Sustain meets Sustain

Auf dem Barsch-Alarm habe ich vor kurzem die salzwasserresistenten Sustain Stationärrollen vorgestellt.

Diese Rollen sind vollgestopft mit den neusten Shimano-Technologien. Als da wären:

  • Hagane Gear
  • X-Ship
  • Hagane Body
  • MGL Rotor
  • X-Protect
  • G-Free Body
  • Ci4+
  • Cross Carbon Drag
  • Rigid Support Drag
  • One Piece Bail
  • Aero Warp
  • S AR-B
  • AR-C Spule

Wie bei den meisten Top-Rollen hat Shimano hier eine farblich passende und der Qualität der Rolle entsprechende Rutenserie an den Start gebracht. Analog zu Stradic + Zodias, Stella + Lesath, Dialuna + Exsence gibt’s zur Sustain-Rolle die Sustain-Rute.

Sustain Ruten-Serie

Die Serie umfasst 12 Stationärrollen-Ruten (oder auch „Spinnings“) – von klein und leicht bis lang und schwer. Hier die Übersicht:

Es gab schon letztes Jahr Sustain-Ruten. Die 2018er-Modelle sind aber komplett neu und warten mit zwei Features aus den JDM-Ruten-Serien (Expride oder Zodias) auf. Als da wären:

  • Hi-Power X-Konstruktion
  • Ci4+ Rollenhalter

Die Ruten sind außerdem sehr leicht und haben eine ausgeprägte Spitzenaktion. Im Gegensatz zu den etwas auffälligeren JDM-Ruten sind die Sustains sehr klassisch gehalten. Komplett schwarz eben. Mit silbrig-weißen Zierwicklungen.

Könnt ihr euch ja mal anschauen. Auch wenn der 2018er Katalog in der Druckversion noch nicht draußen ist, sind die Modelle schon in den Angelläden. Bei uns in der Shimano Raubfisch-Band hat sich schon ein Sustain-Team formiert. Die Kollegen werden euch die einzelnen Modelle bald hier auf dem Blog vorstellen!

Ihr habt in der Modell-Übersicht sicher gesehen, dass es auch einige Castversionen gibt. Da habe ich auch noch ein paar Bilder für euch:

 

An die schraubt ihr aber bitte keine Sustain-Rolle 😀

Johannes

Das Paranoia-Prinzip

Wer schon einmal auf Waller mit der Spinnrute gezielt geangelt hat, wird wissen, welch immense Kräfte diese Fische aufbringen können. Hier im europäischen Süßwasser ist der Wels unser kräftigster Gegner überhaupt. Stellt man ihm auch noch im Fluss und vom Ufer aus nach, kommt man mit seinem Angelgerät sehr schnell an dessen Grenzen. Weil eine meiner Leitlinien lautet „Wenn man glaubt, dass etwas ausreichend ist, mach es doppelt so stark und es reicht sicher.“, nennen mich meine Freunde auch “Paranoia-Dori” In Zeiten von Billigbau und Rentabilität ist sowas nicht modern, aber wenn man sich mit dem Endgegner anlegt, sollte man nicht kleckern sondern klotzen.

Ich betreibe das Wallerspinnfischen nun schon viele Jahre und habe auch leider meine Lektionen lernen müssen. Ich will euch einige Tipps mitgeben, mit denen ihr beim Erstkontakt mit unserem größten Süßwasserräuber bessere Chancen auf eine erfolgreiche Landung habt. Gehen wir vom vielzitierten „worst case“ aus. (Wenn ihr auf solch eine Situation ausreichend vorbereitet seid, seid ihr auch auf alle anderen Situationen ausreichend vorbereitet.) Also: Man steht am Ufer eines stark strömenden Flusses und hat einen Waller an der Leine. Nun gilt es, richtig Dampf zu machen und den Fisch in eine Kehrstöhmung, einen Pool oder ruhiges Wasser zu bringen, um Kontrolle über den Fisch zu erlangen. Stellt sich ein Waller quer in der Strömung wird man selbst mit schwersten Gerät kaum mehr eine Chance haben, den Fisch aufzuhalten. Und kann man dann dem Fisch am Ufer nicht folgen, wird man ihn unweigerlich verlieren.

Deshalb ist es gerade am Anfang des Drilles besonders wichtig, den Fisch zu überrumpeln. Das geht natürlich nicht immer, aber nur so hat man gute Karten, den Drill für sich zu entscheiden. Wer in der Zusammenstellung seines Gerätes Fehler macht, wird den Fisch beim brachialen Heranzerren unweigerlich verlieren.

Deshalb mache ich keine Kompromisse und habe mein Gerät auf die Maximalbelastung abgestimmt:

Rolle: 8000er Stella SW (Bremskraft max. 28 KG / Schnurfassung ca. 200 Meter 0,40mm)

Rute: Meine Rute für kurze Distanzen OCEA BB Heavy Game mit 150g WG und 239 cm Länge. Diese Rute ist aus unserem Salzwasserprogramm (sie ist übrigens dreiteilig und dürfte in so manche Reisetasche passen, was besonders beim Fliegen von Vorteil ist).

Schnur: Die Leine ist eigentlich die wichtigste Komponente. Ist hier der Durchmesser und die Tragkraft nicht ausreichend, hat man verloren – selbst mit Top-Rolle und Hyper-Rute! Deshalb kommt bei mir nur eine Schnur drauf, mit der ich auch Bäume fällen könnte, namentlich Power Pro Super 8 Slick mit einem Durchmesser von 0,41mm.

In Seen, ruhig strömendem Wasser und/oder vom Boot aus wird diese Schnurstärke immer locker ausreichen. Ich bin aber oft in richtig stark strömenden Flüssen unterwegs und will euch ja auch meine stärkste Kombo zeigen. Mit der 0,41mm Super 8 Slick haben meine Gäste Fische bis 254 cm gefangen. Da die Fische in Spanien zum Glück immer noch wachsen, werde ich mir für die nächste Tour eine 0,56 mm Power Pro auf meine Rolle spulen.

Paranoia-Dori, ich weiß. Aber lasst mich mal ein bisschen rechnen:

Tragkraft: ca. 75 kg
Tragkraftverlust durch Knoten: min.  25 % (ca.  19kg)
Verlust durch Gebrauchsschäden der Schnur im Laufe der Zeit: 0-20% (ca. 11kg)
Ergebnis: Es bleibt eine Tragkraft von ca. 45kg

Das ist immer noch fast doppelt so viel, wie die Bremskraft der Rolle.  Aber wenn ein Fisch im Drill dann mit der Schnur an irgendeinem Hindernis wie Baum, Felsen oder ähnlichen reibt, kann man den verbliebenen Durchmesser und die restliche Tragkraft der Schnur sehr gut gebrauchen.

Natürlich geht der große Durchmesser zu Lasten der Wurfweite und der noch angenehm zu befischenden Tiefe. Aber was macht es für einen Sinn, auf große Distanzen Fische an den Haken zu bekommen, die man angesichts der Starkströmung dann eh nicht landen kann, weil man den ersten Run nicht halten kann.

Soviel also zum Thema Paranoia-Dori und meinem Therapieansatz. Mich beruhigt es einfach, wenn ich weiß, dass ich hintenraus noch einen Puffer habe.  Ihr werden euer Gerät natürlich auf eure Gewässerbedinungen  anpassen müssen. Gegebenenfalls ja auch auf den Zielfisch. Denn das Paranoia-Prinzip ist durchaus übertragbar auf andere Angelarten und Zielfische.

Ich geh jetzt mal mein Wallertau aufspielen und verbleibe mit besten Grüßen!

Petri, Leute!
Dori

 

G.Loomis NRX Jig&Worm 802C

Hochwertige Blanks wirken sich beim Baitcasten nicht nur deutlicher auf den Angelkomfort und das Handling aus als bei Spinnruten, sondern ermöglichen auch weitere und präzisere Würfe. Deshalb macht es Sinn, hier ein bisschen mehr in eine Kombo zu investieren, anstatt sich in der Breite zu verstärken. Als es nach meinem Amtsantritt bei Shimano darum ging, mir eine Barschausrüstung zusammenzustellen, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und mich dann auf die G Loomis NRX Jig&Worm 802C JWR (J = Jig, W = Worm, R = Rod) mit einem Wurfgewicht von 1/8 – 3/8 oz. festgelegt.

Ich wollte eine leichte BC-Rute mit einem kurzen Griffstück, die möglichst viel abdeckt.

loomis-handles

An der NRX Jig&Worm 802C ist das Handle A, mit dem man hantieren kann, ohne an Jacken hängen zu bleiben.

Primär zum T-Rig-Fischen und Jiggen, aber auch zum Topwatern, Twitchen und zur Not auch ein bisschen zum Cranken – wohl wissend, dass sich für die Hardbaits eine etwas weichere Rute besser machen würde.

nrx-jig-and-worm-design

Für mich ist sie gerade wegen des schlichten Auftretens ein Design-Brett. Es lebe der Vintage-Look!


Retro-Design meets Funktionalität

Statt mit Verschnörkelungen und Applikationen zu glänzen, wollen die schlichten Loomis-Gerten mit Funktionalität überzeugen. Der Fokus liegt auf einem perfekten Wurf/Drill-Verhalten. Darüber hinaus bieten die einzelnen Serien Ruten für fast jeden Ködertyp, vom Crankbait, über den Shaky Head bis zum Jig&Worm, deren spezifische Aktionen, die Bisserkennung erleichtern und die Bissverwertung fördern.

nrx-griff

Zweckendfremdet: Die Jig&Worm kann man auch mal zum Twitchen “missbrauchen”.


NRX Jig&Worm 802C-Blank

Natürlich habe ich mich im Vorfeld schon ein bisschen zu einzelnen NRX-Features schlau gemacht. Kernelement der Jig&Worm ist der MagBass-Blank. Der ist vorne recht dünn, läuft nach hinten aber stark konisch aus, so dass die Rute unten fast schon etwas klobig wirkt. Trotzdem ist sie schön leicht. „MagBass“ leitet sich von Magnum Taper ab. G. Loomis hat als erster Hersteller diesen Begriff verwendet und, wenn man so will diese Art des Blank Tapers “erfunden”. Die Begrifflichkeit MAG hat mittlerweile fast jeder Blankhersteller übernommen, manche haben für die gleiche Taperform andere Namen z.B. Bass Plus. „Mag“ kommt von „Magnum“ und steht für „mehr Backbone“, also ein stärkeres Rückgrat, was man zum Bass-Angeln unbedingt braucht. Einerseits um die Fische schnell aus dem Holz, zwischen Seerosenfeldern oder unter Grasmatten herauszuholen. Andererseits wirken auch beim Landen große Hebelkräfte, weil die Amis ja nicht lange mit dem Kescher herumfackeln, sondern die Fische ins Boot heben. Die Blanks haben ungefähr bis zur Hälfte ihre angegebene Wurfgewichtsklasse. Der Rest ist reine Kraft. Diese Kraft kann man entweder aus einer dickeren Wandstärke ziehen oder wie hier aus einem nach unten stärker werdenden Blank mit einer dennoch dünnen Wandstärke.

Wenn man sich die Chart mit den einzelnen NRX Jig&Worm-Modellen anschaut, fallen neben dem Wurfgewicht zwei weitere Begriffe ins Auge, nämlich „Action“ und „Power“.

loomis-nrx-jig-and-worm-modelle

Die Serie ist enorm ausdifferenziert. Bei uns sind aber nicht alle Modelle erhältlich.

Die Action bezeichnet die Biegecharakteristik der Ruten. Die Werte sagen etwas über das Rückschnellvermögen der Rute NACH einer Belastung aus. Zusätzlich beschreibt der Wert auch den Hauptaktionsbereich der Rute.

loomis-actions

Bei der NRX Jig&Worm 802C ist die Action „Extra Fast“.

Die Powerrate beschreibt die Eigenschaften beim Heben, Drillen und Wurfvermögen. Früher wurden die Blanks mit Powerraten von 00 bis 8 bewertet. Aktuell ist man von den Zahlen weg und beschreibt die Power mit Worten. In unserem Beispiel „Medium“, „Med-Heavy“, „Heavy“ und „Ex-Heavy“. Bei der 802C wird die Powerrate mit „Medium angegeben.

Das sieht dann beim Werfen so aus (ein bisschen Weitwinkel-Effekt muss man da allerdings abziehen):

loomis_wurf

Das geht beim Werfen richtig nach vorne los.

Und beim Drillen so:

loomis-nrx-rapfen-drill

Drill-“Gegner” war hier ein 65er Rapfen.

NRX Jig&Worm 802C-Beringung

Auf Stabilität bzw. Langlebigkeit wird auch bei Beringung geachtet: Zwar sind der Leitring, der zweite und der dritte Ring „herkömmliche“ Premium-Fuji’s. Darauf folgt aber eine Reihe von flexiblen Ringe aus Titan (RECoil Ringe).

titanium-ring

Leicht, stabil und flexibel sind sie, die Titanium-Ringe.

Den Abschluss bildet wieder ein Fuji Spitzenring. Die Titanringe sind um einiges leichter als Ringe mit SIC-Einlagen. Aufgrund der Elastizität des Material können sie praktisch nicht kaputt gehen (es gibt ja keine Ringeinlagen, die herausfallen könnten) und man braucht auch weniger Wickelgarn und Lack, um sie zu befestigen. Auch das spart zusätzlich Gewicht ein. Außerdem bleibt so nahezu die ursprüngliche Aktion des unberingten Blanks erhalten.
NRX Jig&Worm 802C im Einsatz

Hört sich doch gut an, oder? Ich war jedenfalls tierisch gespannt auf die Rute und habe mich sehr gefreut, als mir der Paketbote mit einem über 2 m langen Paket entgegenkam. Als ich die Rute in der Hand hielt, war mir gleich klar, dass wir beide dicke Freunde werden. Die ersten Eindrücke: Wirklich extrem schlicht. Wenig wiegt sie. Und schnell ist sie auch.

Inzwischen ist sie zu einer meiner absoluten Lieblingsruten geworden. Ich kann alles mit ihr machen, was ich mir vorgenommen hatte. Die Rute wirft auch ein 3,5 Gramm leichtes T-Rig über den Kanal vor meiner Haustür. Optimal „performt“ sie meines Erachtens ab einem Gewicht von 6 Gramm. Dafür kann sie ein bisschen mehr als die angegebenen 10 Gramm ab.

Im Drill kann sie auch guten Fischen viel entgegensetzen. Dennoch machen auch mittlere Barsche schon richtig Spaß an dem feinen Loomis-Stock.

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7g-Jig, 5cm-Gummi und ein Heli-Snap – das sind ziemlich genau 10 Gramm, die die Jig&Worm problemlos “matcht”.

Die Rückmeldung ist hervorragend. Man merkt wirklich jeden noch so feinen Zupfer. Und auch wenn sie darauf ausgelegt ist, Jigs und Würmer zu servieren, kommt meine Jig&Worm erstmal nicht drum herum, den einen oder anderen Wobbler rauszuschleudern. Auch das macht sie richtig gut.

nrx-hardbait-barsch

Hier in Kombination mit einer Core und dem 7 Gramm schweren Clackin’ Minnow (der sich übrigens sehr gut werfen lässt).

 

NRX Jig&Worm802C-Spezifikationen:

Länge: 6’8” (2,03 m) – einteilig
empfohlene Schnurstärke: 10 – 14 lb
Wurfgewicht: 1/8 – 3/8 oz (bis 10 g.)
Handle-Form: A (34 cm „lang“ bzw. kurz)
Aktion: Ex-Fast
Power: Medium
Farbe: grün

Fazit: Bei der G. Loomis NRX Jig&Worm handelt es sich um ein Meisterwerk der Rutenbauerei. Das Ding ist Handarbeit. 100 Prozent made in USA. Da ist eine lebenslange Garantie drauf. Das alleshat natürlich seinen Preis und mir ist klar, dass so eine NRX nichts für jeden Geldbeutel ist. Wenn man es sich aber leisten kann, kann man sich mit der Jig&Worm 802C für eine wirklich supertolle Rute entscheiden.

Yasei Spinning Pike kann auch Jigging Zander

Das Yasei-Programm ist ja ziemlich umfassend. Ich habe mal durchgezählt. Aktuell gibt es allein in der White-Serie 45 Yasei-Ruten. Das Konzept hinter der Ruten-Serie ist ja, den Anglern ganz konkret auf ihren Zielfisch UND/ODER eine spezielle Angelmethode zugeschnittene Ruten zu bieten. Dementsprechend heißen die Ruten dann „Crankbait“, „Worm“, „Drop Shot“, „Twitch“, „Perch“, „Sea Bass“ oder „Spinning Pike“. Letztere Bezeichnung legt ja nahe, dass es sich um eine reine Hecht-Spinnrute handelt.

spinning_pike_features

Ein leichter straffer Blank, stabile Zweistegringe und ein abgeflachter Griff, der sich pefekt an den Unterarm anlegt. Was will man mehr als Zander-Jigger?

Genauso wie Dustin gerne mit der Sea Bass auf Zander jiggt, zweckendfremde ich die Spinning Pike. Ich finde nämlich, dass es sich bei der mittleren Version um die perfekte Zanderrute handelt. Sie ist 2,5 m lang, hat ein Wurfgewicht von 20 bis 60 Gramm und bringt gerade mal 156 Gramm auf die Waage. Außerdem ist sie perfekt ausbalanciert und verfügt über eine schnelle Spitzenaktion. So kann man lange ermüdungsfrei jiggen, spürt jeden Stein am Grund und auch den leisesten Zupfer, hat Power zum Anschlagen und auch Reserven im Drill.

spinning_pike_zander

Ich hatte die Rute gerade wieder in Spanien dabei. Auch wenn da mal ein Wels einsteigt, muss man um diese Rute keine Angst haben.

spinning_pike_wels

spinning_pike_welsschleim

Und das Schöne: selbst wenn mal Barsche am Platz sind, muss man die Rute nicht wechseln. Die Yasei Spinning Pike kann neben Hecht, Zander & Wels nämlich auch Barsch.

spinning_pike_barsch

Technische Daten:

Gewicht: 164g
Länge: 2,50m
Transportlänge: 128cm
Teile: 2
Wurfgewicht: 20 – 60 Gramm
SIC-Beringung

Die müsst ihr unbedingt mal in die Hand nehmen. Die wird euch gefallen!

Viele Grüße

Dori

PS: Übers Zanderzupfen mit der Spinning Pike haben wir einen kleinen Film gedreht. Der befindet sich gerade bei Dustin im Schnitt. Sobald wir den auf youtube hochgespielt haben, sage ich Bescheid!