Spanien 3/2017: Was war mit den Barschen los?

Eigentlich hatte ich ja vor, jede Woche einen Rückblick über die jeweils vergangene Woche zu schreiben. Aber erstens waren die Angeltage lang und zweitens hatte ich Probleme mit dem Internetzugang. Und so kommt es, dass ich einen Bericht über die letzten 3 Wochen meines 4wöchigen Aufenthalts nachreiche. Die waren ganz schön toll. Und ziemlich angelintensiv. Weil dir meisten unserer Gäste „nur“ sechs Angeltage haben, wollen sie entsprechend Gas geben. Und so waren wir von morgens bis abends am Wasser.

Während ich die Leute meistens auf den oberen Stausee führte, auf dem ich allein im Zeitraum von März 2016 bis April 2017 knapp über 100 Intensiv-Angeltage verbracht habe, unternahm Dori Rafting-Touren auf Waller, ging mit den Jungs vom Ufer auf Waller und erleichterte ihnen auf den unteren Staustufen den Zugang zum Fisch. Manchmal trafen wir uns dann auch auf dem Mar de Aragon. Dort teilten wir uns Angelplätze und gelegentlich auch die Brotzeit.

Im Prinzip gestalteten sich die Wochen “auf meinem Boot” anglerisch ziemlich ähnlich: Bei phantastischem Wetter fingen wir am oberen Stausee zuverlässig unsere Fische, wobei wir deutlich mehr Zander hatten als Barsche.Und auch bei Dori’s Crews hat’s ordentlich geklappert.

Ich habe mich dazu entschlossen, euch einen nach Zielfischen aufgeteilten Dreiteiler anzubieten und mit den Barschen anzufangen, denen wir ausnahmslos am oberen Stausee (Embalse de Mequinenza, Mar de Aragon, Caspe Stausee – an Namen mangelt es jedenfalls nicht) nachgestellt haben.

Man muss es so sagen, wie es war: Das Barschangeln lief hier schon mal besser. Während wir vor 4 Jahren manchmal einen Dickbarsch nach dem nächsten ans Band bekamen, muss man heute um die Fische kämpfen. Ob das jetzt gut ist oder schlecht? Die Einschätzung bleibt jedem selbst überlassen. Ich mags eigentlich schon, wenn man sich die Fische erarbeiten muss. Würde ich jetzt jeden Tag einen Barsch nach dem nächsten fangen, wäre es mir nach 2 Tagen langweilig. Ok. Nach 3. So hat man sich aber über jeden Fisch gefreut. Und es ist ja nicht so, dass man nicht jeden Tag ein paar Murmeln gefangen hätte, wenn man sich auf die rotflossigen Streifenträger konzentriert hat. Ab und an, gab’s dann auch mal eine Serie.

War es Sandros erster Fisch auf dem See? Ich weiß es nicht, …

… auf jeden Fall hatten wir hier eine Serie mit zünftigem Doppelschlag.

Stellt sich die Frage, warum man weniger Barsche fängt. Was da vor ein paar Jahren passiert ist, ist ja wie ein Naturwunder. Plötzlich waren Barsche da. Überall. Und gleich in guten Größen. Dann wurde es immer besser. Kaum waren sie da, wurden auch schon 48er und 49er gefangen. Von 50ern hat man nicht so viel gehört. Aber das war ja nur eine Frage der Zeit, bis die dann regelmäßig kommen sollten.Pustekuchen. Nach dem Peak vor ca. 4 oder 5 Jahren, ist ein Einbruch zu verzeichnen. Zwar ist das Mar de Aragon immer noch ein Ausnahme-Barschgewässer. Aber ins Boot springen sie einem nicht. Zumindest nicht, wenn man sich an die Regeln hält (Köderfischverbot).

Smiling faces everywhere. Wie solls auch anders sein, bei der Aussicht?!

Wobei man auch ganz schön schräg gucken kann, wenn man abeumelt.

Mal knallrot, mal orange. Das liegt dann am Futter. Je ROT, desto KREBS.

Voll weggezimmert. Ganz schön aggro…

Was ne Murmel, oder?

Da gibt’s nun viele Theorien, von denen sicher mehrere zutreffen: a. Die Barsche werden nicht dümmer. Sie werden stark befischt und kennen den Trick mit den Kunstködern langsam in- und auswendig. b. Die Waller fressen immer mehr Barsche. Beim Klopfen ist ein Barsch wohl einer der Topköder. c. Die Schlachter-Brigaden aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien, Rumänien, Russland etc. (ja, wir sind da auch ganz vorne mit dabei) kennen keine Gnade und hauen alles platt, was ihnen an den Haken geht. Auch an einem Großgewässer macht sich das dann irgendwann bemerkbar. d. Im Frühjahr haben die Barsche manchmal was anderes im Kopf als Fressen. Und wenn weniger Fische da sind, wird’s halt schwerer, die Burschen zu finden, die sich noch nicht um den Nachwuchs kümmern. e. Nachdem nun ausgedünnt wurde, wird’s hier – wie überall sonst – gute Barschjahre geben und schlechtere. f. Die Langleinen- und Netzfischer habe ich vergessen. Da gibt’s Leute, die hier massiv schwarz fischen (nicht angeln), um die Filets dann in der Heimat zu verscherbeln. g. Die Spanier sind eigentlich froh, wenn der Barschbestand zurückgedrängt wird, weil dann der Bass wieder stärker aufkommt. So richtig aufregen tut sich da also kein Einheimischer, wenn die roten Flossen aus den Fischkisten rausschauen.

Nun denn. Wie gesagt: Der obere Stausee ist immer noch ein Barsch-Eldorado. Das ist Jammen auf allerhöchstem Niveau.

Die Top-Methode dieses Jahr? Ganz klar. Gummi am Jig. Texas-Rig lief deutlich schlechter. Das Rubbern habe ich bald eingestellt. Es galt wirklich, Strecke zu machen und die aktiven Fische zu suchen. Also lieber ein paar Gramm mehr vor dem Gummi als zu leicht gefischt. Und wenn die Dickies dann darufgescheppert sind, hat’s richtig hart geklingelt in der Rute.

10 Streifen? Ganz schön schön!

Texas KemKem – das ging manchmal gut. Die Mehrzahl der Fische fingen wir aber konventionell mit Shads am Jig.

Mann, ist der dick Mann…

Was ein Wetter – was ein Barsch!

Jaja. Man fährt da halt nicht nur wegen der Fische hin. So ein bisschen Sonne tut extrem gut nach dem grauen Winter im dicken B.

 

Im nächsten Teil geht’s um die Zander. Und da wird’s dann deutlich optimistischer. Die Zettis waren nämlich außer Rand und Band…

Wenn ihr euch über die Touren im Jahr 2018 informieren wollt, könnt ihr das auf meiner Website spinn-angeln.de gern tun. Auch im Frühjahr 2018 bieten Dori und ich eine Gruppenreise an.

Havel-Barsche

Hallo Leute,

am vergangenen Sonntag ging es mit meinem Kumpel Bernd endlich mal wieder auf die Havel zum Barschangeln. In den letzten Wochen wurden relativ viele und große Barsche in der Havel gefangen. Das Problem war nur, sie zu finden und gezielt zu befischen, da sich die Fische schon teilweise in sehr tiefes Wasser verzogen haben. Da größte Problem war aber, dass sich die Fische nicht direkt am Grund sondern ca. 2 m über den Grund aufhieten. Und bei einer Wassertiefe von fast 10 Metern war das Befsichen dann gar nicht so leicht. Um Köder in solch einer Wassertiefe am besten  kontrollieren zu können, sollte die Rute mindestens eine Länge von 2,40m haben. Ich verwende dafür eine Fireblood in 2,40 mit einem Wurfgewicht bis 35 Gr. Der Stock ist einfach nur der Wahnsinn!!

Als Köder  kann man natürlich normale Gummifische am Jig benutzen, aber wenn – wie im unseren Fall – auch noch eine sehr starke Strömung herrscht, sind Jigs nicht die beste Lösung . Durch den Strömungsdruck kommt man oft nicht schnell genug auf die gewünschte Tiefe. Und je länger der Köder nach unten braucht, desto weiter treibt er mit der Strömung ab. Natürlich könnte man den Jig einfach sehr schwer wählen, aber dadurch bekommt man sehr viele Fehlbisse. Deswegen eignen sich für diese Art der Fischerei am besten Köder die sehr klein und kompakt sind wie z.B.  Zocker, Zikaden usw.  Irgendwie komisch, in diesem Jahr hab ich mehr Barsche mit Metallködern wie Spinner, Blinker und Zocker gefangen als mit dem Gummifisch.

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Danke fürs Vorbeischauen, bis bald.

Kubanische Schwarzbarsche

Hallo Leute,

seit 4 Jahren fahre ich nun jeden Winter nach Kuba zum Angeln und jedes Mal bin ich aufs Neue überrascht was man hier erlebt. Worte und Fotos können nur schwer wiedergeben, was man hier alles so erlebt. Jedes Mal, wenn ich wieder in Deutschland bin, frage ich mich ob das nur ein Traum war. Normalerweise versuche ich auf Kuba im Salzwasser und im Süßwasser zu Fischen, aber da wir in diesem sehr viel Pech mit dem Wetter hatten, mussten die Ausflüge zum Meeresfischen leider immer wieder ausfallen lassen. Aufgrund der extrem schwankenden Temperaturen war das Angeln auch nicht gerade leicht. Wir mussten viele verschieden Köder und Techniken ausprobieren um überhaupt ein paar Fische zu fangen. Es war jeden Tag anders. Mal fingen wir die Fische direkt an der Oberfläche mit sogenannten Propeller Wobblern, und am Nächsten Tag mit tieflaufenden Crankbaits. Es war oft sehr schwierig, wenn wir aber den passenden Köder gefunden hatten ging oft die Post ab.

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Geregnet hat es fast jeden Tag.

Wir mussten jede Regenpause zum Angeln nutzen.

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Gleich geht der Regen wieder los.

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So sah das Wetter an den guten Tagen aus.

Wenn die Sonne mal rauskam, fingen wir aber dafür sofort Fische.

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Der größte Fisch mit 12 Pfund.

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Normalerweise gehören solche Fische zur Tagesordnung, aber bei den schlechten Bedigungen freut man sich über jeden Fisch doppelt.

Je nach Stelle die wir befischten, änderten sich auch die Erfolgsköder.

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An solchen Stellen konnten wir mit den folgenden Ködern punkten:

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Die Rapala X-Rap Props. Die X-Rap Props sind Oberflächenköder die mit ihren beiden Edelstahl-Propeller auf der Wasseroberfläche kreisen und daurch einen starken Lärm und Splash erzeugen.

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Die Rapala Weedless Shads

Der am Rücken sitzende Einzelhaken wird von einem Drahtarm abgedeckt. So schlüpft er durchs Schilf, Seerosenfelder und Krautbetten, ohne Salat einzusammeln. Die harte Schaufel verleiht diesem Wobbler eine lebhafte Aktion. Dank des schlanken Profils bewegt er sich fast widerstandslos durchs Wasser. Zusätzlich erzeugt er mit seinen Rasseln für einen unwiederstehlichen Sound. Wenn man ihn an gespannter Schnur fallen lässt, schwimmt er wie ein Fischchen Richtung Grund.

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Wenn wir an steilen Kanten mit felsigem Untergrund fischten, benutzten wir Köder die eine Etage tiefer liefen.

IMG_1759Die Storm Arashi Rattling Deep 7 cm und Rattling Flats in 5,5cm.

Dem Rattling Deep gibt es in 3 Ausführungen:

6,6cm mit eine Lauftiefe von ca. 3,30m in 16g.

7,0cm mit einer Lauftiefe vom ca. 5,50m in 22g.

9,0cm mit einer Lauftiefe von ca. 7,50m in 32g.

Den Ratling Fat gibt es nur in 5,5cm mit einer Lauftiefe von ca. 2,30m in 12,50g.

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Twitchbaits waren aber an manchen Tagen auch sehr gut. Der Rapala MaxRap Fat Minnow in 9cm sowie die Shadow Rap Deeps in 11cm.

 

Langsam geht es ja hier mit den Temperaturen auch wieder Bergauf, mal sehen auf welche Fische es dann hier geht. Ich werde Berichten.

bis bald.

 

Defensive Führung – aggressive Bisse !!!

Die ersten Nächte mit Minusgraden zeigen Wirkung. Das Wasser wird nun allmählich wirklich kälter. Das registrieren auch die Fische. Wenn man z.B. im glasklaren Spreewasser die Kleinfische beobachtet, befinden die sich in einer Art Schockstarre. Da wird nicht mehr gearbeitet als unbedingt nötig. Wenn man seine Köderführung jetzt nicht anpasst und ein bisschen langsamer wird in der Präsentation, wird’s schwer, auch nur eine rote Flosse zu sehen.

Wenn man alles richtig macht und zur rechten Zeit am rechten Ort ist, kann’s aber richtig knallen in der Rute. Meine Lieblingsdisziplinen derzeit:

Suspendern mit dem kleinen X-Rap in Ayu: Das bringt oft am meisten Fisch, wenn auch nicht die ganz großen. Zwei softe Twitches. Dann ein lange Pause. Zack. Zugriff!

x-rap-barsch

Bouncen mit dem Max Rap Fat Shad: Wenn die Barsche am Boden kleben, rasiere ich den Grund mit dem recht tief laufenden Max Rap Fat Shad im Zeitlupentempo. Also erst schnell runterkurbeln und dann im Schneckentempo über den Grund hämmern lassen.

bounce-barsch

Finesse-Gummi-Zittern: An glanz leichten Bleiköpfen werden die Gummis an superfeinem Gerät (z.B. Stradic SSTR61L, 1000er Rarenium, 6er Nanobraid) um die Weißfischschwärme gewackelt (Rutenspitze zittert permanent).

zittern

Manchmal beißen dann Rotaugen zu.

spree-wacklerin
Manchmal aber auch schöne Barsche.

bounce-barsch2 zitter-barschDie Bisse sind oft übrigens wesentlich aggressiver als die angesagte Gangart vermuten lässt. Also: Es wird kalt Leute, aber aufgeben gilt nicht. Für mich geht’s jetzt erst so richtig los an Havel und Spree!

Ein dickes Fell wünscht euch

Johannes