwohl ich natürlich auch mit der Multi immer mal übers Ziel hinausschieße bzw. den Spinner auch oft zu hart am Hindernis fische. Hier machen sich übrigens Einzelhaken oder widerhakenbefreite Zwillingshaken gut.

vibrax-spinner
Sicher muss man sich keine BFS-Kombo kaufen, um erfolgreich mit dem Spinner zu angeln. Wenn man aber eine hat, muss die unbedingt auch mal an den Bach geführt werden. Das macht süchtig. Ich freu mich schon auf den nächsten Ausflug und lasse sicher bald wieder von mir hören.

bc-truttendrill3 bc-truttenexplosion bc-truttenlandung truttendrill1
Bis dahin wünsche ich euch immer eine Handbreit Trutte im Kescher!

Johannes