Searchbait meets BaitFinesse-Kombo

Ich hab’s ja bereits geschrieben. Die Angel-Flamme lodert wieder in mir. Zwar habe ich mich entgegen meiner Ankündigung am Mittwoch doch nicht in den Sturm geschmissen, aber dafür war ich heute früh schon realtiv zeitig aufm Wasser und werde auch morgen, übermorgen und überübermorgen Angeltermine wahrnehmen. Viele Köder brauche ich derzeit nicht mitschleppen. Eigentlich reicht mit eine kleine Box, in der es sich sechs 9 cm-360GTs nebst ihren Ersatzschwänzen bequem gemacht haben. Manche Leute meinen ja, das Angelleben als Teamangler sei kompliziert. Immer müsse man liefern. Man würde gezwungen, mit Dingen zu fischen, zu denen man kein Vertrauen hat. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist voll einfach: Man schaut sich einen Köder aus, will ihn testen, um eine Aussage treffen zu können, schraubt ihn an die Rute und angelt ihn ein paar Tage lang durch. Natürlich will man immer, dass das Ding besser fängt als alles andere. Doch dieser Köder, der immer alles andere niederrockt, muss noch erfunden werden. Ich bezweifle, dass es so was geben kann. Und so sucht man sich Angelsitutionen aus, die zum Köder X passen. Im Falle des GT360 ist das flaches Wasser. Kraut ist sicher nicht schlecht. Und dann müssen da halt Raubfische da sein. Wenn man mit dem 9 cm-Modell angelt, wäre es von Vorteil, wenn es Lauben oder andere schlanke Beutefische gäbe. Und Barsche oder Hechte, die Bock auf diese Beute haben.

Sieht geil aus, oder? Der Jigkopf ist aus Plastik mit Bleikern. Im Inneren ist noch eine Rassel. Ganz weit vorne, das Teil.

Ergo fische ich derzeit viel im Flachwasser. Am Dienstag und heute in der Müggelspree. Da schwimmen auch diese Lauben rum. (In Berlin heißen die Ukkis, Ukels oder sogar Ukelse.) Bedauerlicherweise aber nicht wirklich viele fette Barsche und noch weniger Hechte. Aber ein paar Fische kommen immer zusammen, wenn man fleißig schmeißt. Auf einen 9 cm-Gummifisch gibt’s natürlich viele Fehlbisse von der 15-20 cm-Barsch-Fraktion. Aber ab und an bleibt einer hängen. Und die Hoffnung angelt immer mit, dass man mit dem großen Köder ja auch mal einen großen Ausreißer fangen kann.

Dem war heute nicht so. Mein größter Barsch war vielleicht nicht einmal 30 Zentimeter lang.

Wenn ich auf der Müggelspree fertig bin, kann ich auf jeden Fall sagen: Ich hab sie abgescannt.

Den zweitgrößten serviere ich mit Live-Biss!

Und wenn auf meine Köder nix Großes kommt, lags auf keinen Fall am Platz. Ich fische den Graben einmal komplett durch.

Und ein paar kleinere gab’s obendrauf.

Blendet euch die Sonne auch so? Die Cam kneift jedenfalls erstmal die Linse zu.

Die Bisse sind oft ganz schön hart – auch die kleinen Barsche nehmen den Köder oft voll.

Kann schon am Rasselkopf liegen. Oder dem heftigen Lauf (der Schwanz propellert wild, den Körper kippt es von einer Seite auf die andere).

Ihr kennt den Köder noch nicht, obwohl wir dauernd davon schreiben? Dann schaut doch mal hier das 360GT-Feature an.

Aber kommen wir mal ganz kurz auf die Überschrift zu sprechen: Im letzten Blogeintrag war was von zwei Kombos zu lesen, die ich mir für diese Angelei zurecht gemacht habe. Die habe ich beide am Steg getestet. Und danach war klar: Es würde heute ein BFS-Searchbait-Tag werden. Die 12-Gramm Adrena, die Alde Limited, 10er Kairiki, 25er FC und eine kurze 2,7kg-1×7-Titan-Spitze sind wie gemacht für den kleinen GT. Der kommt an einem 3,5 Gramm-Kopf daher und bringt sicher selber nicht viel mehr als 5 Gramm Gewicht mit. Damit lädt sich die Rute super auf. Ich bin von 18er FC auf 10er Geflecht umgesetiegen, weil die Rute schon recht weich ist und sie mir zusammen mit dem FC zu wenig Wumms hatte. Ich muss viel Gras abschütteln und brauche da ein bisschen mehr Power.

Oh Mann. Das macht so Spaß. Morgen geht’s weiter. Dann aber auf einem Barschsee mit 40er-Option. Mal schauen, ob’s scheppert.

Das wünsche ich euch. Am besten schon heute. Ob im Kopf oder an der Angel – euer Ding 🙂

Johannes

Mein bester Spree-Barsch-Tag ever!

Ich beschwere mich ja oft über unsere Spree. Klar. Wir haben viel Barsch hier. Und wer sich da richtig reinkniet, fängt auch mal nen Dicken. Es soll sogar Leute geben, die einigermaßen regelmäßig fette Kaliber fangen. Die Regel ist das aber nicht. Da muss man schon fleißig sein und die Bereitschaft mitbringen jeden Steg 10 mal abzuangeln, bis es mal richtig knattert. Aber ich möchte allen Spreeanglern, die sich im Moment gegen die Kleinbarsch-Invasion wehren müssen, Mut machen. Es kann immer der Tag der Tage kommen. Besonders im Herbst.

Ich hatte meinen Super-Barsch-Tag im vorletzten Jahr. Da war ich immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Platz und habe da einen dicken Eumel nach dem anderen gefangen. Auf Rubber-Jig. Stilecht an der damals neuen BFS-Kombo.

Es ging erstmal überschaubar los...

Es ging erstmal überschaubar los…

... aber mit der Zeit wurden die Barsche ansehnlicher.

… aber mit der Zeit wurden die Barsche ansehnlicher.

Ich bin ja schon zufreiden, wenn ich einen solchen Fisch bei uns fange.

Ich bin ja schon zufreiden, wenn ich einen solchen Fisch bei uns fange.

Und wieder ist die Expride krumm. Was ist denn hier los?

Und wieder ist die Expride krumm. Was ist denn hier los?

Normal ist alles über 30 gut und alles über 35 top.

Normal ist alles über 30 gut und alles über 35 top.

Man könnte denken, das sind die gleichen Barsche.

Man könnte denken, das sind die gleichen Barsche.

Aber neeeeeeee! Man sieht es an den Streifen.

Aber neeeeeeee! Man sieht es an den Streifen.

Noch einer - und die werden eher größer als kleiner!

Noch einer – und die werden eher größer als kleiner!

Kann doch nicht sein. Ich war richtig geflasht.

Kann doch nicht sein. Ich war richtig geflasht.

Kennt ihr noch die Becker-Faust? Das hier ist die Barsch-Faust. Die kommt relativ selten auf der Spree. Aber an dem Tag kam sie oft.

Kennt ihr noch die Becker-Faust? Das hier ist die Barsch-Faust. Die kommt relativ selten auf der Spree. Aber an dem Tag kam sie oft.

Keine Ahnung, ob ich dieses Jahr nochmal so einen Tag erlebe auf der Spree. Für mich geht’s ja bald nach Spanien. Aber euch Berlinern und allen anderen, die hart befischte und schwierige Gewässer beangeln, drücke ich die Daumen. Möge die Macht mit euch sein und euch im richtigen Moment zum richtigen Spot führen.

Gas geben! Kämpfen. Dann wird’s irgendwann auch was mit den dicken Barschen!

Johannes

X-Rappen auf der Spree

Ich hatte es ja angekündigt: Mit dem unfreundlichen Wetter beginnt die Intensivzeit. Ich liebe es. Heute hier. Morgen da. Und fast überall beißt es. Am häufigsten bin ich aber auf der Spree. Kurze Anfahrt. Willige Barsche. Reale Angelbedingungen. Mal fängt man nen  Großen,…

"Groß" ist immer relativ zum Gewässer.

„Groß“ ist immer relativ zum Gewässer.

…und viel öfter die Kleinen.

"Klein" bleibt klein - gewässerunabhängig.

„Klein“ bleibt klein – gewässerunabhängig.

Ist aber ja auch egal. Man muss nehmen, was da ist. Und wenn man sich drauf einstellt, machen auch die kleinen Barsche Spaß. Angeln ist ja auch mehr als Fische fangen. Ich habe Spaß am Werfen, bin voll dabei beim Twitchen, tauche in den Wobbler und sehe die angreifenden Barsch-Horden durch dessen Augen.

Mitarbeiter des Monats ist der X Rap in 8 cm. Durch die Farbcodes muss man sich durchprobieren. Manchmal fressen sie Barsche, manchmal Stinte, manchmal Lauben.

x-rap-s

Der X Rap in der Farbe S. Klasse. Übrigens zwicke ich die Widerhaken an – wenn ich den Enddrilling nicht durch einen Einzelhaken austausche. Aber so ein Federdrilling ist halt schon eine Waffe…

Und wer fleißig angelt, bekommt auch immer mal ne Überraschung ans Band. Gestern wars ein Rapfen.

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Der hat den Köder zwar nicht voll erwischt, aber trotzdem war’s ein krasser Biss.

x-rap-rapfen

Heute kein Barsch. Keine Spree. Aber aufs Wasser geht’s natürlich trotzdem! Ich hab schon echt nen fiesen Job abgegriffen 😀

Man liest sich!

Johannes

The early bird…

Der frühe Vogel fängt den Wurm – der frühe Hannes den dicken Barsch. So zumindest der Plan, den ich zweimal verfolgt habe in den letzten Tagen. Ich wollte der erste Angler auf den Spots sein. Ich wollte präsent sein, wenn die Dickbarsche ihr Frühstück einnehmen. Ich wollte ihnen mit dicken Scatter Cranks kommen und die abgescatterten Plätze dann mit kleinen Gummis ausangeln. Gefangen habe ich mir zwei dezente Backpfeifen. Wo die Mai-Barsche normalerweise regelmäßig und gut auf Cranks beißen und ich eigentlich immer ein paar schöne Fotofische fangen kann, ging fast nix. Einen Minibarsch habe ich rausgekurbelt mit dem kugeligen Hardbait.  Ein paar kamen auf Countdown – normalerweise ein Barsch-Magnet um diese Jahreszeit.

Allerdings sind die Wasserpflanzen noch nicht so weit oben, dass sie den Barschen als Unterstand dienen können und Brutfisch ist auch noch keiner unterrwegs. Es hat sich alles ein bisschen verzögert an „meinem“ Kanalsystem.

Aber ich will mich nicht beschweren. So ein Ausritt am Morgen ist einfach herrlich. Hier ein paar Impressionen:

 

sonnenaufgang-flanke

Wer den Sonnenaufgang so einfangen will und erstmal von Neukölln nach Köpenick fahren muss, muss um 3.30 aufstehen.

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Macht man aber ja gerne. Da wars dann aber schon 5 Uhr ca. – ich hatte auch auf der Spree ein bisschen versucht, was rauszukitzeln im ersten Licht. Da lief aber mal wirklich gar nix.

sonnenaufgang-spree

Naja. Also das entschädigt schon für ein paar ausgebliebene Bisse.

sonnenaufgang-mspree

Ich mags so gern, wenn der Nebel noch über dem Wasser liegt und langsam alles aufwacht.

 

Also ein paar schöne Stimmungsbilder konnte ich einfangen. Aber dicke Barsche? Echt nicht. Es gab mal nen kleinen Hecht. Mal eine Serie Kleinbarsche. Mal zwei Rapfennachläufer (sind ja eh geschont) und eine Brasse.

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Auch nix Besonderes mehr. Unser Brassenspezialist Veit Kazimiersch fängt die ja bei jedem Ausflug. Man merkt direkt, dass das anders drillt als Barsch und Co. Aber Spaß machen die auch – bis zum Abhaken.

 

Der schönste Barsch war der hier. Der kam relativ früh morgens gegen 6 Uhr am fünften Spot nach einem Fehlbiss. Da dachte ich, dass ich die Bande gefunden habe und es jetzt gleich ein paar gute Fische gibt. War aber nicht so. Trotzdem ein toller Fisch – farblich gesehen.

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Die Hoffnung estand, dass er kein Einzelgänger ist. Wenn dem so war, hat auf jeden Fall keiner mehr nachgegriffen. Kombo: Poison Adrena 264 Ul (WG 2-7 Gramm), 1000er Rarenium, 8er Nanobraid, 20er Sufix Fluorocarbon, Chebu und 3 Inch Gummiwurm.

 

Und wenn halt nicht mehr drin ist, kann man auch nicht mehr rausholen. Wobei ja immerhin noch die Möglichkeit besteht, dass ich schlecht gefischt habe. Das gilt’s in den nächsten Spreesessions rauszufinden. Allerdings werde ich den Seerosen und der Weißfisch- und Barschbrut noch ein bisschen Zeit zum Wachsen geben. Das nächste Berlin-Brandenburger-Barsch-Angeln findet für mich auf jeden Fall auf einem Waldsee statt. Allerdings habe ich am Sonntag eine Verabredung mit einer sehr großen Hechtdame. Mal sehen, ob sie auch bei schlechtem Wetter zum vereinbarten Treffpunkt kommt…

So long!

Johannes

Barsch-Quickies an der Spree

Es ist aber auch eine kurzgetaktete Phase im Moment. Vorgestern Magdeburg, gestern Spanien, morgen Hamburg, übermorgen Holland und dann Rostock. Dazwischen immer wieder neu das Tackle umpacken, Rollen bespulen. Das Wesentliche eben. Für Angelausflüge ist da keine Zeit. Eigentlich. Dabei fängt doch jetzt vielleicht die gute Phase an. Steuererklärung? Verdrängen! Berichte für Raubfisch, Esox, Blinker, Angelwoche und Fisch&Fang? Morgens bis mittags schreiben! Und dann schnell ans Wasser.

Dabei fange ich kurz vor der Dämmerung einen Barsch nach dem nächsten. Nach wie vor sehr gut auf X-Rap. In 6 cm Ayu und in 8 cm OG. Die etwas besseren Kaliber gehen auf Gummi. An der leichten Adrena (bis 6 Gramm) machen die schon richtig Laune.

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Sicher noch ausbaufähig. Aber das mache ich dann in Holland. Hoffentlich…

Noch schnell nen UL-Rapfen…

Gerade rast die Zeit. Letztes WE Barsch-Alarm-Mmeting in Mageburg. Übermorgen sitze ich im Fieger nach Spanien. Dann geht’s weiter nach Schleswig-Holstein. Dann nach Hamburg. Dann nach Holland und dann nach Rostock. Und am 12.12. komme ich dann abends total durchgerockt nach Hause. Bis dahin habe ich dann aber auch ein paar geile Angeltage hinter mir. Wobei der letzte auch nicht ganz schlecht war. Am Montag war ich mit meinem neuen Kumpel Gilles ein bisschen auf der Spree unterwegs.

Dabei haben wir einen Grand Slam zuammengeangelt, also vier verschiedene Fischarten: Plötze, Zander, Barsch & Rapfen. Die meisten Fische waren recht klein.

Den Auftakt machten ein paar x-gerappte Barsche. Wie so oft: 6 cm - Ayu.

Den Auftakt machten ein paar x-gerappte Barsche. Wie so oft: 6 cm – Ayu.

Gilles wollte lieber UL-Gummi fischen - so wie er es in Luxemburg macht. Da gab's dann halt ne Plötze.

Gilles wollte lieber UL-Gummi fischen – so wie er es in Luxemburg macht. Da gab’s dann halt ne Plötze.

Aber auch ein paar Barsche und dieses kleine Zanderlein.

Aber auch ein paar Barsche und dieses kleine Zanderlein.

Interessant wurde es, als es an der Oberfläche geraubt hat. Doppelschlag mit Stickbait. Zwei kleine Rapfenfritten statt der erhofften Dickbarsche.

Interessant wurde es, als es an der Oberfläche geraubt hat. Doppelschlag mit Stickbait. Zwei kleine Rapfenfritten statt der erhofften Dickbarsche.

Aber das Topwaterfischen auf Rapfen im November hatte was. Wobei der erste Rapfen gleich der beste war und auf einen durchgekurbelten Gummifisch gebissen hat.

Und es hat Zoom gemacht...

Und es hat Zoom gemacht…

An der 6 Gramm-Adrena macht der Rapfen ordentlich Druck.

An der 6 Gramm-Adrena macht der Rapfen ordentlich Druck.

Ran jetzt hier.

Ran jetzt hier.

Uuuups. Der Kescher hat sich überschlagen. Trotzdem...

Uuuups. Der Kescher hat sich überschlagen. Trotzdem…

Kein ganz schlechter. Wenn die Adrena nächste Woche genauso krumm ist, werden die Fotos noch ein bisschen besser: Felsen, Sträucher, rote Flossen, schwarze Streifen, olivgrüner Buckel...

Kein ganz Schlechter. Wenn die Adrena nächste Woche genauso krumm ist, werden die Fotos allerdings noch ein bisschen besser: Felsen, Sträucher, rote Flossen, schwarze Streifen, olivgrüner Buckel…

 

Die UL-Adrena habe ich auch ins Rutenrohr für Spanien gepackt. Da wird sie hoffentlich ein paar dicke Barsche ziehen. Die Vorfreude ist groß! Ich lass was von mir hören!

Hasta la proxima!

Johannes

Sanfte Landung auf der Spree

Nach dem 52er-Barsch-Kracher war ich paar Tage lang in höheren Sphären unterwegs – wohl wissend, dass mich die Berliner Angelrealität schneller einholen würde, als mir lieb ist. 50er sind auf Spree-Ausflügen mit meiner Alu-Büchse nicht zu erwarten. 30er sind schon gut, 35er toll und ein 40er die absolute Ausnahme. Wohl dem, der sich auch an kleinen Fischen erfreuen kann.

Denn von denen gab’s in den letzten Tagen einige. Die meisten Kanalbarsche fing ich auf Wobbler. Super läuft nach wie vor der kleine X-Rap in Ayu.

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Aber auch mit dem kleinen Clackin‘ Crank lassen sich immer mal wieder ein paar Barsche aus der Reserve locken. Tendenziell sogar die etwas besseren.

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Auf der Suche nach größeren Barschen in der „offenen Spree“  bin ich gestern leider nur auf kleine Zander gestoßen. An der Barschrute machen die aber auch gut Spaß. So wie es aussieht, muss ich mich spreebarschtechnisch noch ein bisschen gedulden, bis die Wassertemperaturen fallen (aktuell zeigt mein Lot noch 15,5 Grad an). Und so werde ich mich in den nächsten Tagen wohl auf die Zander konzentrieren und die mit Zanderzeug befischen. Ich bin zuversichtlich, noch größere zu fangen als den hier.

zanderlandungIhr seht schon: Nichts Weltbewegendes passiert, seit ich zurück bin. Zumindest nicht an der Dietel-Angel-Front. Aber man kann auch härter landen.

Satte Einschläge von dickeren Fischen wünscht euch

Johannes

Brutfisch-Barsch-Suche auf der Spree: Countdown vs. Vibrax

Den Tagen um den Vollmond sagt man ja nach, dass sie besonders gut sind. Vor allem Zander drehen durch, wenn ihnen der Mond nachts den Schlaf raubt. Aber auch Barsche sind oft besonders aktiv in diesem Zeitfenster. Und so bin ich in den letzten drei Tagen auf dem Wasser gewesen. Am Samstag auf einem kleinen Waldsee mit dem Ziel einen Megabarsch zu fangen: War nix. Am Sonntag wollte ich neue Zanderstellen auf der Dahme austesten: Nach dem 5. Wurf gab’s ein Gewitter, das mich zum Abbruch zwang. Gestern ein erneuter Versuch auf Zander: Kein Zupper.

Also nix wie weg und noch ein paar Würfe auf Barsche auf dem Heimweg: Und siehe da – zumindest die Barsche haben gebissen. Wie gut, dass ich immer meine Stradic SSTR61L dabei habe und eine Wobbler/Spinner-Box.

Denn mit der hatte ich gestern dann noch ein bisschen Spaß auf der Spree.

Ich mag‘s ja immer gern, wenn die Barsche Spinner attackieren. Die Bisse in die straffe Schnur werden ja meistens durch den kurzen Ausfall des Anzugwiderstands angekündigt, so dass man doppelt Freude hat. Außerdem haben die Barsche gestern sehr gut auf flach laufende Spinner (2er Vibrax in Trout) gebissen, so dass ich die Angriffe durch die Polbrille sehen konnte.

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Nicht zu toppen ist aber nach wie vor der 5 cm-Countdown in S oder G (wenn die Sonne scheint), den ich einfach nur durchkurble. Wenn auf den nichts beißt, weiß ich, dass kein Barsch am Platz ist.

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Wobei auch der 7er oft gut fängt (Zur Brutfischzeit allerdings nicht zwingend die größeren Fische)…

countdown-barsch… und auch der 7er Scatter Rap Countdown in S ist gut, wenn die Fische tiefer stehen. Allerdings muss man mit den beiden letztgenannten aufpassen, dass man nicht zu viele Brassen „häkelt“.

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Hier sieht man noch einmal schön, wie weich die Spitze der Stradic ist. Die geht schon bei diesen kleinen Fischen richtig mit. Umso schöner, wenn ein großer Barsch am Haken zappelt.

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Von den großen Spreebarschen gab’s gestern keinen. Aber das kann heute ja schon anders aussehen.

Viel Spaß auf dem Wasser und immer eine Handbreit Barsch im Kescher wünscht euch

Johannes

Sufix NanoBraid: die ersten Eindrücke

Auf der letzten EFFTEX wurde sie mit dem Preis für die beste neue Geflochtene ausgezeichnet. Ihr Name legt Vergleiche nahe. Die verbieten sich mir aber eigentlich. So lange ist es ja noch nicht her, dass ich ein anderes Nanofilament gefischt habe, von dem ein Lager aufgrund der Wurfweite begeistert war  und die vom anderen Lager aufgrund der Schwierigkeiten beim Verknoten verteufelt wurde. Nun habe ich die NanoBraid aber als Erster im Team bereits eine Weile gefischt und da sie seit ein paar Tagen erhältlich ist, wollen zumindest die Freunde von Nano-Schnüren sicher ein bisschen was drüber wissen. Hier also meine ersten Eindrücke.

Sufix-nanoBraid

Ausgezeichnete Geflochtene!

Zuerst einmal das Wichtigste. Im Katalog steht: „Dreimal stärker als vergleichbare Schnüre, ausgestattet mit einer hervorragenden Knoten- und Reißfestigkeit, besser als bei anderen dünnen Schnüren.“ Nun habe ich hier keine Maschine stehen, mit der ich die Knotentragkräfte messen kann. Das Material ist aber auf jeden Fall sehr gut verknotbar. Die Knotentragkraft passt auf jeden Fall und wird auch Zweifler überzeugen. Als Schnurverbinder empfehle ich den Doppelten Uniknoten oder noch besser den Slimbeauty. Wenn man bei beiden Knoten die NanoBraid doppelt legt, hält es am besten.

Im Katalog steht auch: „Sufix NanoBraid wird mit der ‚Wide Angle Braiding‘ Technologie hergestellt. Durch den höheren druck bei, Flechtvorgang entsteht ein festes und absolut robustes Gewebe mit einer seidig weichen Oberfläche.“ Tatsächlich merkt man dieser Schnur an, dass sie geflochten ist. Wenn man sie durch die Finger zieht, merkt man, dass es sich hier nicht um einen einzelnen Faden handelt. Die Schnur ist also nicht glatt. Aber wirklich sehr weich und geschmeidig.

Zum Testen habe ich eine 0,04er geschickt bekommen. Mein erster Gedanke war: ‚Was soll ich denn damit?‘ Nach den ersten Knotentests hatte sich die Skepsis aber schon einigermaßen relativiert. Für die UL-Kombo sollte das evtl. sogar die richtige Schnurstärke sein. Und so habe ich die 100 m auf die 2500er Stradic Ci4+ gewickelt, die inzwischen ein unzertrennliches ein Gespann mit meiner Diaflash (2,20 m / WG 2 – 10 Gramm) bildet.

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Das Wickelbild.

Und dann ging’s auf die Spree. Es war Dezember. Die Barsche waren nicht gerade in Topform. Das extrem klare Wasser hatte dazu geführt, dass man die Barsche eigentlich fast nur in der Dämmerung erfolgreich befischen konnte. Eventuell würde das ja sogar was bringen, wenn man so fein fischt wie nie zuvor. Dementsprechend kam ein 17er FC-Vorfach dran. Dazu ein Mini-Bullet-Weight, Perle, Haken und eine kleine Creature.

Die Barsche haben mir dann leider nicht die Bude eingerannt. Aber ein paar Fische konnte ich mit dem Super Sensitiv-Gerät immerhin rauskitzeln aus der alten Spree.

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Die feine Rute puffert jeden Rüttler ab.

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Das war einer der ersten mit der Nanobraid gefangenen Barsche.

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Über die Größe hier war ich im Frühwinter schon froh.

Darum ging’s aber ja nicht hauptsächlich. Primär wollte ich was über die Flugeigenschaften herausfinden und wissen, ob man den Knoten trauen kann. Die Flugeigenschaften sind natürlich hervorragend. An so einer dünnen Schnur fliegen die kleinen Bullets natürlich ein bisschen weiter als mit einer 10er. Da ich bislang keine genauso dünne Vergleichsschnur zur Verfügung hatte, kann ich nicht sagen, ob die NanoBraid die Köder bei gleichem Durchmesser weiter heraus befördert. (Das teste ich demnächst. Gestern kam ein Paket mit Sufix NanoBraid in allen Stärken von 0,04er bis 0,12er.)

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Mein Testpaket – von 0,04er bis 0,12er in 0,02er Schritten alles dabei.

In Kombination mit der weichen Spitze der UL-Rute gab’s mit der 0,04er auch null Probleme mit dem Anhieb. Nachdem ich anfangs etwas zögerlich zuwerke ging, ziehe ich inzwischen durch. Zu einem Abriss kam es noch nie. Allerdings habe ich auch noch keine wirklich dicken Fische drauf gehabt. Ein paar 30er waren’s aber schon. Nachdem ich die aber aus dem Wasser heben konnte, habe ich vor 40ern jetzt aber auch keine Angst.

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Einer der besseren 2 cm-Köder-Schonzeit-Barsche aus Berlin. (Wir dürfen nur 2 cm lange Köder fischen in Moment. An dem feinen Gerät macht das aber Spaß.)

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Gutes Feeling im Drill.

Was ich also jetzt schon sagen kann: Man kann auch den dünnen Durchmessern trauen und hat jetzt eine sehr feine Schnur zur Verfügung, die den Köderkontakt direkter macht; die kleine bzw. leichte Köder weit fliegen lässt; mit der man mit weniger Gewicht schneller auf Tiefe kommt und die zudem natürlich auch weniger sichtbar ist. Das ist doch schon eine ganze Menge. Ich bin jedenfalls auf die Meinung der ersten Tester unter euch gespannt.

Zum Schluss noch die Tragkraftangaben:

tragkraft_nanobraid