Dickzanderready und kleinwallerfein mit der Adrena 172 H

Gestern ging’s zum gezielen Zanderfischen mit etwas größeren Ködern raus. Da in Spanien auch immer mit Welsen zu rechnen ist und ich zumindest eine kleine Landungschance bei einem 150cm-Plus-Teil haben wollte, habe ich die Expride MH daheim gelassen und mir stattdessen die Adrena 172 H geschnappt. An der sitzt eine Curado HG mit 20er oder sogar 24er Geflecht. Die habe ich mir extra für Spanien konfiguriert zum Flachasserfischen auf Zetti oder zum Texas-Rig-Fischen im Holz. Wenn ich da ein 35er FC ranknote, reißt es imer am Knoten. Aber ich habe eine gute Chance, die Bäume rauszuzerren, bevor der Köder wegknallt.

Wallerkontakte hatte ich zwar keine. Aber mit dem ersten Wurf kam gleich ein schöner Zetti auf T-Rig mit Tube.

16:9-Zetti damit die Adrena 172 H mit aufs Bild passt. So kann ein Angeltag anfangen!

Im Laufe des Tages kamen da noch einige Fische dazu.

Brutal heiß. Man muss echt aufpassen hier in Spanien. Heute morgen habe ich in einige sehr rote Gesichter geschaut.

Ich hatte auch krasse Fehlbisse. Die Fische sind jetzt super drauf hier. Seit Tagen das gleiche Wetter. Die Wassertemperature steigen. Gut für meine Gäste hier.

Hasta pronto!

Johannes

Gummifisch-Ruten 2017

Auch für die Saison 2017 hat Shimano ein XXL-Ruten-Programm für jedes Geldbeute-Format auf die Beine gestellt. Weil es manche lieber ein bisschen weicher und andere gern richtig hart mögen und die einen kurz, die anderen lang, haben wir viele verschiedene Modelle am Start und in den einzelnen Serien auch viele Längen in verschiedenen Wurfgewichten. Da fällt es nicht nur Einsteigern schwer, die richtige Gummifisch-Rute für den entsprechenden Zielfisch und das entsprechende Gewässer zu finden. Dieser Gummiruten-Guide soll helfen.

Seit dem die Ruten im Handel sind, konnten meine Kollegen aus der Raubfisch-Band und ich schon so manches Modell testen. Ihr findet viele Ruten-Features im Blog, wenn ihr den Modellnahmen in die Suchmaske eingebt. Im Folgenden möchte ich mal versuchen, eine Komplettübersicht über die Shimano-Gummifischruten aufzustellen. Dabei konzentriere ich mich auf die Top-Modelle für die jeweilige Angelart. Gern könnt ihr über die Kommentar-Funktion nach Alternativen fragen.

Also: Volle Konzentration, bitteschön! Hier zupft der Verfasser mit der Expride (18-Gramm-Modell) auf Großbarsch und Zander.

Zunächst einmal was Allgemeines zum Thema Rutenlänge: Die Wurfweite steht zwar in Abhängigkeit zur Rutenlänge. Allerdings wirft eine 2,10 m lange Rute auch schon recht weit, wenn man richtig durchlädt. Wenn’s aber wirklich auf jeden Meter ankommt, machen sich die Zentimeter bezahlt. Und wenn die Fische auf Distanz beißen, wirkt sich positiv auf die Bissauswertung aus. Beim Jiggen auf Distanz zum Beispiel kann man den Köder mit einer langen Rute besser vom Grund abheben. Auf der anderen Seite lassen sich Fische im Boot vor der Landung besser mit einer kurzen Rute dirigieren. Der kleine Hebel kurzer Ruten ist auch dienlich, wenn man die Köder auf engem Raum zackig präsentieren will. Auch am Bach ist eine kurze Rute von Vorteil, weil man mit ihr besser hantieren kann.

2,4 m lange Lesath im Wallerdrill. Je länger die Rute, desto besser ist es, wenn man einen Landegehilfen an Bord hat!

Und jetzt noch etwas übers Wurfgewicht: Dem Wurfgewicht kann man auch etwas über die Power einer Rute entnehmen. Eine Rute von 20-50 Gramm ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, 50 Gramm zu fischen. Man kann das machen. Die Rute schafft das. Aber ideal ist das nicht – schon gar nicht zum Jiggen, weil man die Gummis am Bleikopf nur schwer beschleunigen kann, wenn die Rute überlastet ist. Wenn sie außerdem schon mit einem zu hohen Ködergewicht zu tun hat, kommen auch die Anhiebe nicht mehr so hart durch, wie sie das sollen. Man kann auch mal mit einer schweren Rute leichter fischen. Umgekehrt wird’s schwieriger. Je größer der Zielfisch, je tiefer das Gewässer und je mehr Strömung, desto größer sollte der Puffer sein. Eine Rute mit einem WG von 30-80 Gramm ist z.B. eine hervorragende Zanderrute – auch wenn man mal nur mit 10 Gramm fischen muss. Wenn man allerdings weiß, dass man meistens in einem flachen Gewässer fischt, in dem die Mehrzahl der Zander kaum größer als 60 cm wird, kann man runtergehen mit dem Wurfgewicht und sich rutentechnisch komplett auf diese Situation einstellen.

Die Dialuna ist eigentlich eine Wolfbarschrute, macht sich aber super beim Zanderfischen vom Ufer, weil man mi ihr extrem weit werfen kann.

Am meisten Sinn macht es, jetzt jede Disziplin durchzugehen, die Anforderungen an die Rute zu beschreiben und euch daraufhin eine oder mehr passende Ruten anzugeben. Ich differenziere das sehr fein aus. Dass man nicht für jede „Gewichtsklasse“ zwingend eine eigene Rute braucht, ist ja klar. Wenn ihr den Katalog durchgeht, werdet ihr verschiedene Modelle in etwas stärkeren, kürzeren oder längeren Versionen finden, die dann evtl. ganz genau den speziellen Bedingungen an euren Hausgewässern gerecht werden. Für alle, die keinen Zugriff auf unseren 2016er Katalog haben, hänge ich unten Scans der betreffenden Seiten an.

 

Ultralight-Jiggen

Es gibt Leute, die bevorzugt mit ganz kleinen Ködern angeln. Manche tun dies phasenweise (z.B. wenn sich die Räuber im Sommer voll auf die frische Brut konzentrieren), andere sind Überzeugungstäter und haben große Freude daran, mit kleinen Jigs auf alles zu fischen, was das Wasser hergibt. Denn mit kleinen Twistern und Mini-Shads tut sich ein riesiges Zielfischspektrum auf. Man kann eigentlich schon gar nicht mehr von „Zielfisch“ sprechen, weil auch Karpfen, Brassen, Rotaugen, Rotfedern, Schleien und sogar Lauben auf die kleinen Gummis losgehen, wenn man sie entsprechend fein präsentiert. Wer ultrafein fischen will, kommt nicht an Taftec-Ruten vorbei. Diese haben eine 15 bis 30 cm lange und extrem dünne Spitze aus Vollcarbon (Taftec-Spitze), die dann in einen recht straffen Blank übergeht. Damit lassen sich dann auch 1 Gramm leichte Köder ziemlich weit werfen. Die sensible Spitze puffert auch die erste Spannungsspitze beim Anhieb ab, so dass man mit extrem dünnen Schnüren (0,04 bis 0,08 mm) fischen kann. Beim Biss spüren die Fische keinen Widerstand. Der Köder wird ganz easy weggeblasen und deshalb gibt’s auch wenig Fehlbisse. Taftec-Ruten gibt’s in vielen verschiedenen Längen. Man findet sogar Modelle bis 2,70 m, mit denen man dann sehr weit werfen kann. Diese Ruten eigenen sich auch hervorragend zum Dropshotten, Texas-Rig-Angeln und für viele anderen Finesse-Methoden.

Barschangeln mit den kurzen JDM-Stöcken macht nicht nur in kurzen Hosen richtig Laune.

Premium-Ruten: Dialuna XR S806 L-S (Länge: 2,59 m, zweiteilig, WG 2-15 Gramm), Expride 264 ULS (Länge: 1,93 m, einteilig, WG 2-6 Gramm), Poison Adrena 262 ULS (Länge: 1,88 m, einteilig, WG 1,5-5 Gramm),

Top-Ruten: Diaflash AX (komplette Serie, zweiteilig, Längen: 2,10 m/2,25 m/2,40 m, WGs: 1-7 Gramm/ 2-10 Gramm), Zodias 264 ULS (Länge: 1,93 m, einteilig, WG 2-6 Gramm)

Low-Budget-Ruten: Force Master (komplette Serie, zweiteilig, Längen: 2,40 m/2,70 m, WGs: 3-15 Gramm/ 5-20 Gramm/ 7-28 Gramm), Catana DX (komplette Serie, zweiteilig, Längen: 2,10 m/2,40 m/2,70 m, WGs: 1-10 Gramm/ 3-15 Gramm/ 5-20 Gramm)

 

Forellentwist am Bach

Die Gummifischangelei am Bach zeichnet sich durch viele kurze Würfe aus. Man lässt die Gummis mit der Strömung in die Gumpen treiben, wirft Wurzeln an oder fischt Schüsse (Verschmälerungen, in denen das schneller fließende Wasser das Bachbett tiefer ausgräbt) und Rauschen ab. Oft kämpft man gegen überhängende Äste und anderen Urwald. Diese Angelei erfordert ein Höchstmaß an Konzentration und Präzision. Denn jeder Fehlwurf ist ein Hänger und weil man recht fein fischt, sind Hänger oft gleichbedeutend mit einem Köderverlust. Eine Bachrute muss kurz sein, damit man im Dickicht arbeiten kann. Unterhandwürfe und Seitwärtswürfe mit kurzen Ausholbewegungen dominieren das Wurfgeschehen. Auf die kurze Distanz kommen die Bisse in jedem Blank gut an – egal wie hart oder weich er ist. Man braucht auch keine Extrapower für den Anhieb. Die Jigs wiegen nicht mehr als 5 Gramm. Dementsprechend niedrig kann auch das Wurfgewicht ausfallen. Die Forellen springen gern aus dem Wasser und sind auch so agile Kämpfer. Hier machen sich Ruten gut, die mit den Fischen mitgehen.

Premiumruten: Poison Adrena 264 UL (1,98 m, einteilig, WG 3-10 Gramm), Poison Adrena 264 UL (1,93 m, einteilig, WG 2 -7 Gramm),  Expride 266 L2 (1,98 m, zweiteilig, WG 3-10 Gramm)

Top-Ruten:  Zodias 264 ULS (1,93 m, einteilig, WG 2-6 Gramm), Zodias 264 L2 (1,93 m, zweiteilig, WG 3-10 Gramm), Bassterra XT 262 ML (1,88 m, einteilig, WG 4-8 Gramm), Sustain 19110 (1,90 m, am Griff geteilt, WG 1-10 Gramm), Speedmaster CX 18 L (1,80 m, zweiteilig, 3-14 Gramm), Nasci BX 63 L (1,90 m, am Griff geteilt, WG 3-12 Gramm) , Beastmaster DX  18 L (1,80 m, zweiteilig, 3-14 Gramm), Technium 61L (1,90 m, zweiteilig, 1-10 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 63L MH (1,9 m, zweiteilig, WG 3-12 Gramm), Yasei Red Perch (1,9 m, zweiteilig, 3-12 Gramm), Alivio DX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-15 Gramm), Vengeance BX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm), Catana DX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm), Force Master  18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm).

Barschjiggen mit kleinen Ködern vom Boot, Streetfishing, Waldsee, an Bootsanlegern etc.

Wenn es nicht darauf ankommt, große Distanzen zu erzielen, sondern kleinräumig geangelt wird und die Köder auch nicht schwerer als 10 bis max. 15 Gramm sind, eigenen sich die Forellenruten auch gut zum Barschangeln. Evtl. kann man jeweils noch ein bisschen was zugeben an Wurfgewicht, um ein bisschen mehr Wumms zu haben, weil im Barschsee, in den Hafenbecken der City bzw. an vielen unserer Flüssen ja auch immer mit Hechten und manchmal mit Zandern oder Rapfen zu rechnen ist. Die Ruten sollten schnell sein, eine gute Rückmeldung anbieten und die Köder mit zackigen Schnipsern einigermaßen weit werfen können, weil man ja oft wenig Platz zum Ausholen hat (z.B. in der City oder am Ufer von Waldseen).

Feuer frei! Herbstbarscheln an der Spree.

Premiumruten: Fireblood 611315 (2,10 m, zweiteilig, WG 3-15 Gramm), Poison Adrena 266 ML (1,98 m, einteilig, WG 4-12 Gramm), Expride 268 ML2 (2,03 m, zweiteilig, WG 4-12 Gramm)

Top-Ruten:  Zodias 268 ML2 (2,03 m, zweiteilig, WG 4-12 Gramm), Bassterra XT 266 M (1,98 m, einteilig, WG 6-10 Gramm), Sustain 19115 (1,90 m, am Griff geteilt, WG 3-15 Gramm), Nasci 611 L (2,10 m, am Griff geteilt, WG 3-15 Gramm), Speedmaster CX 21ML (2,10 m, zweiteilig, 7-21 Gramm), Technium 611ML (2,10 m, zweiteilig, 5-20 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 611L MH (2,1 m, zweiteilig, WG 3-15 Gramm), Yasei Red Perch (1,9 m, zweiteilig, 3-12 Gramm),  Aernos 19520 (1,90 m, zweiteilig, WG 5-20 Gramm), Alivio DX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-15 Gramm), Vengeance BX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm), Vengeance BX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm), Catana DX 18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm), Force Master  18 L (Länge: 1,8 m, zweiteilig, WG 3-14 Gramm).

 

Dickbarschjiggen (Boot, Kleingewässer, strukturreiches Großgewässer)

Beim Angeln in Kanälen, an oder auf kleinen Waldseen oder auch beim Bootsangeln in Hafengebieten oder Seen mit vielen Barschbergen, Altholzzonen oder Steinhäufen kommt es weniger darauf an, weit zu werfen als den Köder ganz exakt zu führen. Das gelingt vielen Angeln mit einer relativ kurzen aber auch schnellen Rute am besten. Solche Ruten haben dann ein Wurfgewicht bis 20 oder 30 Gramm und sind ca. 2,10 m lang. Natürlich sollten auch diese Ruten schnell sein und Köderkontakte blitzschnell übertragen. Nicht nur um die Bisse zu erkennen, sondern auch um Hinderniskontakte sofort anzuzeigen. Oft kann man einen Holz- oder Steinhänger noch vermeiden, wenn man schnell reagiert und den Köder über den Ast oder Felsen lupft.

Zodias oder Expride? Die Expride ist noch ein bisschen schneller. Die Zodias bietet ein überragendes Preis/Leistungs-Verhältnis.

Premiumruten: Poison Adrena 270 M (2,13 m, zweiteilig (Griff abnehmbar), WG 5 -15 Gramm), Fireblood 611520 (2,10 m, zweiteilig, WG 5-20 Gramm), Expride 270MH (2,10 m, am Griff geteilt, WG 5-18 Gramm), Lesath CX 21 M (2,10 m, zweiteilig, WG 7-28 Gramm)

Top-Ruten: Zodias 270MH (2,10 m, am Griff geteilt, WG 5-18 Gramm), Stradic 71M (2,15 m, zweiteilig, WG 10-35 Gramm), Antares DX 21 M (2,10 m, zweiteilig, WG 10-30 Gramm), Speedmaster CX 21 ML (2,10 m, zweiteilig, WG 7-21 Gramm), Speedmaster CX 21 M (2,10 m, zweiteilig, WG 7-28 Gramm), Technium 611M (2,10 m, zweiteilig, 7-28 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 21M(2,10 m, zweiteilig, WG 10-35 Gramm)Scimitar AX 21M (2,10 m, zweiteilig, WG 10-35 Gramm), Vengeance BX 21M (2,10 m, zweiteilig, WG 10-30 Gramm), Alivio DX 210 ML (2,10 m, zweiteilig, WG 7-21 Gramm), Catana DX 21ML (Länge: 2,1 m, zweiteilig, WG 7-21 Gramm), Force Master  21ML (Länge: 2,1 m, zweiteilig, WG 7-21 Gramm)

 

Barschjiggen (Ufer, Boot, Fluss, Großgewässer)

Wenn man große Wasserfläche befischt, einen Kanal vom Ufer auseinandernimmt oder sonstwo im Niemandsland nach Barschen fahndet, braucht man eine etwas längere Rute, die erstens große Wurfweiten ermöglicht, zweitens eine zackige Köderpräsentation ermöglicht und drittens  beim Anhieb richtig gut durchzieht. Jetzt müssen wir länger werden und uns in die 2,40 m-Region vorstoßen. Auch das Wurfgewicht wird nun ein bisschen größer. Die Obergrenze liegt bei 50 Gramm. Mindestens 35 Gramm sollten diese Peitschen aber auf jeden Fall haben. Schließlich brauchen wir manchmal richtige Murmeln, um ins Tiefe vorzudringen oder entsprechende Wurfweiten zu erzielen. Je tiefer das Gewässer und je mehr Strömung, desto härter muss die Rute sein. Je mehr Zander und Hechte auf die Barschgummis ballern, desto mehr Power braucht der Rutenblank. Diese Ruten sind echte Allrounder und können dementsprechend auch zum feinen Hecht- und Zander-Jiggen mit schlanken Gummis bis 5 Inch eingesetzt werden. Deshalb wird man die eine oder andere weiter unten auch in dieser Kategorie finden.

Watangeln auf Barsch mit der Dialuna – da muss man aufpassen. Auf maximale Wurfentfernung bekommt man den Anhieb nur mit Kraft durch. Das liegt an den brutalen Wurfweiten.

Premiumruten: Fireblood 711035 (2,4 m, zweiteilig, WG 10-35 Gramm), Lesath  CX 24MH (2,4 m, zweiteilig, WG 14-42 Gramm), Antares DX 24 MH(2,4 m, zweiteilig, WG 14-42 Gramm), Dialuna XR 806 ML (2,59 m, zweiteilig, WG 8-28 Gramm), sephia BB 803 M (2,52 m, zweiteilig, WG bis ca. 20 Gramm)

Top-Ruten: Speedmaster CX 24 MH (2,4 m, zweiteilig, WG 14-42 Gramm), Beastmaster DX 24 H (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Blue Romance Eging (2,55 m, zweiteilig, WG 15-30  Gramm), Technium 710 MH (2,39 m, zweiteilig, 10-35 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 711 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Scimitar AX 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HMH (2,40 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HH (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Catana DX 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm), Catana DX 24 H (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Alivio 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Forcemaster BX 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm)

 

Barsch (Distanzangeln vom Ufer)

Die Ruten zum Angeln auf lange Distanzen sind etwas länger als die Boots- und „Normalufer“-Ruten. Hier geht’s wirklich darum, den letzten Zentimeter zu schinden. Das geht nur über Länge und Schnellkraft. Und dann müssen diese Ruten auch die Bisse gut übertragen, was auf Distanz natürlich schwieriger ist und dann sollen sie auch noch den Anschlag durchbringen. Also unter 2,7 m geht nix. Und unter 40 Gramm Wurfgewicht auch nicht. Ganz wichtig ist dann auch, diese Ruten mit 4000er Rollen und Weitwurfschnur (wir empfehlen 12er Sufix Performance 8) zu kombinieren. Diese Ruten können nicht nur Barsch, sondern eigenen sich in einigermaßen flachen Stillgewässern und langsamen Fließgewässern auch ganz hervorragend zum Zanderfischen auf große Distanzen.

Und nochmal die Dialuna im Einsatz. Anscheinend mag ich die zum Uferangeln.

Premiumruten: Dialuna 906 M (2,90 m, zweiteilig, WG 8-42 Gramm), Fireblood 8101550 (2,70 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Fireblood 9101042 (3,00 m, zweiteilig, WG 8-42 Gramm)

Top-Ruten: Antares 27H (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Sustain 271540 (2,70 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Sustain 301540 (3,00 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Technium 810 M (2,69 m, zweiteilig, 10-35 Gramm), Baestmaster EX27H (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 801MH (2,70 m, zweiteilig, WG 10-40 Gramm), Vengeance BX Shad 275HH (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Catana DX 27 H Catana DX 24 H (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Scimitar AX 27 MH (2,70 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Forcemaster BX 30MH (3,00 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm)

 

Zander (Boot, flacher Zandersee)

Beim Zanderangeln in flachen Seen kommen ungefähr die selben Ruten zum Einsatz wie beim schweren Barschjiggen. Man wirft hier leichte Köder und braucht ein gutes Gefühl für den Köder. Natürlich kann man auch hier mit klassischen Zanderruten in der 60-80 Gramm-Klasse angreifen. Wenn man es aber mehrheitlich mit kleinen bis mittleren Zandern zu tun hat, macht die Angelei mit feinem Geschirr mehr Spaß. Es gibt Menschen, die hier wirklich ultrafein angreifen und auch auf die Rutenlänge pfeifen. All jenen seien die Dickbarsch-Jigruten (Boot, Kleingewässer) empfohlen. Wer die Anhiebe aber sicher durchbringen will, wird ein bisschen mehr an Rutenlänge zu schätzen wissen.

Der Kollege Kazimiersch an der Speedmaster beim Boddenfischen. Eine geniale Rute zum Allroundangeln.

Premiumruten: Fireblood 711035 (2,4 m, zweiteilig, WG 10-35 Gramm), Lesath  Cx 24Mh (2,4 m, zweiteilig, WG 14-42 Gramm), Fireblood 8101550 (2,70 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm) , Antares DX 24 H (2,4 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Dialuna 906 M (2,90 m, zweiteilig, WG 8-42 Gramm)

Top-Ruten: Speedmaster CX 24 H (2,4 m, zweiteilig, WG 21-56 Gramm), Biomaster 81 MH (2,44 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Stradic 81 MH (2,44 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Beastmaster DX 24 H (3,00 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Blue Romance Softbait (2,44 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Technium 90MH (2,74 m, zweiteilig, 10-50 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 711 H (2,40 m, zweiteilig, WG 15-60 Gramm), Yasei Red Spinning Pike HPI (2,5 m, zweiteilig, 20-60 Gramm), Scimitar AX 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HMH (2,40 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HH (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Vengeance BX 24 H (2,4 m, zweiteilig, WG 20- 50 Gramm), Catana DX 24 H (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Forcemaster 24 H (3,00 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Bassterra EV 80 MH (2,44 m, zweiteilig,  WG  15 – 60 Gramm)

 

Zander (Ufer, flacher Zandersee)

Im Grunde sind das die selben Ruten wie die Bootsruten für den selben Gewässertyp. Gut sind natürlich ein paar Zentimeter mehr, weil man oft ein bisschen weiter werfen muss. Deshalb tut oft ein bisschen mehr Wurfgewicht gut.

Premiumruten: Fireblood 8101550 (2,70 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Lesath 27 H (2,70 m, zweiteilig, WG 21-56 Gramm), Dialuna 906 M (2,90 m, zweiteilig, WG 8-42 Gramm)

Top-Ruten: Sustain271540 (2,70 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Sustain301540 (3,00 m, zweiteilig, WG 15-40 Gramm), Antares 27H (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Technium 90H M (2,74 m, zweiteilig, 10-50 Gramm)

Low-Budget-Ruten: NASCI 801H (2,70 m, zweiteilig, WG 15-60 Gramm),  Yasei Red Spinning Pike HPI (2,5 m, zweiteilig, 20-60 Gramm), Scimitar AX 24 MH (2,40 m, zweiteilig, WG 15-50 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HMH (2,40 m, zweiteilig, WG 14-40 Gramm), Vengeance BX Shad 245 HH (2,40 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm), Forcemaster BX 27 H (2,70 m, zweiteilig, WG 20-50 Gramm)

 

 

Großzander und „Normalhecht“ (Großzandergewässer, Bodden, Fluss mit Strömung, Hechtsee)

Starke Strömung, große Tiefen oder große Zander, welche mit großen Ködern befischt werden, stellen andere Anforderungen an die Ruten, als es Zander in flachen Stillgewässern tun. Diese Ruten brauchen richtig „Bumms“, damit wir die Haken der oft schweren Jigs zuverlässig durch die harte Gaumenplatte treiben können und die Fische sicher nach Hause bringen. Hier ist kein Platz für Kompromisse. Die ideale Rutenlänge liegt im Bereich von 2,4 m und 2,7 m. Die kürzeren Versionen fischen sich etwas angenehmer und sind in der Endphase des Drills praktischer. Die längeren Modelle warten mit einem größeren Hebel für härtere Anhiebe auf. Uferangler werden eher die längeren Modelle bevorzugen – vor allem dann, wenn sie die Steinpackungen und Buhnen großer Ströme befischen. Großzanderruten eignen sich natürlich auch perfekt zum Hechtfischen, wenn es nicht mit XXL-Ködern auf Ausnahmefische gehen soll.

An der Beastmaster gefällt mir die parabolische Akion im Drill und eine Weitwurfmaschine ist sie auch.

Premiumruten: Fireblood 7113080 (2,4 m, zweiteilig, 30-80 Gramm), Fireblood 8103080 (2,7 m, zweiteilig, 30-80 Gramm), Lesath 27 XH (2,7 m, zweiteilig, 42-84 Gramm), Antares 27XH (2,7 m, zweiteilig, 50-100 Gramm)

Top-Ruten: Speedmaster CX 27XH (2,7 m, zweiteilig, 42-84 Gramm), Beastmaster Mort Manie 2702 (2,7 m, zweiteilig, 50-100 Gramm), Beastmaster EX 27 XH (2,7 m, zweiteilig, 50-100), Beastmaster 24 XHP (2,4 m, zweiteilig, WG bis 120 Gramm), Technium 90XH (2,74 m, zweiteilig, 30-80 Gramm)

Low-Budget-Ruten: Vengenace BX Shad 275 HXH (2,7 m, zweiteilig, 50-100 Gramm), Scimitar 27 XH (2,7 m, zweiteilig, WG 30-100 Gramm), Forcemaster BX 24 XH (2,4 m, zweiteilig, WG 50 – 100 Gramm),

 

 

 Großhecht

Gewässerunabhängig stellen große Hechte die größte Herausforderung fürs Angelgerät dar. Wenn man sie gezielt befischt, müssen die Ruten entsprechend große und schwere Köder schleudern können und dann auch im Drill maximalen Widerstand leisten. Diese Ruten bracuen nicht nur wegen der teilweise heftigen Drills eine Extra-Dosis Power. Man muss ja auch größere Köder werfen, wenn man gezielt große Fische fangen möchte. Köder ab einem Gewicht von 100 Gramm muss man über den Hebel herauskatapultieren. Deshalb sind die Großhechtruten gewässerunabhängig relativ lang.

Großhecht geht auch mit der Barschrute. Es war der erste Fisch, den ich mit einer JDM-Rute gefangen habe. Und zwar mit der 12 Gramm-Expride.

Premiumruten: Lesath 86XHINT (2,69 m, zweiteilig, WG 45-135 Gramm)

Top-Ruten: Biomaster Select Shad  (2,69 m, zweiteilig, WG 45-135 Gramm)

Low-Budget-Ruten: Vengeance BX Monster 30 XH (3,00 m, zweiteilig, 45-145 Gramm)

 

Ich habe euch die einzelnen Seiten zu den angesprochenen Modellen noch einmal aus dem neuen 2017er Katalog herauskopiert und hier alphabethisch geordnet. Viel Spaß beim Studieren!

Unboxing: Poison Adrena 166 L BFS

Eigentlich bin ich lahmgelegt. Das Auto ist in der Inspektion, braucht ne neue TÜV-Plakette. Da böten sich Bürotage an. Es gibt noch einiges zu tun vor der anstehenden Spanientour. Geht aber nicht. Weil gestern so ein Paket ankam. Eins von den langen, die ich so liebe. Vor lauter Vorfreude und weil er so nett ist, habe ich dem GLS-Mann bei der Übergabe mal wieder ein Trinkgeld gegeben. Hatte ich mir schon eingesteckt, als ich ihm entgegenging. Wir verstehen uns sehr gut. Denn bei mir muss er mit den Paketen nicht bis in den vierten Stock hoch. Ich bin der Entgegengeher mit dem Grinsen im Gesicht. Ich bin der, der weiß, dass GLS nur gutes im Schilde führt bzw. in den Paketen hat. Ich also mit dem Paket wieder nach oben. Schnell eine Schere geschnappt und dann ran an den Tresor. (Seit einiger Zeit sind die Shimano-Kartons die Definition von Robustheit.)

Tataaaaa. Tatsächlich. Eine Adrena. Weil geil! Ich habe mir für die neue Saison exakt eine Rute ausgeguckt. Und zwar nur für euch. Denn ihr wollt ja alle den Unterschied zwischen Poison Adrena BFS und Expride BFS erklärt haben und zwischen neuer Aldebaran und der Limited. Auf vorletztere müssen wir noch ein bisschen warten. Dementsprechend wird’s erstmal auch nix mit dem ganz großen Vergleich. Aber mit einem reinen Brürotag wird’s eben auch nix. Ein bisschen Deluxe-BFS-Feeling muss ich schon nach draußen senden an diesem Donnerstag.

poison-adrena-166-l-bfs

Dazu springen wir nochmal zurück zur Paketöffnungszene. Ich ziehe also die Rute heraus aus dem Karton. Nehme die Adrena-Verpackung wahr, schaue aufs Schild und studiere den Text. Überschrift: „Poison Adrena 166L-BFS.“ Unterüberschrift: „BFS 66 Technical.“ Text: Japanisch (vier Zeilen). Dann steht da unten in der Fußzeile: „Spiral X. Ci4. BFS.” ‚Geil.‘ „Geil!“ Pause. „Wie geil!“ Pause. „Wie geil ist dass denn? Megaaaaa.“ Und dann packe ich sie aus, befreie sie vom Ballast der Etiketten, lege den schutzummantelten Carbon Monogrip frei. Halte sie in der Hand. Schwinge ein bisschen durch. Lasse sie wippen. Erspüre ihr kaum vorhandenes Gewicht. „Geil. Hammer. Ist ja der Wahnsinn. Boah ey. Krass.“

Jetzt der Auftritt meiner Freundin, die am Büro vorbeischlendert: „Du sagst Bescheid, wenn man Dir helfen kann? Ich dachte, Du hattest schon eine Angel.“ Jungs. Ich sag jetzt mal nix. Hier lesen ja auch zwei Frauen mit oder drei. Nur so viel: Würde ich den neuesten Schuheinkauf derart unempathisch kommentieren, wäre es nicht mit einem verständnisvollen Abnicken getan. Und einem gedachten ‚Weiber…‘ Ups. Naja, Mädels. Jochen kümmert sich in seiner nächsten Ansprache sicher um die angeknackste Angelfrauenseele. Ich muss mich jetzt um mein neues Babe kümmern. Schließlich ist die Kleine die einzige, ihrer Art, die ich mir für die neue Saison anschauen will. Ansonsten hab ich alles, was ich dringend brauche und ja, sie hat Recht, sogar ein bisschen mehr als das.

Was mache ich mit der?  Also bzw. wen schnalle ich da drauf? Die „alte“ Alde? Die Limited? Und wenn Limited dann mit Mono? Oder ziehe ich 40 m Geflecht drauf, damit ich ein bissl mehr über den Blank erfahre? Beantwortet sich ja von selbst. Ich werde die Limited von der Expride runternhemen, mit der Adrena BFS verkuppeln und ein bisschen Nanobraid drüberspulen. Ich hab da ja noch genau die richtige Ladung vom letzten Schnurtransfer (Geflecht gegen Mono).

Bevor ich mich zum Kanal aufmache, haue ich noch kurz die Poison Adrena BFS-Daten raus:

Länge: 1,98 m
Transportmaß: 1,98 m (einteilig)
Gewicht: 107 Gramm
Anzahl der Ringe: 12
Wurfgewicht: 4 bis 12 Gramm

Features: Carbon Monogrip (Blank geht ins letzte Griffteil über), Fuji K-Type Beringung, Spiral X-Blank, Ci4+ Rollenhalter.

poison-adrena-bfs-features

Ziemlich geil übrigens, wenn man sich auf Bildersuche bei Google begibt und „Poison Adrena 166 L BFS“ eingibt. Man könnte denken, ich fische das Teil schon ewig.

Der ganzen Dietelbilder-Flut zum Trotz ist dem aber nicht so. Deswegen: Tschüss! Ich hau jetzt Schnur auf die Limited und bin dann mal am Kanal. Evtl. komme ich nachher oder morgen mit ein paar Bildern wieder. Große Fische müsst ihr da aber nicht erwarten. Tue ich auch nicht. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich überhaupt eine rote Flosse sehe. Aber darum geht’s heute ja auch nicht…

Bis später!

Johannes

Zurück in der City: UL-Brückenbarsch statt XXL-Moppel

Ich bin erst vor kurzem wieder aus Holland zurückgekommen und habe da richtig krasse Angeltage mit Dustin verlebt. U.a. hatte ich da an einem Tag einen Großbarsch-Run sondersgleichen mit einem 47er, einem 48er und einem 51er. (Der Bericht folgt irgendwann.)

spinnerbait-monster-barsch

Dann war ich am Edersee. Das war etwas weniger krass, aber auch da habe ich einen Ü45er an der Rute gehabt, den ich leider beim Keschern verloren habe.

ederdoublette

Und dann biste wieder in Berlin. Voller Tatendrang werden die Pflichten im Büro erledigt, damit ich endlich wieder mal auf die Spree komme. Vielleicht barschelt es ja schon richtig? Kann ja sein.

Infos hatte ich keine. Der mich auf dem Laufenden haltende Teil des eh schon schwachen Netzwerks (irgendwie rücken die Spreeangler alle nicht so gern mit Infos raus) ist am Bodden unterwegs (viele Grüße an den Spreearm-Clan an dieser Stelle!) und so musste ich mich da halt selber mal durchangeln. Also ging’s am Freitagmittag aufs Wasser. Mit 4 Ruten, großen und kleinen Wobblern, Rubberjigs und Spinnerbaits wollte ich den ganzen Bereich mal abscannen. Fotos hab ich keine gemacht. Also echt. Nicht eines. Und ein bisschen frustriert war ich danach. Keine Barschbanden gestellt. Keinen Barsch über 20 cm gelandet. Ok. Ich war auch zuzr Unzeit aufgebrochen und in der Dämmerung evtl. einfach am falschen Platz. Es gibt auch sicher Leute, die voll dran sind am Puls der Spree und die ihre Fische fangen. Aber an meinen Top-Stellen war nix zu holen. Dann hat auch noch die neue Persenning nicht gepasst (zu klein). Und alles war Mist. Spreeblues 27.0 oder noch ne Version oben drauf: ‚Die armen Angler hier. Ja klar. Rapfen geht ma. Zander auch. Barsch fängste auch mal nen großen. Aber was ist das gegen das Rheindelta?!‘

Am nächsten Morgen sah die Welt schon anders aus: ‚Alberne Weicheierei da. Muss man sich halt drauf einstellen. Ein bisschen um die Fische fighten hat noch niemand geschadet. Macht doch auch Spaß. Dann kämpfste jetzt halt um die Fische, die du hier fangen kannst – genau wie das jeder andere tapfere Angler auch macht, der nicht ständig die Top-Reviere bereisen kann.‘

Und so habe ich mein Tackle eingedampft. Aus 4 Ruten wurden 2 UL-Ruten. Als Zielfisch wurde der Klein- und Mittelklasse-Barsch definiert. Keine Kompromisse. Kein Lamentieren. Rauf aufs Boot und ANGELN! Auch wenn’s ein bisschen nieselt und entgegen der Vorhersage doch recht windig ist.

Und dann hat’s auch gut geklappert. Im Prinzip hätte ich nur eine Rute mitnehmen müssen. Und zwar die Poison Adrena 264 UL. Ich mag die sehr. So fein. So leicht. So feinnervig. Hintenraus mit Power. Vorneraus mit viel Aktion. Da kann man richtig fein mit fischen. Ideal für den Test der 0,07er Kairiki.

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Erst gab’s Brückenbarsche ohne Ende.

Schon die kleinen Berliner Brücklinge machen an der Rute richtig Laune.

Schon die kleinen Berliner Brücklinge machen an der Rute richtig Laune.

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Dann wollte ich mehr und bekam auch mehr. Hier eine Drillstudie (Poison Adrena 264 UL):

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Nach dem Rapfen kam noch ein ganz ansehnlicher Barsch.

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Kann man doch mit leben, oder wie? Ich hab jedenfalls schon wieder Bock !!!

Viel Spaß beim Angeln, Leute!

Johannes

The early bird…

Der frühe Vogel fängt den Wurm – der frühe Hannes den dicken Barsch. So zumindest der Plan, den ich zweimal verfolgt habe in den letzten Tagen. Ich wollte der erste Angler auf den Spots sein. Ich wollte präsent sein, wenn die Dickbarsche ihr Frühstück einnehmen. Ich wollte ihnen mit dicken Scatter Cranks kommen und die abgescatterten Plätze dann mit kleinen Gummis ausangeln. Gefangen habe ich mir zwei dezente Backpfeifen. Wo die Mai-Barsche normalerweise regelmäßig und gut auf Cranks beißen und ich eigentlich immer ein paar schöne Fotofische fangen kann, ging fast nix. Einen Minibarsch habe ich rausgekurbelt mit dem kugeligen Hardbait.  Ein paar kamen auf Countdown – normalerweise ein Barsch-Magnet um diese Jahreszeit.

Allerdings sind die Wasserpflanzen noch nicht so weit oben, dass sie den Barschen als Unterstand dienen können und Brutfisch ist auch noch keiner unterrwegs. Es hat sich alles ein bisschen verzögert an „meinem“ Kanalsystem.

Aber ich will mich nicht beschweren. So ein Ausritt am Morgen ist einfach herrlich. Hier ein paar Impressionen:

 

sonnenaufgang-flanke

Wer den Sonnenaufgang so einfangen will und erstmal von Neukölln nach Köpenick fahren muss, muss um 3.30 aufstehen.

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Macht man aber ja gerne. Da wars dann aber schon 5 Uhr ca. – ich hatte auch auf der Spree ein bisschen versucht, was rauszukitzeln im ersten Licht. Da lief aber mal wirklich gar nix.

sonnenaufgang-spree

Naja. Also das entschädigt schon für ein paar ausgebliebene Bisse.

sonnenaufgang-mspree

Ich mags so gern, wenn der Nebel noch über dem Wasser liegt und langsam alles aufwacht.

 

Also ein paar schöne Stimmungsbilder konnte ich einfangen. Aber dicke Barsche? Echt nicht. Es gab mal nen kleinen Hecht. Mal eine Serie Kleinbarsche. Mal zwei Rapfennachläufer (sind ja eh geschont) und eine Brasse.

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Auch nix Besonderes mehr. Unser Brassenspezialist Veit Kazimiersch fängt die ja bei jedem Ausflug. Man merkt direkt, dass das anders drillt als Barsch und Co. Aber Spaß machen die auch – bis zum Abhaken.

 

Der schönste Barsch war der hier. Der kam relativ früh morgens gegen 6 Uhr am fünften Spot nach einem Fehlbiss. Da dachte ich, dass ich die Bande gefunden habe und es jetzt gleich ein paar gute Fische gibt. War aber nicht so. Trotzdem ein toller Fisch – farblich gesehen.

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Die Hoffnung estand, dass er kein Einzelgänger ist. Wenn dem so war, hat auf jeden Fall keiner mehr nachgegriffen. Kombo: Poison Adrena 264 Ul (WG 2-7 Gramm), 1000er Rarenium, 8er Nanobraid, 20er Sufix Fluorocarbon, Chebu und 3 Inch Gummiwurm.

 

Und wenn halt nicht mehr drin ist, kann man auch nicht mehr rausholen. Wobei ja immerhin noch die Möglichkeit besteht, dass ich schlecht gefischt habe. Das gilt’s in den nächsten Spreesessions rauszufinden. Allerdings werde ich den Seerosen und der Weißfisch- und Barschbrut noch ein bisschen Zeit zum Wachsen geben. Das nächste Berlin-Brandenburger-Barsch-Angeln findet für mich auf jeden Fall auf einem Waldsee statt. Allerdings habe ich am Sonntag eine Verabredung mit einer sehr großen Hechtdame. Mal sehen, ob sie auch bei schlechtem Wetter zum vereinbarten Treffpunkt kommt…

So long!

Johannes

Endlich mal HECHT!

Barsch, Barsch, Barsch – ihr könnt einem ja schon fast ein bisschen leidtun. Aber unsere Hechtspezis an den Bodden sind derzeit voll im Hechtstress und finden keine Zeit, sich hier zur aktuellen Hechtlage zu äußern. Und so muss jetzt halt der Barschangler ran und euch einen vom Hecht erzählen.

Kein Problem. Während meines letzten Hollandausflugs lief Barsch nämlich gar nicht. Dafür Hecht umso besser. Am meisten Spaß hat Dustin und mir das Vertikalangeln unter den großen Futterfischschwärmen gemacht. Kann gut sein, dass ich aus unseren Erkenntnissen mal einen Artikel für die Fachpresse schnitze. Insofern beschränke ich mich hier mal auf eine Kurzanleitung bzw. einer kurzen Beschreibung des Vorgehens: Futterfischansammlungen suchen, 7 Inch No-Action-Shads mit 30 Gramm beschweren, ggf. einen Fireball mit einem toten Barsch bestücken und dann einfach runter damit und ganz faul hängen lassen.

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Die Köderführung ist megalangweilig. Die Rucke in die Rute kommen aber umso satter. Macht auch mir Spaß!

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Die „tote Rute“ ist eine Yasei Seabass mit einem WG bis 50 Gramm. „Aktiv“ haben wir mit der Expride 173 XH Casting (Dustin) und einer Poison Adrena 172 XH Casting (ich) gefischt. Beide hatten wir eine Curado 201 HG drauf. Ich 24er Sufix 832. Dustin??? In jedem Fall haben wir uns die Fische in der Session redlich geteilt. Jeder hatte 3.

Die Dropshot-Crankbait-Methode

hallo Bogbesucherinnen und -besucher,

ich möchte heute zwei Methoden vorstellen, die für mich zu einer geworden sind, nämlich die Kombination zwischen der Dropshot und Crankbaits. In den vergangenen Jahren habe ich sehr gute Erfolge beim sommerlichen Angeln auf Barsche damit gehabt. So auch in den vergangenen Tagen: die Havel-Barsche standen zumindest am Tage noch nicht auf den flachen Krautbänken, sondern raubten im 5-7m tiefen Wasser. Für mich gibt es seit geraumer Zeit keine effektivere Methode auf Barsche als das geworfene Dropshot-Rig. Die Vorteile liegen auf der Hand: absolute Variabilität in der Gewichtswahl und Reichweite, dabei biete ich den Fischen einen schwerelosen und vollbeweglichen Köder an. Da das 5-15g Bleigewicht zwischen 30 und 70cm unterhalb des Hakens am Ende der Montage sitzt. Im Vergleich zum Bleikopf-Jig fängt das DS-Rig in heiklen Situationen noch Fische, wenn der Bleikopf völlig ignoriert wird. In meinem Sprachgebrauch nenne ich das Dropshot-Rig deswegen auch vermehrt „Barschsonde“.

Eigentlich würde es mir also reichen, mich nur auf die Verwendung von DS zu beschränken, aber einen Nachteil hat die Methode doch: ich kann damit nicht selektiv auf größere Barsche angeln. Ich fange sie zwar in großer Zahl, aber es sind überwiegend kleine Fische. In meinem Hausgewässer Havel jagen die Barsche sehr oft die Jungfische der eigenen Art. Dabei versuchen sich die Kleinen überwiegend sehr grundnah von Kleingetier (z.B. Flohkrebsen) zu ernähren. Dabei werden die Armen aber von ihren größeren Kollegen von oben angeriffen. Soll heißen: die dicken Barsche stehen gar nicht unbedingt am Grund, sondern eher im Mittelwasser! Das scheint regelmäßig der Fall zu sein, denn dort kann ich sie sehr gut mit ca 3m tieflaufenden Crankbaits, wie z.B. dem neuen Storm Arashi, oder dem bewährten Rapala Max Rap Fat Shad ansprechen.

Die Kombination aus beiden Methode praktiziere ich folgendermaßen: Ich nehme zunächst an einer erfolgversprechenden Stelle die Dropshotrute zu Hand und werfe den Platz fächerartig jiggend damit ab. Finde ich einen Bereich, in dem jeder Wurf einen Biss bringt, wechsele ich auf die Wobbler-Rute. Damit überwerfe ich den interessanten Bereich und kurbele den Crank einfach schnell bis sehr schnell ein. Oft gebe dem Köder ich noch eine Zusatz- Beschleunigung durch seitliche Züge mit der Rute. Meistens ballern die Barsche voll auf den Köder, manchmal klopfen sie erst an. Dann kurbele ich schnell weiter, denn auch ein Beutefisch würde jetzt Gas geben. Diese Bisse werden dann meist noch kurz vor dem Boot verwandelt, wenn der Crankbait schon wieder nach oben läuft. Diese aggressive Köderführung bringt harte Bisse. Sie ist durchaus spektakulär und kann mir als Angler ordentliche Adrenalin-Schübe verpassen…

Also: Kombiniere!

Alles weitere in den Fotos, herzliche Grüße von Jochen Dieckmann

Sorm Pro Finesse Minnow "nosehooked", Dropshot!

Storm Pro Finesse Minnow „nosehooked“ für die Erfolgsmethode
Dropshot!

handlanger Droppi-Barsch, Rute: Shimano Yasei Red Aori 7-13g

kleiner Droppi-Barsch, Rute: Shimano Yasei Red Aori 7-13g

meine Dropshot Rute derzeit, Yasei Red Aori 2,10m, 7-13g und Aernos 2,40m, 5-25g

meine Dropshot Ruten derzeit, Yasei Red Aori 2,10m, 7-13g und Aernos 2,40m, 5-25g

2500er Stationärrolle, z.B. Aernos 2500 FB mit 0,08 oder 0,10mm Powerpro bespult

2500er Stationärrolle, z.B. Aernos 2500 FB mit 0,08 oder 0,10mm Powerpro bespult

erst Dropshot dann Crankbait!

erst Dropshot dann Crankbait!

Köder: Max Rap Fat Shad

Köder: Rapala Max Rap Fat Shad, 5cm, 8g, Lauftiefe 2,4 bis 3,30m

Köder Storm Arashi Rattling Deep, 16g, Lauftiefe 3,30m

Köder: Storm Arashi Rattling Deep, 16g, Lauftiefe 3,30m

kompakte Fangmaschinen von Rapala

kompakte ältere Fangmaschinen von Rapala bringen immer noch ihre Fische

und noch ein paar!

und noch ein paar aktulle Rapalas von oben und links: BX Jointed Minnow, Scatter Rap Crank, Clacking Crank in 2 Größen

Zum "cranken" nehme ich am liebsten eine Baitcast-Kombo, oben: Aernos Castrute 7-21g, Rolle Chronarch Ci4; unten: Poison Adrena Castrute 5-21g, Rolle Metanium XG

Zum „cranken“ nehme ich am liebsten eine Baitcast-Kombo, oben: Aernos Castrute 7-21g, Rolle Chronarch Ci4;
unten: Poison Adrena Castrute 5-21g, Rolle Metanium XG (sehr cool: Einzug 91cm pro Kurbelumdrehung!)

Metanium XG: die Turbo-BC für Jigger

Seit März dieses Jahres fische ich die Kombo aus Poison Adrena 166M Casting und eine Methanium XG. Die Rute habe ich euch schon vorgestellt. Die Rolle ist bislang ein bisschen vernachlässigt worden. Ein waschechter Affront! Das gute Stück fischt sich so gut, dass es raus muss aus dem langen Rutenschatten.

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Im JDM-Katalog steht über die Metanium XG:

Dank der brandneuen Micro Module Gear-Technologie kurbelt die superschnelle Metanium die Köder absolut widerstandslos ein. Das SVS Infinty Brake-System steht für herausragende Wurfkontrolle. Der Favorit der Tournament Pros!

 

  • Shielded A-RB und Stainless Steel Kugellager
  • Gehäuse aus Magnesium
  • Getriebe aus Aluminium
  • Doppelkurbel
  • Super Stopper II
  • Schnurführung
  • Super Free System
  • Bremse aus Dartanium
  • Variable Brake System

 

Außerdem kann man dem Katalog entnehmen, dass sie nur 170 Gramm wiegt, eine Übersetzung von 1:8,5 hat, 100 m 23er Schnur fasst, 9 + 1 Kugellager hostet und 91 cm Schnur einzieht. Bremskraft: 5 kg. Übersetzt bedeutet das: Die Rolle ist megaleicht, fasst mehr als genug Schnur, läuft butterweich, ist megaschnell und leistet auch großen Fischen Paroli.

 

Turbo-Übersetzung

Holla die Waldfee! 91 Zentimeter Schnureinzug. Das ist eine ganze Menge für eine Baitcaster. Damit eignet sich die Metanium natürlich super zum Jiggen. Selbst wenn die Fische extrem zackig angesprochen werden wollen, kurbelt man sich hier nicht den Wolf. Im Vergleich: eine 2500er Stradic Ci4+ mit einer ziemlich hohen Übersetzung von 6,0:1 zieht 88 Zentimeter Schnur ein, eine 4000er Exsence Ci4+ mit einer noch höheren Übersetzung von 6,2:1 bringt es auf 99 Zentimeter.

Metanium-Bremssystem (SVS Infinity)

Ich habe hier mal ein drolliges Video für euch, in dem ihr ein bisschen was übers Bremssystem erfahrt:

 

Alles klar? Natürlich nicht. Aber wir haben noch einen Experten aus Singapur, der das gründlicher erklärt:

 

Und jetzt ich: Ich bin zwar kein Ingenieur und auch kein Technik-Freak, aber ich versuche das jetzt mal vereinfacht zu erläutern. Ans Fliehkraft-Bremssystem kommt ihr, indem ihr den OPEN-Regler von außen nach innen schiebt.

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Die roten Pins könnt ihr fixieren oder lösen.

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Wenn sie gelöst sind, können sie Reibung erzeugen. Je mehr Pins ihr löst, desto mehr Reibung erzeugt ihr. Folglich ist der Wurf bei maximaler Pin-Freischaltung extrem kontrolliert. Aber eben auch kurz. Also wieder ein paar Pins reinklicken. Die Shimano-Baitcaster sind sehr gutmütig. Man muss die Fliehkraftbremse auch als Anfänger bei keiner unserer Rollen voll aktivieren. Zum Feinjustieren dient das kleine Rad an der Verschlusskappe.

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Damit stellt ihr den Abstand ein, den die Bremsscheibe zu den Pins hat. 1 ist der maximale Abstand (also die kleinste Reibung) und 6 der geringste Abstand (also die größte Reibung).

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Zahnrad-Abstand zu den Pins bei Einstellung „1“.

 

Zahnrad-Abstand zu den Pins bei Einstellung "6".

Zahnrad-Abstand zu den Pins bei Einstellung „6“.

In Kombination ergeben beide Komponenten ein extrem variables Bremssystem, das man auf jeden Köder und jede Windsituation einstellen kann. Ich selber fische meistens mit einem aktivierten Pin und regle den Rest dann übers Abstandsrädchen. So werfe ich richtig weit und habe auch bei Gegenwind kein Problem mit Perücken.

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Für Jigger ist das eine Megarolle. Die passt sehr gut zu den Adrenas mit ihrer MF-Aktion – aber natürlich nicht nur an die…

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Bis die Tage!

Johannes

UL-Vibes: Ultra Light-Rippin’-Adrena-Rap

Lipless Cranks sind extrem variabel einsetzbar. Man kann einen und den selben Köder über den Grund jiggen (vertikal und diagonal) oder durch alle Wasserschichten kurbeln. Je schwerer der Köder, desto tiefer kann man ihn anbieten. Insofern ist der Arbeitsbereich eines 5 Gramm Lipless Crank einigermaßen klar definiert. Viel tiefer als 4 Meter wird man damit nicht fischen – vom Eisangeln im Stillwasser einmal abgesehen.

Ich fische derzeit viel in einem recht flachen Kanal. Da geht’s selten weiter runter als 2 Meter. Im klaren Wasser wuchern Gras und Seerosen. Oft zeigen sich kleine Fische an der Oberfläche. Und so kann man es sich einfach machen und sich auf Köder konzentrieren, die ca. 1 m tief laufen. Je weiter sie fliegen, desto mehr Strecke kann man machen. Da hier Ankerpflicht herrscht, ist das Flugverhalten ein wichtiger Faktor.

Und da sind wir dann auch schon beim Lipless Crank. Genauer gesagt beim Ultra Light Rippin‘ Rap.

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Der finster dreinschauende Mini-Lipless-Crank sieht nicht nur drollig aus, sondern hat‘s auch richtig in sich. Und zwar ein Rassel-System, das einerseits die Barsche aggro macht, andererseits dazu beiträgt, dass man diesen 4 cm kleinen und immerhin 5 Gramm schweren Hardbait ultraweit schmeißen kann. Dazu trägt neben dem verhältnismäßig hohen Eigengewicht auch die kompakte Form bei. Sowie die Tatsache, dass die Tauschschaufel-Funktion von der vorderen Rückenpartie übernommen wird und dieser antiaerodynamische Fremdkörper einfach wegfällt.

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Hier könnt ihr euch mal anschauen, wie schön der Köder läuft:

Wenn man den Köder einfach durchkurbelt, rüttelt er ordentlich die Rute durch. Die hochfrequenten Vibrationen und das interne Rasselsoundsystem magnetisieren die Fische entweder zum Köder oder verscheuchen sie. Ignorieren können die Barsche den kleinen Vibe-Bait auf jeden Fall nicht.

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Die Rutenspitze einfach kurz übers Wasser halten und dann einkurbeln. Und nur nicht von den vorbeifahrenden Booten beeindrucken lassen. Dann klappt’s auch mit den Barschen.

Die Bisse sind fürchterlich hart. Oft tocken die Barsche ein bis zwei Mal vor, ehe sie das übellaunige Rasselmonster volley wegfetzen. Eine Zange mit langen Greifern gehört auf jeden Fall zu UL-Rassler-Ausrüstung dazu.

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Wenn’s Spaß machen soll, braucht man auch die passende Hardware-Konfiguration. Damit der Köder bei mittlerer Geschwindigkeit auf 1 m Wassertiefe läuft, braucht man eine feine Schnur. Im Moment habe ich eine 6er Nanobraid auf der 1000er Rarenium. Beim nächsten Mal will ich es aber mal mit 16er – 18er Fluorocarbon versuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass man in dem klaren Wasser mit einer durchgehenden Transparent-Sehne noch ein paar Barsche mehr fängt.

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Ein Ultra Light-Köder verlangt natürlich auch nach einer UL-Rute. In meinem Fall ist das dann die Poison Adrena 264UL (Wurfgewicht: 2 – 7 Gramm). Mit der schnellen aber relativ weichen Spitze katapultiert sie nicht nur die kleinen Baits weit raus, sondern erleichtert den Barschen auch das Ansaugen des geradeaus schwimmenden und deshalb einem konstanten Zug ausgesetzten Köders.

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Wenn ich das so schreibe, verspüre ich ein imaginäres Rucken im Handgelenk. Mal schauen, ob ich mir ein paar Stunden rauschinden kann an diesem windigen Tag. Das sind doch genau die richtigen Bedingungen für eine UL-Rippin‘-Rap-Adrena-Tour.

Bis die Tage!

Johannes

Gummiforelle UL

Nach der ganzen Spinnerei am Bach hatte ich letzte Woche mal genug vom Blech-Propeller. In der Annahme, dass es den inzwischen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überblitzen Forellen auch so geht, habe ich meine Tasche umgepackt und die Spinner und Wobbler erst gar nicht mitgenommen, sondern durch ein paar Packungen Kleingummis und sehr leichte Bleiköpfe ersetzt. In den flachen und eher mäßig strömenden Truttengräben sollten Jigs von 1,8 Gramm völlig ausreichen.

Dementsprechend kam für diesen Ausflug auch nur UL-Hardware in Frage: Poison Adrena 264 UL (2 bis 7 Gramm). 1000er Rarenium. 6er Nanobraid von Suffix. 20er Fluorocarbon (Shimano Ultegra). Köder-Auswahl: Kleine Twister und Shads (ca. 4 cm).

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Und ab dafür. Ich parkte mein Auto so, dass ich auf dem Hinweg mit der Strömung lief, um auf dem Rückweg gegen den Strom am Ufer entlang zu spazieren. Ich war noch keine 20 m gelaufen, da hatte ich schon den ersten Fehlbiss. Ein zweites Mal wollte diese Trutte aber nicht aufs Gummi springen. Das war zum Saisonstart noch ganz anders. Da griffen die Fische solange an, bis sie am Haken hingen. Und wenn sie sechs Anläufe dafür brauchten.

Ein paar Meter weiter der nächste Fehlbiss auf den gejiggten Shad. Dann ging 200 m lang gar nichts mehr. Keine Forellen mehr da? Wetterkrise (es regnete immer mal wieder ein bisschen)? Kunstköder-Allergie?
Höchste Zeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Also: FC von 1 m auf 2 m verlängern. Mini-Twister statt Action Shad. Kurbeln statt zupfen. Bingo. Schon war ich im Geschäft.

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Meine Würfe zielten immer ans andere Ufer, leicht stromab. So konnte ich den Twister ganz langsam halb gegen die Strömung führen. Die meisten Attacken kamen unweit der gegenüberliegenden Seite, ca. 1 m vom Ufer entfernt. Ich musste also wirklich dicht ranwerfen, wenn ich einen Fischkontakt verzeichnen wollte.

mini-trutte fehlbiss twister-trutte2
Da jetzt eine Regel draus zu machen, wäre albern. Vor allem, weil die größte Forelle des Tages auf den gezupften Twister ging.

gummi-trutte
Die meisten Bisse hatte ich aber eindeutig beim Durchkurbeln. Inzwischen haben also auch die erst kürzlich ausgewilderten Forellen ihre Befindlichkeiten und reagieren auf manche Köderpräsentationen besser als auf andere.