Mono-Wobbeln: Schnur-Transfer zur Raubfischsaison!

Es geht das Gerücht herum, dass man mit Twitchbaits nur fängt, wenn man sie richtig schnell durchs Wasser peitscht. Das kann während der Sommersaison richtig sein. Deshalb stelle ich meine Ruten für den Sommer auch nicht speziell auf „Wobbeln“ ein. Wenn es aber Herbst wird in Berlin, dann wird das dünne Geflecht, das meine Aldebaran zur warmen Jahreszeit ziert, auf eine andere Rolle gespult (ein einmaliges Umdrehen ist nach einem halben Jahr mit Einsätzen über Muscheln, am Holz und im Brackwasser eh nicht verkehrt). Und dann kommt da Monofile drauf – einer meiner wichtigsten Transfers für die englischen Wochen im Herbst und Frühwinter, die ja eine entscheidende Phase im Leben eines Raubfisch-Trainers darstellen.

Es soll Angler geben, die prinzipiell nix anderes mehr angeln und saisonübegreifend auf Fluorocarbon oder dehnungsarme Monofile setzen, weil diese beiden Schnurtypen weniger sichtbar und lautlos sind. Dafür dehnen sich FC (weniger) und Mono (ein bisschen mehr). Bis auf weiteres stehe ich auf den harten Kontakt zum Rubber-Jig oder Bullet – und fürs T-Riggen und Rubber-Jiggen nütze ich meine BFS-Kombo (Expride plus Aldebaran) neben dem Wobbeln eben auch hauptsächlich. Zum Wobbeln brauche ich den aber eigentlich nicht. X Rap & Co sprechen auch auf Schläge ins Fluorocarbon oder in die Monofile voll gut an, schlagen krasse Flanken und brechen auch schön auf die Flügel aus.

Seit ein paar Tagen habe ich mit Ultegra Invisitec eine Neuverpflichtung im Team. Feinstes japanisches Mono-Material von Shimano, das nicht nur aussieht wie Fluorocarbon, sondern – wie FC auch – weniger sichtig sein soll als eine herkömmliche Monofile und mit einer überragenden Abriebfestigkeit und sehr hohen Tragkraft aufwartet.

 

Punktzahl (von maximal 5)
Abriebfestigkeit +++++
Geringe Dehnung ++++
Knotenfestigkeit ++++
Weichheit ++++
Wenig Memory ++++

 

Liest sich gut. Ich war gespannt auf den ersten Praxiseinsatz. Der fand an der Spree statt. Vor vollem Publikum. Und vor allem nachdem ich den spektakulären Bericht über den Überkopfwurf mit der Metanium veröffentlicht hatte. Ich hatte wieder das selbe Darth-Vader- bzw. Batman-Kostüm an. Volle Montur. Schwarz von oben bis unten. Gekrönt mit der feshen Hagane-Kappe.

x-rapper

Ich also das Boot geparkt. Uferangler auf beiden Kanalseiten. Oh Gott. Wenn da jetzt einer den Bericht gelesen hat und ich jetzt nen Tüddel werfe… Dabei hab ich die Rolle noch nicht auf die dehnbare, fast doppelt so dicke dickere und steifere Schnur umgestellt – muss die optimale Auf- ähhh Einstellung ja erst noch testen. Und Shit. Ganz schön voll habe ich sie auch gemacht. Wenn das mal gut geht.

Ich ziehe also durch.

Ich ziehe also durch.

Und es kam, wie es kommen musste.

TÜDDEL!

TÜDDEL!

Ich muss lachen. Echt peinlich. Naja. Letztendlich interessiert man die Leute ja meistens weniger als man denkt. Und zweitens muss dann halt der zweite Wurf sitzen.

Also runter mit dem Vogelnest.

Also runter mit dem Vogelnest.

Ein bisschen zudrehen das Ganze. Zwei zusätzliche Pins aktivieren. Den Daumeneinsatz verstärken.

Durchziehen.

Durchziehen.

Zieeeeeeeeeeeeeeeeeeeh.

Zieeeeeeeeeeeeeeeeeeeh.

Gut gegangen.

Gut gegangen.

Ein kurzer Wurf zwar. Aber eigentlich hat sich das gut angefühlt. So jedenfalls, dass man die Bremse vorm nächsten Wurf wieder ein bisschen aufdrehen kann. Und zack.

Da ist auch schon der erste Barsch.

Da ist auch schon der erste Barsch.

Noch einmal nachjustieren und die Spulenbremse öffnen. Ich habe nun 4 von 8 Pins aktiviert. Durchziehen, Daumendruck wegnehmen. Ahhhhhhhhhhhh. Perfekt. Weiter werfe ich mit der Statio auch nicht.

Nächster Barsch.

Nächster Barsch.

Seitdem habe ich mich eingeworfen mit dem Setup. Ich fische X Raps (8 cm mit 7 Gramm) und den Shadow Rap Shad (9 cm und 13 Gramm). Letzterer ist das Maximum für die Kombo. Die Rute ist ja auf 12 Gramm ausgelegt. Durch den Mono-Puffer geht das aber gut.

Der 20er-Durchmesser ist einfach perfekt.

Der 20er-Durchmesser ist einfach perfekt.

 

Ich kann das Twitchen mit Ultegra Invisitec-Mono nur empfehlen. Denn:

  • Mono macht keinen Krach unter Wasser.
  • Die Fische sehen die Schnur nicht so gut wie Geflecht.
  • Die Dehnung beugt einem „Twitcharm“ (dem Pendant zum Tennisarm) vor.
  • Die Wobbler laufen natürlicher.
  • Die Bisserkennung ist absolut ok.
  • Die Wurfweiten sind super.
  • Und Ultegra ist echt geschmeidig. Tüddel gibt’s seit dem ersten Wurf nur, wenn der Wobbler gegen den Brückenpfeiler fliegt und das tut er erfreulicherweise nicht wirklich oft.

 

Und ansonsten? Der Kampf um die City-Zentimeter macht Laune!

Hat der schon über 25? Ich denke doch!

Hat der schon über 25? Ich denke doch!

Krass! Ein Ü30er!!! 35? Oder sogar mehr? Wir werden's nie erfahren...

Krass! Ein Ü30er!!! 35? Oder sogar mehr? Wir werden’s nie erfahren…

 

Vielleicht sieht man sich ja. Ihr erkennt mich bis auf weiters am schwarzen Trikot…

Johannes

Mit dem X-Rap auf Kanal-Barsch-Suche

Nachdem ich die flachen Verbindungen zwischen den Berliner Großgewässern im Sommer in Ruhe gelassen habe, habe ich gestern eines der Systeme angetestet. Traditionell beginnt die eigentliche Kanal-Barsch-Saison ja ein bisschen später. Im Prinzip muss die Wassertemperatur erstmal fallen, bis sich die großen Barschmengen hier einfinden. Manchmal geht aber ja auch schon mal eine Vorhut durch. Außerdem macht mir das Kanal-Barschangeln großen Spaß. Man fischt mit leichtem Geschirr, ist umgeben von einer tollen Kulisse, muss viel werfen – und das mögichst genau. Wenn man dann einen Punkt gefunden hat, geht es manchmal Schlag auf Schlag.

Also das Boot unter den Hintern geschnallt und rein in den Kanal.  Texas oder Gummi am Bleikopf? Wobbler! Das funktioniert in dem flachen Wasser oft am besten. Also: Countdown, Clackin‘ Minnow, MaxRap Fat Shad, oder Scatter Rap Shad? X-Rap! In 6 cm und der Farbe Ayu.

x-rap-ayu

Mein Setup: SSTR61L, 1000er Rarenium, 6er Nanobraid, 20er Fluororabon.

letzter-wurf
Erster Wurf. Treffer! Kein großer Barsch, aber ein schöner. Und ein schöner Biss auch auf den Suspender, den ich nach dem Antwitchen stehen gelassen habe.

kanal-barsch2
Nach 3 bis 4 Fischen war der Ofen an Platz No. 1 aber aus. Und so ging es weiter. Von Spot zu Spot. Immer das gleiche Schema: Twitchen. Twitchen. Pause. Biss (oder kein Biss). Twitchen. Twitchen. Pause. Twitchen. Pause. Beim Anzupfen bricht der kleine X-Rap, den ich um seinen Federdrilling und die Widerhaken am Bauchdrilling erleichtert habe, extrem zur Seite aus, um in der Pause auf dem Punkt zu verharren. Durch die kleine Tauchschaufel reagiert der Köder auf den kleinsten Ruck, so dass man vor allem im Winter aufpassen muss, dass man ihn nicht überpacet. Jetzt, da die Barsche zu höchster Jagdform auflaufen, kann man ihn aber voll beschleunigen.

Hier sieht man gut, wie die Stradic SSTR61L mitarbeitet.

twitch2

twitchpause2 Twitch. Twitch. Pause. Deutlich zu erkennen an der Rutenspitze. Die Stradic puffert die Twitches sehr angenehm ab.

 

Nun ja. Nicht jeder Tag ist ein Dickbarschtag. Aber Spaß gemacht hat’s trotzdem.

kanal-barsch5 x-rapper minibarsch kanal-barsch4 kanal-barsch3 kanal-barsch1
Ich habe natürlich noch einige andere Wobbler ausprobiert. Auch größere. Die blieben aber weitgehend wirkungslos. Manchmal muss es halt Ayu sein. Für den nächsten Ausflug habe ich mir aber schon die 8 cm-Version bestellt, um evtl. ein bisschen selektieren zu können. Für den X-Rap an sich geht der Daumen aber kerzengerade nach oben!

daumen-hoch

Ich wünsche euch genauso viele Barsche und ab und an einen dickeren!

Johannes