Stachelritter-Cup beim Team Bodden-Angeln

Jedes Jahr veranstaltet das Team Boddenangeln mit Unterstützung von Shimano in der letzten Augustwoche den Stachelritter-Cup. Die Veranstaltung geht über 3 Tage. Die 18 Teilnehmer werden auf 6 Boote aufgeteilt, auf denen jeweils ein Kapitän steht. 5 Kapitäne sind ein Guide vom Team Bodden-Angeln. Ein Mietboot fahre ich. Und auch wenn ich nicht über die Platzkenntnis wie die Bodden-Angler verfüge, lassen sich die Menschen ganz gern von mir über den Bodden kutschieren. Die Barschfreunde müssen eigentlich gar nichts mitbringen – außer Stahlvorfächern und Fluorocarbon, weil Shimano immer ein großzügiges Köderpaket stellt, das Mathias Fuhrmann und ich „mit viel Liebe“ konfektioniere und jedes Boot mit Ruten und Rollen ausstatten.

Das diesjährige Starterpaket – eine Mischung aus Hard- und Softbaits plus Flitz-Jigs.

Auch diese wählen wir mit Bedacht aus. Es handelt sich um Barschgerät, mit dem man aber eben auch einen Hecht drillen können muss. Letztere Eigenschaft ist nicht ganz unwichtig. Denn Hechte gibt’s immer reichlich als Beifang. So auch in diesem Jahr. Da hatten die Techniums und Nascis ganz schön was zu tun.

Heiko mit einem Hecht auf den Starterpaket-Kombo aus Flitzjig und SoRun-Gummi (STORM).

Was Heiko kann, kann Timo auch. Wieder ein schöner Hecht auf den Set-GuFi.

Sandro hat hechttechnisch voll zugeschlagen.

Hechtmagnet Matze – wo der aufschlägt, gibt’s Zahnschmerzen.

Markus mit schönem Hecht bei Ententeich. das muss am Samstagmorgen gewesen sein.

Der Zielfisch ist aber nun einmal der Barsch. Von denen wurden wir an manchen Spots teilweise überrannt. Schöne Durchschnittsgrößen.

Waldemar lag die Besatzung am Samstag zu Füßen. Keiner fängt die Barsche schneller als er. Sein Rekord: 21 Würfe – 21 Barsche. Muss man erst mal nachmachen…

Prächtige Barsche, hinter denen man sich einigermaßen gut verstecken kann.

Barsch am STORM-Flitz-Jig mit Spike-Tail.

Sandro kann nicht nur Hecht, sondern auch 40er-Barsch!

Und zwar gleich zweimal.

Augsburg kann auch Barsch…

… und zwar bei Wind und spiegelglatter See.

Sonne im Gesicht. Prachtbarsch in der Hand. So muss es sein beim Stachelritter-Cup.

Jörg mit Sturmbarsch. War echt ganz schön windig größtenteils.

Der Vaddi hat auch mitgemacht. Die großen Fische haben diesmal aber die anderen erwischt. Es sei ihnen gegönnt.

Die besten Fische waren 47 und 46 Zentimeter lang.

War das der 47er von Timo? Den 46er von Sebastian hab ich nicht auf Bild. So viele Boote udn Fotografen – da geht schon mal das eine oder andere Bild unter…

Ihr seht schon – es hat gebissen, dass es kracht. davon zeugen auch diese Bilder hier:

Alex und Lars mit Doppelbarsch.

Matze und Sebastian mit besserem Doppelbarsch.

Karlheinz und Hecht-Matze mit Barschhecht.

Wir (Matze Fuhrmann, das Team Bodden-Angeln, Shimano und ich) bedanken uns bei allen Teilnehmern…

… und freuen uns schon auf den Stachelrittercup 2018!

Johannes

Spanien 3/2017: Entfesselte Zander

Ich habe mich im letzten Bericht ja ein bisschen zur Barsch-Situation geäußert und dabei anklingen lassen, dass die Maßlosigkeit dazu geführt haben könnte, dass dem Barsch-Wunder Grenzen gesetzt wurden. Nicht dass man nicht jeden Tag seine Fische gefangen hätte. Doch vergleichsweise ging es zäh. Ganz anders an der Zanderfront und vielleicht widerlegen die Zettis ja auch meine These, denn auch wenn einzelnen Fischarten hier richtig doll auf die Schuppen gerückt wird, scheint das Gewässer mit brutaler Produktivität entgegenzuhalten. Von Mitte März bis weit in den April stehen nämlich besonders die Zander stark unter Beschuss. So werden hier jedes Jahr tonnenweise Zander entnommen – leider oft kurz vor oder nach dem Ablaichen. Und trotzdem wird es wenig Gewässer mit einem derartigen Zanderbestand geben. Der ist natürlich Schwankungen unterworfen, die zum Teil mit den Laicherfolgen zu tun haben. Die fallen von Saison zu Saison unterschiedlich aus. Das liegt z.B. daran, dass wir es mit einer Talsperre zu tun haben, in die im Frühjahr viel Wasser läuft, wenn es in Nord-West-Spanien kräftig regnet. Das Hochwasser wird zwar über die Staumauern kontrolliert, oft kommt da aber viel Sediment mit, das es sich auf den Zandernestern absetzt und die Eier platt macht. Flach angesetzte Nester liegen ein paar Tage nach Errichtung auch mal trocken oder eben zu tief, als dass da genug Licht und Sauerstoff rankommen könnte. Zwar laichen nicht alle Fische auf einmal und durch die Größe und die vielen sicheren Laichplätze produziert der See jedes Jahr Zandernachwuchs – neben den Anglern hat auf jeden Fall auch das Wetter einen Einfluss darauf, wie viel Zanderbrut in einer Saison hochkommt.

Doppeldrills beim Zanderangeln? Normal.

In den letzten drei Jahren müssen ideale Bedingungen geherrscht haben. Denn was hier an 40ern bis 60ern unterwegs ist, ist einfach gigantisch. Man stelle sich mal vor, dass das Gros der Zettis abwachsen dürfte… Dürfen sie eigentlich nicht. Und trotzdem fängt man neben den kleineren Fischen auch immer wieder gute Exemplare. Dass auf die Barschköder nicht exklusiv die dicken Zander gehen, ist ja klar. Wenn man aber ein bisschen größer angelt, werden auch die Fische größer. Wobei der größte Zander am oberen Stausee (82 cm) im Freiwasser über 10 m Wassertiefe auf einen 6cm-Twitchabit kam.

Die neue Mütze perfekt eingeweiht.

Als ich am Anfang in den Angelladen kam und man mir erzählte „Easy fishing, Johannes! 50 Zander per day. Easy.“, hatte ich das fast ein bisschen angezweifelt. Das erinnert ja fast an alte Mythen aus den 80ern und 90ern. Und anfangs haben wir uns auch ein bisschen schwer getan, die Fische zu lokalisieren. Als wir das Standplatzrätsel aber geknackt hatten, waren wirklich jeden Tag 30 bis 50 Fische im Boot. Dazu gab’s dann immer noch reichlich Fehlbisse und den einen oder anderen Aussteiger. Fishaction satt.

In der ersten Woche haben wir uns noch ein bisschen schwer getan mit den Zandern.

Im Vergleich zu daheim aber…

… lief es auch in dieser Woche …

… gar nicht so schlecht. …

… Auch wenn der schönste Fisch kurz vorm Landern ausgestiegen ist.

Insgesamt toll: Eigentlich haben wir an jedem Tag schöne Fische gefangen.

Das hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht.

Und jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass es immer besser wurde.

So macht Barschangeln Spaß 🙂

Der letzte Fisch des Abends. Ein herrlicher Ausklang eines perfekten Angeltages, den Norman, Hoffi und ich nicht vergessen werden. Was da alles los war…

Soweit zur Zanderangelei am oberen Stausee. Unten fängt man traditionell ein bisschen weniger. Dafür sind die Fische oft ein bisschen größer.

Der hier kam auf den ersten Wurf des Tages. Ein satter Biss auf T-Rig mit Tube.

Schattenmann mit Zetti.

Auch in Spanien kracht es nicht auf Ansage. Aber seine Zander fängt man eigentlich immer.

Da hat der Dori aber schön fotografiert!

Unser Barsch-Professor ist auch ein Drachko-Experte.

 

Wir finden es schön da unten. Vor allem am Wochenende, wo oben viele Spanier auf Schwarzbarsch fischen, herrscht da dann deutlich weniger Betrieb als auf dem oberen Stausee, so dass wir samstags und sonntags schon mal prinzipiell lieber vor der Haustür fischen. (Unsere Unterkunft, das Casa Rio von Jürgen Stegherr, liegt direkt am unteren Stausee.)

Wo wir angeln, können wir dank unseres breit aufgestellten Fuhrparks frei entscheiden. Zander gibt’s jedenfalls überall. Mal mehr. Mal weniger. Auf einen Biss muss man aber immer vorbereitet sein.

Zandro macht seinem Namen alle Ehre…

Mehrheitlich fischten wir mit Gummi am Bleikopf. Wobei ich mit meinen Gästen Zandro und B-Jörg ein kleines Finesse-Battle ausgefochten habe, in dessen Verlauf sich herausstellte, dass die Zettis auch sehr gut auf ShakyHead, Carolina- und T-Rig reagieren. Und so konnten sich die Jungs noch reichlich Finesse-Skills aneignen, die an heimischen und holländischen Gewässern sicher noch ausgebaut werden. Das ist eine der guten Sachen hier: Aufgrund des guten Fischbestandes und der Tatsache, dass man hier Fische beangelt, die auch daheim vorkommen, kann man die Erkenntnisse bzw. das frisch erlangte Vertrauen in bis dahin stiefmütterlich behandelte Methoden dann auch in Deutschland oder Österreich umsetzen. Einsteiger können sich richtig reinarbeiten in die Jiggerei und dann auch entschlossen anschlagen, wenn es in der Rute zuckt. Den Anschlagreflex kann man sich aufgrund der doch beachtlichen Bissfrequenz vor Ort jedenfalls sehr gut antrainieren.

Zwar hatten wir oben teilweise auch eine hohe Wallerfrequenz und auch große Fische dran. Unterhalb der großen Staumauer sind Großwallerkontakte häufiger, so dass man sich auch gerätetechnisch auf brachiale Drills einstellen muss. Der größte Wels, der aufs Zandergerät kam, war 2,60 m lang. Also echt. Zweimetersechzig. Zwei. Sechs. Null. Irre.

Der Wahnsinn in Wallerform.

 

Aber davon mehr im nächsten Teil, in dem es um die Waller geht…

Wenn ihr euch über die Touren im Jahr 2018 informieren wollt, könnt ihr das auf meiner Website spinn-angeln.de gern tun. Auch im Frühjahr 2018 bieten Dori und ich eine Gruppenreise an.

Dori & Hannes in Spain 1: Tolle Fische und perfektes Wetter

Hintergrundinfo: Unser Obelix aus Oberbayern (Don Dori) und ich bieten Gruppenreisen nach Spanien (Mequinenza) an. Wir betreuen unsere Gäste von morgens bis nachts, gehen mit ihnen angeln,…

Wir fahren mit dem Boot,…

… fischen vom Ufer…

…und Dori rudert die Gäste zum Wels. In diesem Fall den Poppi zu einem 2,22er.

… servieren köstliche Speisen,…

Für die Bällchen im Speckmantelwaren Roman und Holger verantwortlich. Ich habe den Salat zubereitet.

Zum Abschluss gibt’s immer eine Montser-Paella-Pfanne von Rosa Stegherr.

… führen sie ins mequinenzanische Nachleben ein…

Echt chillig bei uns.

… und erleichtern sie beim Pokern um einen Teil ihrer Gummifische.

Keiner blufft besser – bis jetzt.

(Ok. Ganz selten gewinnt mal jemand anderes als ich. Mit meinem erpokerten Gummifischvorrat könnte ich aber schon eine Woche im Hänger fischen, ohne in Köder-Verlegenheit zu geraten. )

Heute haben unsere ersten Gäste den Heimweg antreten müssen. Während Poppi, Werner, Roman und Holger den Heimweg antreten, haben wir schon für die nächsten Leute (Manfred, Sandro, Jörg, Peter und Steffi) eingekauft. Aktuell dröhnt der Staubsauger hinter mir (nein, der Dori saugt nicht – das übernimmt die Hausherrin), so dass unsere Freunde aus Woche 2 ein perfektes Zuhause vorfinden. Leider wird sich das pornöse Wetter (gestern, vorgestern und heute hat die Quecksilbersäule im Thermometer bei knapp 30 Grad angeschlagen) nicht halten. Wind habe sie angesagt, einen Temperatursturz um 15 Grad und sogar Regen. Da Sandro aber schon am Flughafen ist, warte ich mit scharrenden Hufen auf ihn, um ihn gleich noch auf eine Halbtagssession mit rauszunehmen. Er darf sich auf knackige Bisse einstellen. Denn so langsam habe ich ein paar sichere Spots auf Tasche.

Ich will los!

Ich möchte gar nicht so tun, als würde man hier er kommen und die Fische wie Mohrrüben auf dem Wasser pflücken. Abends glühen die Drähte in meinem Hirn ganz ordentlich, weil ich mir ttagsüber konstant eine Platte machen muss, wie ich welchen Platz anfische. Und wann und mit welchem Köder und so weiter.

Dem Dori geht’s da natürlich ähnlich. Wir wollen ja das Beste für unsere Gäste rausholen. Dafür müssen die Männer aus Woche 1 natürlich hart kämpfen. Ein bisschen mehr als die in Woche 2 vielleicht. Wir können den Jungs ein super Zeugnis aussprechen und danken auf diesem Weg für den Einsatz, die Geduld und Zuversicht und die Unterstützung. Super gefischt! Super gekocht! Super gekartet! Superviel gelacht. So muss es sein! Und sehr ordentliche Fische habt ihr doch auch gefangen, Holger, Werner, Roman und Andi!

Wenn der Holger einen Fisch fängt…

… muss der schon verdammt groß sein,…

… damit er nach was aussieht.

Da hat’s der Roman einfacher. Wobei der Barsch auch wirklich groß war bzw. ist.

Keep smiling – auch wenn die Sonne scheint, die Zettis beißen und auch sonst alles sch…e ist.

00Zander: Poppi mit einem Fisch, den wir beim Driften erwischt haben.

Das war der beste Zander aus Woche 1. Der ging kurz vor der Landung verloren, weil der Poppi schon bei den Regieanweisungen fürs Foto war und ganz kurz die Leine schlaff werden ließ. Halb so wild…

… Was gut ist, kommt wieder. Und wenn’s ein fetter Barsch ist, ist das auch ok.

Werner mit Zander. Das passt zusammen wie Ar… auf Eimer.

Ich melde mich sicher nächste Woche noch einmal. Allerspätestens mit dem Fazit aus Woche 2!

Hasta la proxima!

Johannes

Der Dickbarsch-Countdown läuft…

Herrlich. Eklig ist es da draußen. Überall liegen die doofen Streusteine auf den Gehwegen. Es knirscht bei jedem Schritt. Mal regnet es. Mal nicht. Die Sonne versteckt sich. Auf der Spree liegt teilweise noch Eis. Ich bin zur Büroarbeit verdammt, schreibe Artikel, plane Usertreffen, überlege, ob ich meine Wohnung endlich mal renoviere, verwerfe das dann aber wieder, weil es wird ja zeitlich zu eng. Der Dickbarsch-Countdown läuft doch schon. In 12 Tagen, ok, in 12 1/2 Tagen, stehe ich auf dem Wasser. Und ca. 47 Minuten später halte ich den ersten 40er der ersten Spanien-Session in den Händen. Ungefähr so wird er aussehen.

Einen schönen Biss wird er geben. Ich ahne schon, dass er aufs T-Rig kommt. Einen Krebs wird er sich reinziehen. Heute morgen habe ich die Rute für diese Aktion vorbereitet. Es wird die Poison Adrena 166 M sein. Gepaart mit einer Metanium DC. 8 lb-Fluorocarbon habe ich auf das schicke Teil gespult. Ich will’s nochmal wissen mit FC als Hauptschnur. Und wenn das mit dem T-Rig und der Bisserkennung und den Anschlägen und der Rute und dem FC irgendwie doch nix wird, nehme ich die Kombo zum Twitchen, Cranken und Spinnerbaiten. Ach wird das herrlich werden. Rubber-Jigs werde ich auch schmeißen. Und dann wird noch einer reinrummsen. So einer wie der hier. Jawoll.

Ich bin da ja dann nicht allein unterwegs. Der Dori wird auch dabei sein. Wie schön! Und dann haben wir ja noch Guidinggäste, die 7 Tage mit uns im selben Haus wohnen und nicht nur mit uns angeln, sondern beim Pokern um ein paar Gummifische erleichtert werden. Beim Skat können wir den Dori dann schön ärgern. Der muss auch für uns grillen und alle Obelix-Jobs erledigen. Zack. Da hängt schon wieder einer. Diesmal kam er vom Ufer. Auf volle Distanz. Gut, dass ich den Weitwurfstecken auch dabei habe.

Das Leben ist so schön! Gerade im Februar in Berlin. Ein einziger Gedanke trübt meine gute Laune. Und zwar der, dass ihr nicht alle mitkommen könnt. Aber man kann nicht alles haben. Peng. Noch einer? Jetzt wird’s aber langsam unverschämt! Hoppla. Ausgestiegen. Gibt’s ja nicht. Also am FC-Anhieb muss ich echt noch arbeiten…

Bis bald! Dann heißt’s wieder „Hasta pronto, amigos!“

Johannes

Yasei Seabass – die Kurze zum Jiggen

Viele Angler – gerade Bootsangler – fischen auf Zander gern mit relativ kurzen, leichten aber brettharten Ruten mit denen sie die Gummis aus dem Handgelenk beschleunigen können.

Die Yasei Seabass (SYABA21MH) in 2,10 m Länge mit einem WG von 10 bis 50 Gramm konnte ich mir damals gut als  Zander-  und Dickbarsch-Stock vorstellen und war mir auch einigermaßen sicher, dass Dustin das ähnlich sehen würde. Schließlich wartet die kürzeste Rute aus der Seabass-Serie mit allem auf, was sich ein Jigger wünscht: Der dünne Blank steht wie eine Eins. Der zweigeteilte Griff aus schwarzem Moosgummi passt optisch perfekt zum Blank-Design und geht bis knapp zum Ellenbogen. Die Ringe liegen eng am Blank an und leiten jeder Zupper in den Stock weiter. Mit 145 Gramm ist die Rute auch sehr leicht. Und am Wasser stellte sich dann heraus, dass es sich tatsächlich um eine Wurfmaschine handelt, wie es im Katalog steht.

Zudem passt sie sehr gut zu Dustins alter Stradic mit der Doppelkurbel (die man mal wieder frisch bespulen könnte).

Seabass und 2500er Stradic - das passt.

Seabass und 2500er Stradic – das passt.

Und gefangen hat er damit auch ganz gut – wobei wir unter schweren Bedingungen fischen mussten. Zunächst einmal galt es einen Trailer-Schaden (Radlager) reparieren zu lassen. Dann ausgerissene Kabel (wir hatten die Anhängerkupplung abgekoppelt, aber nicht den Stecker gezogen) anzulöten, um dann gegen Wind und Kälte und beißfaule Zander ankämpfen zu müssen. War aber größtenteils trotzdem recht lustig.

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Seabass im Zanderdrill.

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Dustin mit einem seiner ersten Seabass-Zander.

Und noch ein Zander.

Und noch ein Zander.

Zugegebenermaßen waren's nicht die ganz großen Burschen. Aber wir waren froh, überhaupt ein paar Bisse zu bekommen.

Zugegebenermaßen waren’s nicht die ganz großen Burschen. Aber wir waren froh, überhaupt ein paar Bisse zu bekommen.

Solltet ihr also auf der Suche nach einer kurzen Zander-, Großbarsch- oder leichten Hecht-Rute sein, lohnt es sich, mal in die Wolfsbarsch-Abteilung abzubiegen. Die Yasei Seabass wird euch sicher gut gefallen.

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Angeljahresrückblick 2015

Aktuell liege ich ziemlich viel auf der Couch rum, um eine Erkältung auszukurieren. Und auch um neue Kraft zu tanken für das Angeljahr 2016, das mit vielen Ereignissen aufwartet. Mindestens 2 Spanien-Exkursionen sind geplant. Ganz viel in Holland will ich angeln, u.a. weil ich mit Dustin viele Folgen für unseren neuen Youtube-Kanal „BATV“ abdrehen will. Aber auch wegen der dicken Barsche. Sommerurlaub? Keine Ahnung. Wird man sehen. Mein Kalender ist außerdem schon prall gefüllt mit Hausmesseterminen. Da geht’s schon im Januar zur Sache. Aber Moment. War die Phase zwischen den Jahren nicht immer die Zeit zum Durchschnaufen und Zurückschauen. Und steht da oben nicht fett was von „Angeljahresrückblick“. Also lieber Johannes. Dann halt mal die Luft an und schau mal, was dieses Jahr so alles rausgekommen ist. Hier ein paar Highlights:

 

Spanien-Trip mit Dori, Jan und Co.

Traditionell haue ich Anfang März nach Spanien ab, weil ich keinen Bock mehr auf den Winter habe. Dies ist für mich – neben dem Sommerurlaub mit meiner Freundin – der wichtigste Trip des Jahres. Sonne, dicke Barsche, ein paar Zander und ab und an ein Waller. Das ist die ideale Mische für einen gelungeneren Jahreseinstieg – wenn bis dahin noch nix passiert ist.

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Forellensaison

Kaum aus Spanien zurück, muss man auch schon das Trutten-Tackle scharf machen. Jetzt werden die Weißbrot/Rioja-Pfunde abgearbeitet. So gut es geht. Macht mir mega Spaß. Auch wenn wir hier bei uns nur in besetzten Bächen und Gräben angeln.

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Spreesaison

Im vorletzten Jahr habe ich auf der Spree richtig gut Zander gefangen. In diesem Jahr hatte ich keinen richtigen Draht zum Lieblingsfisch No. 2 gefunden. Zumindest nicht auf der Spree. Dafür lief‘s mit den Barschen einigermaßen. Viel Spaß hat mir vor allem das Cranken und Scatter-Rappen im Mai, Juni, Juli und September gemacht. Aber auch die Rubberjiggerei.

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Brandenburg-Trips

Im Sommer (und nicht nur dann) schreien unsere vielen Seen danach, befischt zu werden. Man weiß gar nicht, welchen mal zuerst befischen soll. Die Seenwahl richtet sich dann meistens nach dem Zielfisch bzw. auch nach dem Testgerät, das man gerade neu geschickt bekommen hat. Oder auch nach dem Artikel, den man für die Angelzeitung plant. Gern bin ich hier auch mal mit dem Ruderboot unterwegs. Die Ruhe auf so einem See mit Motor-Verbot ist einfach überwältigend und manchmal mehr wert als jeder dicke Fisch. Ich bin auch mit 30er Barschen, 50er Zandern und 60er Hechten happy, wenn das Ambiente stimmt.

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„Street“-Fishing

Eine Weile lang bin ich fast jeden Morgen an die Spree getiegert, um dort ultrafein auf Barsch zu fischen. Hat Spaß gemacht. Irgendwann isses natürlich aber auch ein bisschen schade, wenn man 100 Minis fangen muss, um einen Ü25 herauszufiltern.

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Langeland-Sommerurlaub

Schon zum zweiten Mal habe ich meinen Sommerurlaub auf Langeland verbracht. Kann ich jedem nur empfehlen, der gern fein angelt und Platten gut findet. Und wenn das Bootsangeln unmöglich ist, hat man fast überall um die Insel eine Mefo-Chance.

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Hollandausflüge

Dadurch, dass Shimano in Holland sitzt und Dustin in Düsseldorf, angle ich relativ regelmäßig in Holland. Das tut vor allem meinem Dickbarsch-Archiv gut. Wobei wir in diesem Jahr auch mal Pech hatten mit den Barschen, dafür aber Hechte und schöne Nachtzander fingen.

Oktober 2015

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Dezember 2015

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Bodden-Touren

Ein Angeljahr ohne Boddentour ist kein Angeljahr. Dieses Jahr war ich aber nur dreimal da oben anner Küste. Das hat aber jedes Mal viel Spaß gemacht. Sowohl das Watangeln, als auch die Ausflüge mit dem Team Boddenangeln.

Juli: Watangeln auf Barsch

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September: Stachelritter-Cup (Team Boddenangeln)

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November 2015: Driften auf Barsch & Hecht

 

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Schwarzbarsch-Exkursion

Mit Mathias Fuhrmann war ich aber nicht nur am Bodden unterwegs, sondern auch im Süden. In Italien, genauer gesagt. Seitdem bin ich mit dem Schwarzbarschvirus infiziert. Übelstes Blackbass-Fever. Sieht so aus, als würde ich das nächstes Jahr wiederholen wollen.

 

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Das war toll. Ich schaue mir die Bilder mit einem breiten Grinsen an und kann’s mal wieder nicht fassen, wie gut ich’s habe. Bzw. wie gut wir’s haben, Leute! Stellt euch mal vor, wie so ein Leben ohne den Ausblick auf Sonnenauf- und untergänge, wuchtige Zandereinschläge, satte Barschbisse, Pirschgänge am Bach, Haubentaucher-Sichtungen und den Klang der abziehenden Schnur wäre. Ober lasst es besser. Das ist doch keine schöne Vorstellung zum Ausklang des Angeljahrs. Viel schöner ist es doch, nach dem Rückblick nach vorne zu schauen, das Tackle zu warten, Lücken aufzufüllen und die nächsten Angeltrips zu planen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch und auch für 2016 krumme Ruten und immer einen Handbreit Barsch im Kescher – mindestens!

Johannes

Das Making-of-Feature zum Shimano JDM-Clip

Um den Release der Highend-Japan-Ruten-Serien und der passigen Rollen in Deutschland, Italien und Frankreich zu begleiten, hat Shimano bei Dustin einen Clip in Auftrag gegeben, der eigentlich jedem gefallen sollte, der Freude an schönen Angelbildern hat. Ich bin ein bisschen stolz, als einer von vier Protagonisten in einem der besten Angel-Promo-Streifen mitgespielt zu haben. Und weil ich hautnah dabei war, kann ich euch noch ein paar unterhaltsame Anekdoten zu einem turbulenten Videodreh servieren.

Zunächst einmal musste alles recht schnell gehen. Ich erfuhr an einem Freitag im November 2014, dass ich am Dienstag darauf für ein paar Tage nach Holland fliegen soll. Erst einmal um Dustin und seine Crew bei den Interviews mit Kosaka-san zu unterstützen und dann sollte ich neben Willem Stolk (Holland), Arnaud Brière (Frankreich), jenem Kosaka-san (Japan) und Dustin einer von fünf Anglern zu sein, der im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag beim Angeln mit diesem Material gefilmt wird.

Toller Auftrag, oder? Also ab in den Flieger nach Düsseldorf und mit Dustin und seinem Assistent Ruben weiter zum Shimano-Hauptsitz nach Nunspeet/Holland.

Mittwoch: Interviews mit Kosaka-san

Am Mittwoch trafen wir dann auf einen perfekt vorbereiteten Kosaka-san, seines Zeichens Rutenentwickler und -tester bei Shimano/Japan.

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Meine Aufgabe war, ihm zu erläutern, welche Zielfische wir mit welchen Ruten-Modellen befischen. In Japan gibt’s ja weder Zander, Barsche, Hechte noch Rapfen. Außerdem war ich dafür zuständig, Dustin und sein Team bei Laune zu halten. Das hätte mich fast mein Leben gekostet. Dustin fand‘s irgendwann gar nicht mehr witzig, dass ich ihn dauernd gefragt habe, ob er einen Kaffee haben will, obwohl er keinen mag. Nun ja, ich nahm meinen Job eben ernst.

Am Mittwochabend waren wir dann mit allen Modellen durch. Also den ganzen Kamerakrempel einpacken und ab zur nächsten Station. Willemstad am Hollands Diep. Hier sollten wir in einer Ferienhaussiedlung auf Willem und Arnaud treffen. Begleitet haben uns der in Holland fürs Marketing verantwortliche Gerard und Niki, der auch bei Shimano Holland arbeitet und ein ganz verrückter Angler ist. Mit Schlepptau hatten wir zwei Boote. Dustin‘s Nitro und Niki’s Aluflitzer.

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Wir kamen recht spät an, tranken noch eine Gutenacht-Hülse oder zwei und freuten uns auf den nächsten Tag. Angeln! Natürlich hatten wir einen Zeitplan. Da Kosaka-san am Freitagnachmittag heimfliegen musste, war klar, dass er am ersten Tag gefilmt werden würde.

Donnerstag: Nitro-Schock, Kosak San und Willem

Bevor es soweit war, mussten wir alle erst einmal einen Schock verkraften: Als Dustin sein Boot vom bereits zu Waser gelassenen Trailer fahren wollte, ging der Motor aus. Und er sprang auch nicht mehr an. Katastrophe. Ein Werbedreh – und das größte Vehikel zickt richtig derb ab. Es folgten Anrufe und eine SMS-Konferenz mit dem Verkäufer und mit der Werkstatt, in der Dustin das Boot extra für diesen Dreh noch einmal überprüfen ließ. Der wirklich extrem freundliche und hilfsbereite Kosaka-san telefonierte sogar nach Japan mit einem Kumpel, der den gleichen Motor fährt, um ein paar Tipps zu bekommen. Es half aber alles nichts. Die fahrbare XXL-Film-Plattform war platt und würde das auch bleiben.

Puh. Schlechte Laune am Set. Das muss man auch erstmal verkraften. Da leistet man sich eines der teuersten Angelboote, die in Deutschland rumfahren, lässt es auch noch einmal checken und dann säuft es direkt nach dem Anlassen wieder ab, um nicht mehr anzuspringen. Durchatmen. Stress rauslassen. Weitermachen. Hilft ja nix.

Wenig später ging Dustin mit Ruben, Willem und Kosaka-san auf Willems Boot. Der Rest machte es sich in Niki’s Aluschüssel bequem. Es war kein schöner Tag. Abgesehen vom Bootsmalheur war’s neblig, windig, wellig und geregnet hat es auch. Die Fische wollten auch nicht so richtig. Auf unserem Boot fing ich einen 40er Barsch und dazu kamen noch ein paar Zander und ein Dickbarsch, der kurz vor der Bordwand die Mücke machte.

Einschub: Fragt mich nicht, warum ich keine Fotos geknipst habe. Ich bin selber ganz enttäuscht, dass ich das Abenteuer bis hierhin nicht bebildern kann. Wahrscheinlich hatte ich mich voll auf meine Rolle als Protagonist eingeschossen. Echt doof…

„Team Niki“ war ja aber auch nicht entscheidend. Wichtig war, dass Willem und Kosaka-san Fische vor Dustins Kamera ziehen. Das hat dann auch gut geklappt. Unter einer Brücke fingen sie einen Zander nach dem nächsten. Die Stimmung an Bord war gut und die Atmo auf den Bildern hat auch gepasst.

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Wobei die Regie schon ein bisschen mit dem Wetter gehadert hat, da man befürchten musste, dass der Clip im Lowlight absäuft. Als wir Kosaka-san am Abend noch für ein paar Statements vor die kamera baten, sah es auch echt trüb aus.

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Freitag: Nikis Bruchlandung, Arnaud und Willem

Nächster Tag: Kosaka-san wurde Richtung Flughafen entlassen. Jetzt war Arnaud an der Reihe. Er sollte zu Willem aufs Boot, während Niki und ich den Tag zusammen auf seinem Boot verbringen würden. Bevor es losging, gab’s aber auch an diesem Morgen ein Drama zu überstehen. Niki turnte auf seinem auf dem Trailer liegenden Boot herum, um alles vorzubereiten. Als er abspringen wollte, verfing sich sein Fuß in einem Seil, das ihn auch nicht losließ. Und so landete er mit dem Oberkörper voran auf dem Asphalt. Der Fuß in einer Schlinge verdreht. Das sah übel aus. Zum Glück hat er sich gut abstützen können und auch den Kopf geschützt. Die linke Klebe war aber verdreht und schwoll auch schnell an. Als Fußballsachverständiger kam meine Diagnose wie aus der Pistole geschossen: „Bänderriss. Krankenhaus.“ Da hatte ich die Rechnung aber nicht mit Niki’s gestähltem Körper gemacht. Wer ein echter Holländer ist, beißt auf die Zähne und fährt erstmal angeln.

Also alle Mann an einen Fluss, vermutlich war es ein Rheinarm, die beiden Boote trailern und losangeln.

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Das Wetter war traumhaft schön. Die Sonne schien und die Fische bissen gut. Ich hatte schnell zwei Barsche und ein paar Zander. Niki fing auch Fisch und auch drüben auf dem Filmboot waren die Exprides und Adrenas recht oft krumm.

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Das war leider eine Momentaufnahme. Denn der Fluss stand unter dem Einfluss der Gezeiten und als die Strömung abnahm, nahmen auch die Bisse ab. Wobei wir immer noch ein bisschen was fingen. Hier und dort. Auf dem anderen Boot ging u.a. ein Meterhecht stiften. Aber einen schönen Esox hatten Willem und Arnaud ja  gefangen. Noch die Interviews von Willem und Arnaud, dann waren die beiden mit ihrem Part durch.

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Und so verabschiedeten sich Niki, Arnaud und Willem und ließen Ruben, Dustin, das defekte Boot und mich zurück. Mein Flieger hob am Sonntag um 18 Uhr ab. Wir hatten jetzt also noch 1 ½ Tage für Dustins und meinen Part. Allerdings vom Ufer, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht, wenn man sich in der Gegend nicht auskennt. Die anderen hatten ihre Fische gefangen. Ich auch. Aber meine hat ja niemand gefilmt. Druck. Aber unter Druck sind die Sinne noch ein bisschen schärfer. Wird schon werden.

Samstag: Planänderung, Johannes und Barsche

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zum Niederrhein. An den Ort also, an dem ich drei Wochen die Fisch&Fang-Weltmeisterschaft für mich entscheiden konnte. Zunächst sollte ich meinen Part zusammenfischen. Das Wetter war toll, die Laune super. Ich brauchte auch nur einen oder zwei vernünftige Fische und dann wäre der Dietel-Teil im Kasten gewesen. Auf dem Weg zum Spot filmte Dustin gefühlte 100 Mal, wie ich an Blumen, Kühen und Schilfhalmen vorbei die Hügel hoch und runter marschierte.

mov-walkDann folgte eine Sequenz mit Vorbereitungen. Schließlich durfte ich loslegen. Wie nicht anders zu erwarten, lief es bescheiden. Zwei Zanderschniepel. Mehr nicht. Aller Systemwechsel zum Trotz…

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Irgendwann war klar: Der Spot hier wird’s nicht reißen. Also zu der Schleuse, in der ich meinen zweiten Weltmeister-Barsch fing. Hier hatte ich einen Barsch nach dem anderen auf Rubberjig. Aber nur die ganz kleinen. (Ich habe den Tag erfahren, dass man auch in Holland nicht in Schleusenkammern angeln darf. Mache ich nie wieder.) Dustin hatte in der Zwischenzeit einen Kameramann anfahren lassen, der ihn filmen sollte, wenn wir mit mir durch wären. Nach einer kurzen Beratschlagung schickten wir jenen Jan direkt wieder heim. Konzeptumstellung. Dustin’s Part wurde gecancelt. Zu wenig Luft bzw. Zeit. Volle Konzentration auf mich. Der Druck wuchs.

Was tun? Zwei Optionen standen zur Wahl: Ein Hafen in der Nähe vs. Streetfishing in Amsterdam. Nach einem Telefonat mit Willem trafen wir die Entscheidung, es in dem Hafen zu versuchen. Ich hatte da ein besseres Gefühl. Außerdem sparten wir Fahrzeit und hatten folglich mehr Zeit zum Angeln.

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Hafenangeln: Das mit den Rubber-Jigs hatte ja ganz gut funktioniert an der Schleuse. Also Rubber-Jig. Es fing auch ganz gut an. Hier ein Barsch, da ein Barsch. Schöne Stimmungsbilder. Aber keine guten Fische. Bald würde es dunkel werden. Ich wollte unbedingt noch einen ordentlichen Fisch. Also Spotwechsel. An der engen Hafeneinfahrt machte ich eine Drehströmung aus. Die wollte ich befischen. Dustin traf noch einen Kumpel und unterhielt sich kurz mit ihm. Ruben und ich gingen vor zum Spot. Spannung. Wir schalten ins Präsens:

Ich mache den ersten Wurf, setze den Jig unten ab und zupfe ihn zentimeterweise zu mir heran. Er ist jetzt 5 Meter vor mir. Wumms. Was ein Biss! Boah. Anhieb. Rutte krumm. Endbarsch! Hier schwimmen auch Ü50er rum. Yes! „Dustin! Endfisch!“ Und dann ist die Rute wieder gerade. „Neeeeeee!“ Bitter. Das wär’s gewesen. Die Befreiung vom Fangdruck war so nah. Brutal. Weitermachen. Wo ein Barsch ist, ist noch einer. Dritter Wurf. Biss. Rute krumm. Richtig krumm. Angst. Nicht wieder verlieren.

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Gleichzeitig will der Kameramann schöne Bilder und gibt mir Instruktionen. „Willst Du mich verarschen? Der Fisch muss raus!“ „Bist Du jetzt die Regie, oder was?“ Ich bin auf jeden Fall nicht der Depp, der sich freiwillig dabei filmen lässt, wie er einen fetten Barsch verliert, denke ich mir und lande den Fisch.

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Jawollo! Der hat bestimmt 45 Zentimeter. In jedem Fall ein amtlicher Barsch. Ganz „lässig“ vom Ufer im schönen Abendlicht.

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Soll erfüllt! Hammer. Mit den nächsten Würfen fange ich noch zwei Barsche und einen 70er Hecht. Umso perfekter!

Es folgte ein gelöstes Abendessen, bei dem es ein Schluck Rotwein mehr sein durfte. Der Filmstress viel von uns ab, der kleine Landungsdisput war längst vergessen. Wir hatten morgen nicht mehr wirklich viel zu tun. Ein paar Barsche aus einer anderen Perspektive vielleicht. Und dann noch mein Interview. Letzteres bereitete mir allerdings eine schlaflose Nacht. Was soll man denn Schlaues sagen übers Spinnfischen und über die Angelrute an sich?

Sonntag: Abangeln und Interview Johannes

Am Sonntagmorgen ging’s dann nochmal in den Hafen. Erst angeln. Ich fing nochmal vier schöne Barsche.

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Dann das Interview.

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Den über Nacht auswendig gelernten Text musste ich auf Dustins Anweisung verwerfen. „Spontan ist immer besser.“ Aha. Also:

„Das Schöne am Spinnangeln ist, dass man sich immer weiter verbessern kann. Man ist niemals fertig. Es gibt so viele… äähhh… Methoden und Köder, dass man aus jedem Angeltag neue Erkenntnisse mit nach Hause bringen kann. Ich angle am liebsten mit Finesse-Methoden auf Zander und Barsch. Dazu brauche ich feines Gerät, das es mir erlaubt, leichte Köder weit zu werfen, die Köder sauber zu führen und einen Gegner aus einer höheren Gewichtsklasse parieren.“

Wahre Worte! Und diese Ruten und Rollen, die wir da fischten sind dazu zweifellos in der Lage. Die leichten Exprides und Poison Adrenas sind die besten Barschruten, die ich je gefischt habe. Ich werde sie euch in den nächsten Tagen die Serien und einzelne Modelle vorstellen.

 

Zander-Solo

Ich angle sehr gern mit meinen Kumpels. Ich veranstalte auch Anglertreffen mit mehr als 30 Leuten und genieße die Zeit mit den ganzen Angelverrückten. Ich arbeite auch echt gerne als Angelcoach. Gelegentlich. Besonders auf Zander angle ich aber auch gern solo. Dann bin ich mit meinen Gedanken allein, gebe selbst den Ankerplatz-Rhythmus vor und fange oft meine größten Fische. Der Weg zum Biss kann in meinen Berliner Hausgewässern allerdings steinig sein. Nullnummern gibt’s geschenkt. Sternstunden muss man sich hart erarbeiten.

Hier eine kleine Anleitung für erfolgreiche  Zander-Solisten bzw. solche, die es noch werden wollen:

Hardware-Optimierung: Wer den ganzen Tag werfen will, muss leichtes Zander-Tackle fischen. Im Verlauf eines langen Angeltages wirkt sich jedes Gramm auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Wenn man nur einen Biss bekommt, will man den ja auch verwandeln. Und wenn er erst nach 5 h kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ihn verpasst, wenn  man sich selber mit einem schweren Prügel schwächt. Man braucht eine leichte Rute, eine leichte Rolle und weil es kaum Geräusche an Bord gibt auch eine leise Schnur. Zum Bootsangeln verwende ich die 2,46 m lange Biomaster mit einem Wurfgewicht von 15-50 Gramm. Die wiegt keine 160 Gramm. In den Halter habe ich mit der 4000er Stradic Ci4+ eine ultraleichte Magnesium-Rolle im Halter geschraubt. Die wiegt gerade mal 200 Gramm. Als Schnur kommt nur eine leise Geflochtene infrage.  Die gibt mir einerseits das gute Gefühl, dass sie keine Schnurgeräusche bis ins Vorfach weiterleitet. Andererseits nervt sie mich nicht so wie es eine laute Schnur tun würde. Nicht’s geht mir mehr auf den Senkel als an einem ruhigen Tag im Boot zu stehen und mich mit dem Schnurgeräusch auseinandersetzen zu müssen bzw. krampfhaft zu versuchen, dieses lästige Schabegeräusch zu ignorieren. Ich vertraue da entweder auf die PowerPro 8 Slick oder die Sufix 832. Da ich im Drill keine Angst haben will und ich auch der Meinung bin, dass Zander nicht besonders schnurstärkenscheu sind, nehme ich Durchmesser mit einer Tragkraft von 10 kg und mehr.

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Klare Sichtverhältnisse schaffen: Manche Bisse kommen nicht in der Rute an. Deswegen beobachte ich den ganzen Tag die Einstichstelle der Schnur. Das kann bei Sonne oder widrigen Lichtverhältnissen echt anstrengend werden. (Die grüne Sufix sieht man bei Gegenlicht übrigens oft besser als die gelbe Power Pro.) Deshalb angle ich selten ohne Polbrille auf Zander. An dunklen Tagen, nehme ich eine mit hellen Gläsern (gelb), an sonnigen Tagen, eine mit dunklen Gläsern.

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Ein voller Magen angelt gern: Wenn sich schon nichts an der Rute tut, dann muss man sich kulinarisch was Gutes tun. Wenn der Hunger am Wohlbefinden nagt, nimmt die Motivation deutlich schneller ab als wenn man gestärkt in den Zander-Marathon geht. Die Kraft für 1000 Leerwürfe spendet zum Beispiel ein Nudelsalat. Der ist schnell angefertigt und liefert Kohlehydrat pur. Rezept: Nudel kochen. Erbsen oder Bohnen gar braten. Getrocknete Tomaten in feine Streifen schneiden und kurz mit in die Gemüsepfanne werfen, bis sie weich sind. Öl über die Nudeln. Balsamico Essig drauf. Ein paar Italo-Kräuter. Erbsen/Bohnen-Tomaten-Mischung drüber. Mozarella rein. Ab in die Firschhaltedose. Fertig. Dauert inklusive Wasserkochen ca. 15 Minuten.

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Auf bewährten Pfaden wandeln: Natürlich fische ich allein auch mal neue Stellen an. Doch sind das eigentlich Spots, die man am besten zu zweit abangelt, um schneller Vertrauen zu bekommen oder auch schneller mal einen Spot abzuschreiben. Beim Solo-Zander-Zuppeln fische ich am liebsten Plätze, an denen ich schon Fisch gefangen habe. Die kann ich ohne Mentalprobleme stundenlang beackern, weil ich ja weiß, dass die Fische hier herkommen. Bzw. gebe ich mir und den Fischen die Zeit, bis sie fressen. Und Zeit und Geduld mitzubringen ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren beim Zanderangeln.

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Vertrauen in den Karabiner klinken: Vertrauen muss ich auch den Ködern. Deshalb teste ich auch mal kurz einen Köder, wenn ich allein angle und auch wenn nichts geht, kann so ein Köderwechsel mal für neue Motivation sorgen. Am liebsten wechsle ich aber Köder ein, mit denen ich am entsprechenden Gewässer und sogar am Spot schon gefangen habe. Nicht weil ich ausschließe, dass ich  mit anderen Ködern etwas fange. Ich möchte aber maximal Vertrauen haben und das habe ich eben in die Dinge, die mir schon Fisch gebracht haben. Insofern kann ich mit einer relativ schmalen Köderbox losziehen, wenn ich allein angle. Die Zeit für Experimente ist dann eher, wenn ich mit mehreren Leuten unterwegs bin. Dann bin ich sogar so drauf, dass ich alles anders mache als sonst, um neues für mich zu entdecken. Meine Mitangler dienen mir dann als Kontrollgruppe. Die Erkenntnisse aus diesen Tagen fließen dann natürlich in die Solo-Angeltage ein.

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Glaube versetzt Berge: Beim Barschangeln kann ich oft sehr gut abschalten, weil immer etwas passiert und ich viel öfters Fischkontakt habe als beim Zanderzupfen. Genau darin liegt aber auch die Magie. Natürlich bin auch ich genervt, wenn eine Stunde nichts passiert. Wenn nach zwei Stunden kein Biss kam, atme ich dreimal durch. Und irgendwann ist es mir dann auch egal. Denn ich weiß: Mit jedem Wurf nähere ich mich dem Einschlag an. Jeder erfolglose Wurf steigert die Freude beim Biss. Und der wird kommen. Irgendwann. Aus dem Nichts. Hoffentlich knallhart. An dieser Gewissheit ziehe ich mich hoch. Und zwar solange, bis es passiert. Aufgegeben vor dem ersten Fischkontakt? Für mich keine Option. Bis dahin halten mich die Ohrwürmer bei Laune, die ich vor mich hinsumme.  Und manchmal erwische ich mich auch beim motivierenden Selbstgespräch. Das kann auch nur ein kurzes „Peng!!!“ Sein, das einen heftigen Biss simuliert. Nicht so schlimm, solange mir niemand zuhört.

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Freude anders teilen: Und dann ist natürlich noch eine Kamera wichtig, die die Fische aufnimmt. Schließlich hat man niemand an Bord, mit dem man die Freude teilen kann. Umso wichtiger werden schöne Fotos, die man den Kumpels schicken und der Freundin zeigen kann. Die Printmagazine halten zwar nicht besonders viel von diesen Selbstportraits mit der Action-Cam. Mir gefallen sie aber ziemlich gut.

 

 

Zwischenstop in Hamburg

Auf unserem Weg nach Kaltenkirchen haben Veit und ich einen Stop im Hamburger Hafen eingelegt. Viel Fisch gab’s nicht. Dafür hat’s mich zweimal hingelegt und der Veit hat sich eine Erkältung eingefangen. Ganz leer sind wir aber auch nicht ausgegangen. Hat jedenfalls Spaß gemacht. Auch wenn wir auf dem Rückweg 2 h geraucht haben, um ein paar Kilometer Autobahn zu umfahren wegen einer Brückensprengung oder sowas Ähnlichem.

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Barschbome on the Rocks. Echt glitschig, eure Steine da oben im Norden!

 

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Stilecht auf Hanse-Zander: Veit am Faulenzen.

 

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Der hat den Gummifisch quer genommen.

 

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Hamburger Hafenbarsch auf Dropshot-Tube an der Stradic.

Sanfte Landung auf der Spree

Nach dem 52er-Barsch-Kracher war ich paar Tage lang in höheren Sphären unterwegs – wohl wissend, dass mich die Berliner Angelrealität schneller einholen würde, als mir lieb ist. 50er sind auf Spree-Ausflügen mit meiner Alu-Büchse nicht zu erwarten. 30er sind schon gut, 35er toll und ein 40er die absolute Ausnahme. Wohl dem, der sich auch an kleinen Fischen erfreuen kann.

Denn von denen gab’s in den letzten Tagen einige. Die meisten Kanalbarsche fing ich auf Wobbler. Super läuft nach wie vor der kleine X-Rap in Ayu.

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Aber auch mit dem kleinen Clackin‘ Crank lassen sich immer mal wieder ein paar Barsche aus der Reserve locken. Tendenziell sogar die etwas besseren.

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Auf der Suche nach größeren Barschen in der „offenen Spree“  bin ich gestern leider nur auf kleine Zander gestoßen. An der Barschrute machen die aber auch gut Spaß. So wie es aussieht, muss ich mich spreebarschtechnisch noch ein bisschen gedulden, bis die Wassertemperaturen fallen (aktuell zeigt mein Lot noch 15,5 Grad an). Und so werde ich mich in den nächsten Tagen wohl auf die Zander konzentrieren und die mit Zanderzeug befischen. Ich bin zuversichtlich, noch größere zu fangen als den hier.

zanderlandungIhr seht schon: Nichts Weltbewegendes passiert, seit ich zurück bin. Zumindest nicht an der Dietel-Angel-Front. Aber man kann auch härter landen.

Satte Einschläge von dickeren Fischen wünscht euch

Johannes