Dinge, die manchmal untergehen…

Gerade habe ich für den Barsch-Alarm einen Bericht zum Thema Softjerken rausgehauen. Nahezu parallel packe ich meine Angelsachen für den Stachelritter-Cup am Bodden (zumindest im Kopf). Ich fahre da auf einem JDM-Boot mit und bin verantwortlich fürs Tackle-Management. Bedeutet konkret, dass ich die Leute mit Ruten und Rollen ausstatte. Eine Kombo, die auf jeden fall mit an Bord geht – oh Mann, die ist fast zu heilig zum verleihen – ist die neue Expride Spinning MH mit einem WG bis 21 Gramm. Ideal zum Jiggen und Jig-Spinnern. (Wehe, ihr behandelt die nicht pfleglich, Leute!) Kurz habe ich mich gefragt, ob ich mit der überhaupt schon einen Fisch gefangen habe (ich hab sie erst kurz vor der WPC bekommen).

Und jetzt schließt sich der Bogen zum BA-Artikel: Aber ja doch! Hab ich. Und zwar ganz wichtige Fische. Der erste Fisch war ein 48er Barsch. Ok. Es war kein 50er. Aber kann man eine Rute besser einweihen? Auf der Spree garantiert nicht.

So viel dazu! Die Rute beprechen wir ein andermal ausführlicher. So viel vorab: Viel besser geht’s nicht.

Schönes WE und fangt was! Ich hau jetzt an den Bodden ab. Juhu…

Johannes

Wohl dem…

Prolog: Die WPC 2017 ging für mich mit einem Schocker los: mit dem Rutenbruch einer meiner Hauptruten. Und hätte Dustin nicht eine Fireblood in 2,4 m bis 80 Gramm UND würde der Kollege nicht eh viel lieber mit der Baitcaster werfen, hätte ich vielleicht einen oder zwei Fische weniger gefangen. Und dann wär’s nix geworden mit dem Titel „WPC Champion 2017“, (Ich kann’s gar nicht oft genug lesen und schreibe es deshalb immer mal wieder auf. Sorry…)

Einschub: Wer meine Blogs verfolgt und mich auf Facebook in der Freundesliste hat (leider voll – was ein Schwachsinn mit dieser 5000er-Beschränkung), weiß, dass ich meine Ruten auf Flügen in ein Abflussrohr presse. Da passen – bei guter Pressung – ca. 15 Ruten rein. Die nehme ich auch meistens mit. Man weiß ja nie…

Man sieht es dem Aufkleber an: Ein paar Flüge hat das Rohr schon hinter sich.

Das Ganze hat aber schon ein bisschen negative Auswirkungen aufs Geschirr. Ich muss z.B. oft Ringe zurückbiegen. Einmal ist mir dabei ein Ring auch schon aus der Fassung gerutscht. Zwar stecke ich alle Ruten in Rod Gloves. Aber auf dem Flug und besonders beim Be- und Entladen des Fliegers werden die Teile sicher gut durchgeschüttelt und bekommen mal einen Schlag mit.

Hauptteil: Manche Schläge haben schlimme Folgen. Dieses Jahr in Spanien ist mir eine Zodias zerbrochen. Ärgerlich, weil es bis dahin meine Hauptrute war. Aber ich hatte ja reichlich Ersatz im M und MH-Bereich (7 bis 30 Gramm) dabei. Als ich bei der WPC vorm ersten Wettkampftag meine Fireblood aufgebaut habe, mit der ich auf Zander und Hecht fischen wollte, habe ich nochmal kurz am Köder gezogen, um mich an der Spitzenaktion zu erfreuen. Klack. 20 Zentimeter Spitze ab.

Noch ein Einschub: Man macht das nicht. Der Winkel ist dann brutal ungünstig. Das wird einem im Angelladen jeder Verkäufer sagen. Manchmal muss man Dinge erst selber erleben, um dran zu glauben. Bislang ging das immer gut.

Weiter im Hauptteil: Ausgerechnet jetzt bei der WPC nicht. Schock. Zwar propagiere ich auch immer mehr das Angeln mit der Baitcaster und ich hatte auch starke BC-Kombos dabei. Z.B. extra die Expride XH bis 56 Gramm, mit der ich noch viele Zander und Hechte fangen werde. Aber: Starker Wind (und daraus resultierende Schnurbögen), die Wettkampfsituation und die Tatsache, dass ich mit selbiger Rute bei der WPC einen 1,20er Hecht gefangen habe und damit WPC-Glück an der Fireblood klebt, sprachen dafür, die Fireblood als eine der 3 Ruten auszuwählen, die ständig griffbreit sein mussten. (Die anderen Kombos waren im geräumigen Rutenstauraum untergebracht.)

Letztes Jahr habe ich viel mit der Zodas MH gefischt. Als ich den Hecht hier im Kraut am Haken hatte, war ich froh, zur rechten Zeit auf die 80-Gramm-Rute umgestellt gehabt zu haben.

Schock. Aber keine Starre. Dustin war beim täglichen Captains-Briefing um dort über den Ablauf des Tages bzw. eventuelle Verschiebungen der Startzeit oder der Startlinie unterrichtet zu werden. Der Bootscheck (das Boot wird täglich auf Köderfische, Würmer oder andere verbotene Köder bzw. Montagen überprüft) war absolviert. Und im Rutenstauraum lag noch Dustins Fireblood mit dem selben WG. Allerdings mit einer 2500er Stradic (der weiße Klassiker mit Doppelkurbel) dran. Und ich wollte eine 4000er Rolle fischen und starke Schnur. Auf meiner Biomaster war 20er oder sogar 24er 832 drauf. Also: Meine Rolle von meiner Fireblood runter, Dustins Fireblood von der Stradic befreit, Biomaster auf Fireblood, Stahl dran, Köder dran. Fertig.

Als ich Dustin die Geschichte erzähle, ist der nicht so begeistert. Mein Vorschlag, die Rute zu teilen, traf auf gedämpfte Euphorie. Er mag halt die Stradic. Ich hingegen frage mich, wie man allen Ernstes eine 80-Gramm-Rute in 2,4 m mit einer 2500er Rolle fischen kann. Passt für mich gar nicht. Geschmackssache. Da wir uns aber auf dem Weg zum Start befanden, war ein Rückmontieren ausgeschlossen. Schließlich mussten wir auf dem Weg durch den Kanal ja auch noch mit Dustins Instagram-Followerschaft konferieren. Ich hab mich bei den Jungs erkundigt, zu welche Rute sie mir raten würden. Die einhellige Meinung: ‚Fireblood. Go big or go home!‘ Nun brauche ich normalerweise keine Beratung von Menschen, die selber noch nie auf dem Gewässer gefischt haben und gar nicht wissen können, was für Köder ich schmeißen will und wie ich da angeln möchte. Aber als wir am ersten Spot ankamen und ich vor der Frage stand: ‚Fireblood oder Expride (MH bis 21 Gramm)?‘, hat diese witzige Mini-Konferenz vielleicht sogar einen kleinen Einfluss darauf gehabt, dass sich die Wage zur Fireblood neigte.

Und das war wohl auch richtig so. Zwar gab’s auch viele Phasen, in denen ich andere Ruten gefischt habe. Aber im Verlauf der Competition kamen 8 von 11 Fischen auf die 80-Gramm-Rute. Darunter waren auch einige Fische auf volle Wurfdistanz. Nicht dass ich da mit der Expride nicht hingekommen wäre. Die ist ein Wurfmonster. Aber ob ich damit auch so gut wie jeden Biss verwandelt hätte?

Einen Biss weniger verwandelt – und nix wäre es gewesen.


Fazit:
Mit der fast 30 cm längeren Fireblood konnte 8 von 10 Bissen verwandeln. Ein Fehlbiss. Ein Aussteiger, an dem evtl. ein lascher Anhieb schuld war (ab und an hat man aber halt auch mal einen Aussteiger). Rutenwahltechnisch habe ich also alles richtig gemacht. Nur über die Behandlung meiner neuen 2,40er in Feuerrot muss ich mir Gedanken machen. In dieses Abflussrohr werden künftig nicht mehr als 10 Ruten gepresst. Den „Platz“ nutze ich für eine Schicht aus Luftkissen-Folie.

Schönen Sonntag bzw. einen guten Start in die neue Woche!

Johannes

PS: Ach ja. Die Überschrift muss noch ergänzt werden: … der einen Kumpel dabei hat, der einem eine Fireblood ausleiht, wenn’s drauf ankommt.

PSS: Das Video könnt ihr euch mal reinziehen. Gut gemacht!

WPC: Ready for Take-Off

Heute geht’s dann also los, denn morgen habe ich ja noch einen Termin beim Teampsychologen, der mich fit machen muss für die WPC. Die Schlappe vom letzten Mal (5. von 50) ist immer noch nicht verdaut. Späßle. Sparwitzle. In echt könnten Dustin und ich sicher sehr gut mit einem 5. Platz leben. Wenn man sich das Teilnehmerfeld anschaut und ein bisschen drin ist in der Wettkampf-Geschichte bzw. wenn man oft genug auf Facebook herumturnt, weiß man, dass da eine Menge ganz ausgezeichnter Angler am Start sind, die alle dieses Boot im Wert von 50.000 Euro gewinnen wollen bzw. auch nur den Titel des „Weltmeisters“ haben wollen. Klar. Da fehlt die internationale Bass-Elite – aber ich würd mich zur Not schon Weltmeister schimpfen, wenn es mir denn aufgezwungen werden würde. Dreams…

Was ein bisschen doof ist: Wir (Dustin und ich) haben kaum Zeit zum Trainieren. Am Montag evtl. ein bisschen.

Was evtl. gut für uns ist: Der Wettkampf-Sektor wurde beschnitten und auf unser Lieblingsgewässer in Holland eingegrenzt. Damit steht zumindest ein Spot-Konzept – zumindest so lange, bis die ersten Spots versagen.

Ein bissl Show muss sein.

Morgen bei Shimano geht’s natürlich nicht zum Psychologen. Da werden ein paar andere Sachen besprochen. Ein paar Köder werden das Büro sicher auch noch verlassen. Und dann mache ich mich am Samstag auf den Weg nach Holland. (Sollten das hier jetzt irgendwelche Strauchdiebe durchlesen: es macht überhaupt keinen Sinn, bei mir einzubrechen. Erstens steht der Hausdrachen bereit zur Abwehr. Zweitens ist so gut wie mein ganzes Tackle mit mir unterwegs – von wegen klare Konzepte und nicht verzetteln und so…)

Vorgstern habe ich erfahren, dass Dustin und ich auch in der Team-Competition antreten. Und zwar zusammen mit Willem Stolk und Chris Bloemert. Mit denen wohnen wir auch in einem Haus. Da ist Chaos garantiert. Und Spaß.

In der Zwischenzeit habe ich mir die Teamfrisur wachsen lassen.

 

Wir wollen ja auch optisch als Einheit auftreten.

Ich freu mich schon!

Johannes

WPC ? Das hat gerockt !!!

Sooo Leute ! Eine krasse Woche in Holland geht vorbei… Freitagabend sind Johannes, Dustin und ich im schönen Hellevoetsluis in Holland angekommen. Nachdem die Taschen ausgeräumt, die Betten bezogen und das Boot von Dustin geslippt wurde, entschieden wir uns, gleich noch mal ne Stunde angeln zu gehen… Erster Spot, keine 5 min. gefischt und gleich zwei Ruten krumm! Zwei 40+ Barsche sind auf die Gummis geknallt ! Was für ein Bombenstart!

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Keine 5 min später konnte ich einen schönen Hecht landen, der an der Metermarke kratzte! Unglaublich…

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Dem Hecht folgten 4 Zander bis 65cm!

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Eine Stunde gefischt und gleich so abgeräumt! Ich möchte nicht wissen, wie lange man für so geile Fische an der Spree angeln muss! Völlig geflasht beendeten wir den Abend.

Die nächsten Tage liefen aufgrund des Windes ein bisschen durchwachsener. Trotzdem konnten wir ein paar richtig schöne Fische überreden. Ein fetter 48er Barsch konnte zu meinem Crank an der Steinpackung nicht Nein sagen. Als der Brocken hoch kam, dachte ich schon an die Zahl, die mit 5 anfängt. Echt extrem, wie Barsche ab 45cm nochmal in die Höhe gehen und so krass bullig werden.

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Ein paar Zander konnten wir auch fangen, was verdammt viel Spaß gemacht hat! Warum? Die Zander standen auf 50 – 90cm Wassertiefe und lagen quasi über dem Kraut!

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Gummi mit einem leichten Bleikopf langsam eingeleiert und PENG hagelte es Einschläge!

Da ich zum Streetfishing da war, nahm ich mir zwei Tage Zeit, um das Gebiet mal abzuchecken. Nachdem ich es erfolglos auf Barsch und Zander im Kanal probiert hatte, probierte ich es auf Hecht in den 4 Stadtgräben. Einen 60er und ein Fehlbiss war am Ende das Ergebnis Am nächsten Tag probierte ich es noch einmal auf Hecht. Zwei Fehlbisse und zwei 75er konnte ich landen.

Nachdem mich Andi, der den Medien-Part von der WPC übernahm, gefragt hatte, ob wir nicht noch fix ein paar Fotos am Wasser machen könnten, sind wir noch einmal los gezogen. Nach 10 Minuten angeln macht es auf einmal BOOOOOOOOOMMMMMM !!!!! Direkt vor den Füßen ist mir eine Endmutti raufgeknallt!!!!!

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112cm neuer PB und dann noch in so einem kleinen Gewässer. Der absolute Wahnsinn! Ein Paradebeispiel für Catch and Release! Ich möchte nicht wissen, wie oft der in einem unserer Gewässer schon mal eine auf den Deckel bekommen hätte. Megageil war auch, dass der Karpfenangler, der neben dem Spot sein Zelt stehen hatte, uns mit einer Abhakmatte und einem Karpfensack mit Waage ausgeholfen hat!

Das Hauptevent verlief am ersten Abend ganz schön besch…..eiden. Mein Teampartner Tinsen und das uns zugeloste Team ,,Zanderkalle“ und ich legten einen lupenreinen Schneider hin.

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Insgesamt wurden ein paar Hechte und auch ein paar Zander gefangen, aber wenn 200 Angler auf so einer kleinen Fläche ihre Köder präsentieren, kann man schon mal leer ausgehen. Das Wetter war dazu noch echt hardcore: Windstärke 5 – 6, Dauerregen und dazu noch gefühlte 12 Grad.

Am nächsten Tag wurde von 10 – 16 Uhrgeangelt. Das Wetter war besser, die Motivation war groß und wir hatten einen Plan: HÄSCHT! Einfach mal 6 Stunden große Gummis durch die Gräben ballern! Unser zugelostes Team trat leider nicht an. Tinsen und ich starteten direkt an der Stelle, wo wir am Vortag den Fehlbiss hatten. Nach einer Stunde angeln kam immer noch kein Kontakt. 20 Meter neben uns drillte dann plötzlich ein polnischer Sportsfreund eine fette Hechtdame. 106 cm brachten ihm 106 Punkte. Wären wir mal nen Ticken schneller an dem Spot gewesen…

Naja, was soll’s, dachten wir uns und fischten konzentriert weiter. Keine 3 Minuten später knallte dann auch bei mir endlich das langersehnte Kroko drauf! Voller Konzentration, in mega Aufregung und Hektik kescherte Tinsen den Fisch! Das Maßband blieb bei genau 100 cm stehen! YES Baby !!!

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Aller Anfang ist schwer, aber die ersten 100 Punkte waren da… Geht da noch was? Weitere 4 Stunden verzeichneten wir ohne einen einzigen Kontakt. Alle anderen Teams, die uns entgegen kamen, zuckten mit den Schultern und konnten uns von keinen Fängen berichten. Am Ende sprang leider kein Top 10 Platz raus, aber trotzdem war es ein echt geiles Event! Gewonnen haben 2 Jungs aus Lettland, die mit 16er Haken, 11er Fluro und einer halben Gummimückenlarve gefischt haben. 200 Barsche von 3 – 7 cm wurden so gefangen und der Sieg war ihrer. Bis auf ,,clever“ fällt mir leider dazu nichts ein.

Fazit: Ein geiles Event mit einer coolen Siegerehrung und mit echt netten Anglern geht zu Ende. Bis nächstes Jahr! Dann hoffentlich mit einer Top 10 Platzierung !

Gruß und Petri

Joshi

PS: Meinen herzlichsten Glückwunsch an Dustin und Johannes, die den 5. Platz im Bootsevent erreicht haben! Bei den Wetterbedingungen so konzentriert und erfolgreich zu angeln, ist kein Zuckerschlecken! Sehr starke Leistung Jungs und Petri zur 120cm-Mutti, Hannes!

World Predator Classic 2016 – Mein Rückblick

Und zack – da ist es auch schon wieder vorbei. Viel schneller, als die Vorfreude. Die „WPC“ 2016 liegt hinter uns. Noch ist alles recht frisch. Also schnell meine Erfahrung zu Papier gebracht.

Zusammen mit Shimano-Team-Kollege Joshi bin ich für das Streetfishing-Event angemeldet. Da ich gerade erst eine Woche ohne Familie in Norwegen war, kommt eine frühe Anreise zur WPC nicht in Frage. So fährt Joshi mit Hannes und Dustin zum „Training“ schon knapp eine Woche vor Beginn nach Holland. Ich fahre donnerstagmorgens erst in Berlin los. Also einen Tag vor Wettkampfbeginn. Von Berlin nach Hellevoetsluis – es gibt wirklich spannenderes als so eine Autofahrt. Aber mit vollgeladenen Akkus für die E-„Zigarette“, einigen Podcasts und einer HipHop Playlist um 1996 sind die knapp 750 km halbwegs ertragbar machbar.

Hannes, Dustin und Joshi kommen gerade rein, als ich einfliege.

Dustin und Hannes enden im Hafen

 

Wir sind alle in einer Art Hafen/Marina mit etlichen Ferienhäusern untergebracht. Ich suche erst mal mein Haus, in welchem sich Dennis und Jens vom Shimano Kajak-Team sowie Arthur und Torben vom anderen Shimano Streetfishing Team aufhalten. Hallo hier, hallo da, Einweisung, Zimmer und Bett beziehen. Alles easy. Kein Streß.

Abends lädt Shimano alle zu eimem BBQ in die „Shimano-Hütte“ gegenüber ein. Nach 10 Stunden Autofahrt ist so ein Bier echt eine verdammt geile Angelegenheit. Und Grillfleisch auf leeren Magen ist auch nicht schlechter. Die Portugiesen kommen an diesem Abend (leider) weiter, aber ansonsten ist alles schick. Irgendwann gegen 2:30 Uhr gehe ich ins Bett (nachdem ich noch einige Stinger gebastelt habe) und freue mich auf den morgigen Wettkampftag.

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Freitag, 01.07.2016

Heute geht es also los. 9:00 Uhr ist Registration am Trockendock „Jan Blanken“ in Hellevoetsluis. Nach entspanntem Frühstück mit Joshi sind wir pünktlich um 9:00 vor Ort. Die Registration geht erstaunlich schnell von statten. Alle Teilnehmer erhalten einen Rapala 25-Liter-Rucksack mit Buff, Planoboxen und Stormködern. Allein der Rucksack dürfte im VK teurer sein, als das Startgeld. Sauber! Da kann echt keiner meckern. Tut auch keiner. Im Gegenteil – an den zwei Tagen sehe ich zu über 80% genau diesen Rucksack bei den Teilnehmern als Transportmittel des Tackels. Der ist echt gut.

WPC16 - Streetfishing Present

WPC16 – Streetfishing Präsent

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Und da der Joshi zum einen kein unbeschriebenes Blatt ist und sein Arbeitgeber auch in anderen Städten Filialen betreibt, lern ich die ersten Hamburger kennen. Lustige Jungs, die bei mir ab sofort auch nur mit „Team Lustig“ begrüßt werden. Denn ja – auch bei 200 Streeetfishingteilnehmern sieht man sich innerhalb der 2-3 Tage doch öfters.

Da es erst um 15 Uhr losgehen soll legt sich Joshi nochmal ab und ich überprüfe einen Spot im Hafen. Eigentlich mehr aus Langerweile als aus taktischen Gründen. Ich wusste einfach nicht wo hin. Müde war ich ja nicht. Also einfach am „Hauptlager“ der WPC in den Hafen ein paar Würfe gemacht. Und plötzlich hängt der erste Hecht am Barschköder. Ca. 60 cm. Genau weis es keiner, da sich der Kollege beim Durchbrechen der Wasseroberfläche vom Köder und Angler verabschiedet. Mark vom Shimano-Marketing Team kommt zu mir und wir plaudern ein wenig. Ich merke mal wieder, dass mein English einfach Scheisse ist. Naja, was soll man machen. Mathe-Physik-Leistungskurs. Sprachen waren nie mein Ding. Aber ich komme klar.  Plötzlich ein Biß. Reflexartig schlage ich an und der Fisch hängt. Ein kleiner Zander. Klein, aber mein. Debil in die Kamera grinsen und dann geht’s weiter. Jedoch nicht für mich. Die Jungs vom Shimanostand bekommen auch Lust auf Angeln. Also einfach die Ruten vom Stand geschnappt und ab dafür an den Hafen, welcher 50m entfernt ist. Und zack –  fängt einer der Jungs einen 40+ Barsch direkt am Ufer… 3 Fische in recht kurzer Zeit – ein Spot für den Wettkampf … ???

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Um 15:00 Uhr soll es am Freitag für uns Streetfischer losgehen. Mit Joshi fahre ich vorher noch an die örtliche Pommesbude. Etwas Stärkung muss sein. Vor Ort treffen wir 2 „Kollegen“ aus dem SPRO-Team. Coole Jungs, die deutlich spürbar einen Plan haben.

Den haben wir natürlich auch. Ohne hier großartig auf die Regeln einzugehen (die kann jeder auf der offiziellen WPC-Website nachlesen) gewinnt der Angler, der die meisten „cm“ an Fisch aufs Band bringt. Dabei gibt es je Fischart Mindestgrößen und maximal gewertete Fische. So gibt es z.B. für den Barsch eine Mindestgröße von 22cm und eine Maximalbegrenzung von 15 Fischen. Für jeden weiteren Fisch gibt es unabhängig von der Größe einen Punkt. Barsche unter der Mindestgröße bringen bis zur Maximalbegrenzung immer 5 Punkte – alles darüber hinaus einen Punkt. 20 Barsche mit 25cm Länge ergeben dann rechnerisch also (15*25)+(5*1)=380 Punkte.

Es ist jetzt komplett regelkonform, wenn man sich einen ganzen Eimer oder eine ganze Badewanne voll Barsche fängt, welche gerade mal so als Spezies Barsch zu erkennen sind. Die ersten 15 davon zählen dann also 15*5= 75 Punkte.

Natürlich haben wir das gewusst und erkannt. Aber wie so viele Andere, die wir während der Tage gesprochen haben, war das keine Option für uns, im Wettkampf teilzunehmen. Der Wettkampf heisst World „PREDATOR“ Classic – nur weil die Regeln es zulassen, ist es dennoch unter unserer Würde, auf Minibarsch zu angeln. Wir wollen die dicke „Mutti“. Wir wollen den feisten „Zetti“. Und vor allem wollen wir die dicke „Kirsche“!  Damit punkten wir. Und wenn nicht, dann ist das auch ok. Aber wir angeln nicht mit künstlichen Mückenlarven am UL-Tackle auf Guppys. WTF! Und genau das haben sehr viele Mitstreiter genau so gesehen. Aber die Regeln lassen (derzeit) auch die „Minibarschstrategie“ zu, so dass aus meiner Sicht (leider) alles ok ist.

Unsere Strategie war es, früh im Wettkampf die Polder möglichst als erstes zu „besuchen“, um eine feiste Hechtmutti zum Anbiss zu überreden. Nach ca. 50% der Zeit des ersten Tages wollten wir dann auf Barsch/Zander umstellen und vor allem dem Zander in den nächtlichen Abendstunden gezielt nachstellen.

Joshi konnte bereits im „Training“ in den Tagen vor dem eigentlichen Wettkampf einen Hecht von 1,12m fangen. Weiterhin ein paar Kleinere. Taktik und Technik waren also abgestimmt. Auch unser per Los zugeteiltes Team „Zander Kalle Softbaits“ war mit unserer Taktik für den ersten Tag einverstanden.

 

Problematisch ist maximal, dass man nur 2 Ruten mit an´s Wasser nehmen kann. Will man also mit größeren Gummis oder auch größeren Jerkbaits auf Hecht angeln, so steht das in direktem Widerspruch zur Zander und Barsch. Einen Austausch der Ruten von z.B. schwerem Tackle auf UL-Tackle sehen die Regeln nicht explizt vor, begrenzen es aber auch nicht. Nach mehrmaliger Nachfrage ist ein Rutentausch auch während des Wettkampfes erlaubt, so lange maximal 2 Ruten am Mann/Frau geführt werden.

Da ich das Gewässer überhaupt nicht kannte und 2 Ruten bei 4 Fischarten (Barsch, Zander, Hecht, Rapfen) echt eine Herausforderung sind, habe ich mich auf Bewährtes verlassen – Shimano Yasei!

Mit der „Yasei Spinning Pike“ mit 40-120 Gramm Wurfgewicht deckt man so ziemlich jeden Hecht- und Zandereinsatz im mittelschweren Bereich ab. Selbst das „Jerken“ geht mit leichteren Ködern noch. Den mittelschweren Bereich auf Zander und Barsch hat dann hervorragend die Yasei Speed Jigging  14-35 Gramm Wurfgewicht in 2,15m Länge abgedeckt. Die Hechtrute ist bestückt mit einer Stradic 4000 CI4 und die Zander/Barschrute mit einer neuen Hagane Stradic CI4 2500. Mit diesen beiden Combos bin ich für fast alle Köder und Techniken sehr gut aufgestellt.

Da der Hauptorganisator des Streetfishing-Events 24 Stunde vor dem  Wettkampf das Handtuch aufgrund interner Unstimmigkeiten geworfen hat, war die Orga des Events etwas „überfördert“. So kam es zu einer Startverzögerung von ca. 2 Stunden. Erschwert durch Regen. Dafür wurde von der Orga das Event dann um 1 Stunde verlängert. Ende war also nicht 23:00 Uhr, sonder 00:00 Uhr.

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Foto: Andreas Volz

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Und so fiel gegen ca. 17:00 Uhr der Startschuss und wir rannten förmlich dem ersten Spot entgegen – der Polder hinter dem „Trockendock“, an welchem Joshi auch den 1,12cm im „Training“ fangen konnte. Regen, nasser Untergrund, Hektik – ja so eine Böschung kann man auch mal auf dem A…. statt auf den Füßen runter…

Innerhalb kürzester Zeit füllen sich die verfügbaren Stellen am Ufer. Ja – wir sind hier nicht allein unterwegs. Team „Shimano2“ und Team „Zanderkalle“ (es werden immer zwei Teams per Los zusammen losgeschickt) geben alles an den 2 verfügbaren Poldern. Aber kein Fisch bleibt bei uns „kleben“. Irgendwann stellen wir von Hecht auf Zander/Barsch um und befischen den Hafen-und Schleusenbereich. Aber natürlich nicht allein. Andere wollen hier auch angeln. Verständlich, aber blöd. Joshi ist am längsten von uns allen vor Ort. Wir überlassen ihm mehr oder weniger die Entscheidung, wo es hin geht. Und so rasen wir förmlich über die Spots. Strecke machen ist angesagt. Grundsätzliche kein schlechter Plan. Aber rückblickend betrachtet eventuell auch falsch. So manchen Spot hätten wir auch länger befischen können. Aber wer weiß das schon in der konkreten Situation vor Ort. Spät in der Nacht befinden wir uns mit vielen Anderen in der Nähe der Schleuse und versuchen einen Zander ans Band zu bekommen. Links und rechts von uns gibt es mittlere Fische um die 50cm. Nur bei uns vieren bleibt nix hängen. Und so geht es mitten in der Nacht zurück zum Start. Um die leere Scorecard abzugeben. 4 mal Schneider. Blöd. Deutlich schlechter als erwartet, aber trotzdem Realität. Joshi einen Fehlbiß auf Gummi und ich einen auf Jerkbait. That´s all. Ja, auch das ist Angeln. Aber Morgen ist auch noch ein Tag…

 

Samstag, 02.07.2016

Um 10:00 Uhr soll das Streetfishing-Event weiter gehen. Aufgrund Verzögerung an Tag 1 und Absprung vom ursprünglichen Hauptorganisator wird das angesetzte „Knockout-Event“ gestrichen und das Main-Event bis 16:00 verlängert. Team „Zanderkalle“ erscheint nicht um 10:00 Uhr, so dass ich mit  Joshi bei Startschuss losdüse. Wir gehen nicht auf „Microbarsche“, sondern setzen alles auf Hecht. Wir sind auch die ersten am Polder. Haben diesen für uns allein. Ein Traum, wo es doch am Vorabend fast wie beim Heringsangeln auf dem Rügendamm zur Hochsaison zuging. Aber auch das Gefühl Erster zu sein, ist auf diesem kleinen Gebiet nur von kurzer Dauer. Wir laufen das Ufer von links nach rechts. Und irgendwann kommt halt auch mal jemand von rechts auf dich zu, der den Weg in die andere Richtung gewählt hat. Verdammt blöd, wenn genau dieser, dann 20m von meinem Spot/Standort einen 1,06m Hecht fängt, welcher mit fast 100% Wahrscheinlichkeit auf meinen Jerkbait geknallt wäre. Null Fisch am ersten Tag. Und dann fängt jemand direkt neben dir an so einem verdammt kleinen Kanal einen 1,06m Hecht. Echt ärgerlich…

Wir überholen, die Glücklichen und Joshi läuft vor mir. Der Junge ist heiß. Voll motoviert. Die Fische beißen in einem 20m breitem Kanal ohne Struktur direkt vor den Füßen an der Uferkante. Joshi hat die simple Taktik in den Tagen vor dem Wettkampf „rausgearbeitet“ – am Ufer lang latschen und Gummi neben sich her ziehen. Und so läuft er vor mir an dem glücklichen 1,06m Fänger vorbei. 1 Meter, 5 Meter, 50 Meter. Und wie schon im Training gibt es auch dieses Mal den erhofften Einschlag – „Fisch“ brüllt er zu mir nach hinten rüber. Also Kescher geschnappt und vor gerannt.

Eine Situation wie beim Elfmeterschießen. Dein Teamkollege hat einen guten Fisch am Haken. Komplett unausgedrillt, da direkt auf 1,5m Abstand vor den Füßen gefangen. Du darfst keschern. Undankbar. Gefährlich. Große Drillinge und ein großer Kescher haben schon so manchen Fisch vor dem Fotoshooting nach Hause geschickt. Joshi will, dass ich den Fisch von hinten kescher. Das ist aber Bullshit. Geht einfach zu oft schief. Dann ist der Fisch vor dem Kescher und ich lange zu. Passt. Das Vieh ist im Netz. Der Köder aber schon ab. Das war knapp. Plötzlich fängt die Mutti an zu springen. Im Netz. Sie ist schon halb aus dem Kescher raus. Nur mit Glück springt sie mir nicht wieder aus dem Kescher. Und so trage ich den Fisch auf die Matte. 1,00 Meter glatt. Sauber. Fettes Gerät aus so einem komischen Graben. Joshi feiert sich zu recht. Schön gemacht mein Jung. Ich freu mich für ihn und helfe beim vermessen und dem Fotoshooting mit Streetfishing-Nummer, damit der Fisch auch in die Wertung geht.

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Es wäre gelogen, wenn ich an dieser Stelle auf „heile Welt“ machen würde. Klar freut man sich für seinen Teamkollegen. Ohne Frage. Und dennoch ist man vor allem nach einem harten Tag 1 (mit Wind, heftigem Regen und ohne Fisch) extrem angepisst, wenn 5m rechts von einem eine 1,06m und kurz danach noch ein 1,00m sozusagen in Wurfweite gefangen werden. Ich gebe es zu – Freude und Frust waren an dieser Stelle auf beiden Schultern von mir vertreten. Ein Foto vom Fang ist mir IMMER das Wichtigste. Hier war ich ziemlich von der Rolle und habe nicht an ein Teamfoto gedacht. Im Nachhinein ärgert mich das sehr. Jetzt gibt es ein Foto vom Fänger und Fotografen. WTF! Meine Schuld. Ich hätte daran denken müssen. Schade, aber nun nicht mehr zu ändern.

Ok – 100 Punkte eingefahren. Ein schöner Fisch. Ein „Predator“ und kein 5cm Barsch. Weiter geht’s im Wettbewerb. Wir beschließen heute komplett alles auf eine Karte zu setzen. Wir gehen auf Hecht. Aus die Maus. Also weiter die Polder lang. So viele gibt es davon leider im verfügbaren Gebiet nicht. Und so laufen wir auch an Tag 2 unsere Kilometer ab und knallen unsere Hechtgummis durch das Wasser. Wir befischen auch einen Polder, welcher extrem verkrautet ist und eigentlich nur mit Oberflächenfröschen zu befischen ist. Kein Problem für uns. Haben wir alles dabei. Hecht bringt uns das trotzdem nicht.

Und so beenden wir irgendwann Tag 2 und haben am Ende einen Fisch gefangen. Echt dürftig. Echt hart. Echt zum kotzen. Echt so, dass ich mir diese Scheisse nie wieder antun möchte. Das iPhone sagt runde 17.000 Schritte je Tag. Dreckswetter zum Teil. Kein Fisch. Ein Trost bleibt – viele wirklich gute Angler waren am Start. Und viele davon fahren auch ohne Fisch wieder nach Hause …

Wir bestellen uns Pizza und Eis und verdrücken uns damit in unseren Hafen. Hannes, Dustin, Willem und co. laufen auch gerade ein. Schön, wenn alles vorbei ist und man einfach nur eine Salamipizza und „Strawberry-Cheesecake“ genießen kann.

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Und so fahre ich vor unsere „Butze“ und werde von der Drohne der Kajakjungs zufällig gefilmt. Heute Abend spielt Deutschland gegen Italien und die WPC feiert groß das Ende des Events. Grund genug, zu Hause einen „vorzuglühen“.

Drohne

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Danach geht’s ab zur Preisverleihung. Bier ist nicht teuer. Viele Leute am Start. Hannes und Dustin belegen einen super 5. Platz. Rapala Finnland gewinnt das Teil. Fast zeitgleich das 7:6 gegen Italien. Wir verfolgen das Elfmeterschießen parallel per Livestream auf dem iPhone. Was ein Abend.

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Hannes und Dustin "on stage"

Hannes und Dustin „on stage“

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Glückwunsch an Dustin und Hannes. Glückwunsch auch an das Shimanoteam aus Holland, welches einen hervorragenden zweiten Platz erreichte.

Danke an die Orga von Shimano. Ein tolles Event. Sehr gute Organisation und Betreuung.

Danke!!!

Mit gut zwei Tagen Abstand muss ich sagen, dass ich mir ein Wiederkommen vorstellen kann. Der Frust, der bei Wind und Wetter und fehlendem Fisch aufkommt ist deutlich weniger spürbar, als die Freude darüber, neue Leute kennengelernt und einfach ein paar schöne Tage zusammen verbracht zu haben.

Fisch hin oder her – am Ende bleibt ein Gesamteindruck. Und der war gut. Sehr gut sogar!

 

Grüße an:

Joshi – alter Rocker 😉

Echolotprofis David Miller und co.

„Team Lustig“ aus Hamburg von der Gummitanke

„Team Pommesbude“ von SPRO

„Team Zanderkalle“, welche uns an Tag1 begleitet haben und an Tag2 wegen KFZ-Problemen nicht dabei waren

„Team Shimano1“ mit Arthur und Torben – good job guys !!!

Und natürlich an meine Kajakbuddys Jens, Dennis und Hendrik – Ihr „Kajakfutzies“ seid echt die Krazzesten !!!!

Und da meine (Sub-Ohm) „E-Zigartette“ bei dem Einen oder Anderen irgendwie für Aufsehen gesorgt hat, beende ich diesen Artikel mal mit den Schlussworten der E-Smoking-Legende „Philgood“:

Ich wünsche Euch etwas sehr, sehr Schönes. Und ich Grüße Euch!

Euer Tinsen

 

 

 

 

 

 

Teamwork bei der WPC

Der eine oder andere hat’s ja evtl. schon über diverse Facebook-Seiten oder den Barsch-Alarm mitbekommen: Dustin und ich sind 5. geworden beim Bootsevent der WPC 2016. Ganz knapp sind wir am zweiten Platz vorbeigeschrammt. Ein Fisch mehr hätte uns eine Reise in die USA inkl. Flug, Haus, Boot und Teilnahme an einem Bass-Event beschert und Echolote und Elektromotoren, ein fettes Shimano-Rapala-Storm-Paket usw. Und es ist ja nicht so, dass wir keine Fehlbisse und Aussteiger hatten. Auf der anderen Seite haben wir aber auch ein paar richtig gute Aktionen dabei, die nicht alle Tage passieren und die verdeutlichen, dass jeder Fisch von beiden Anglern gefangen wird – auch wenn ihn letztendlich nur einer von beiden Akteuren an die Rute bekommt.

 

Der Arashi-Shadow Rap Shad-Barsch

Am ersten Tag lagen Dustin und ich sehr gut im Rennen. Die drei Zander, die wir in die Wertung einbringen konnten, hatten wir schnell zusammen. Und auch die ersten beiden Barsche gingen schnell ans Band. Für den dritten Barsch haben wir etwas länger gebraucht. Eigentlich hatten wir unseren Barschspot schon so gut wie aufgegeben, als mich Dustin fragte, auf was der Joshi beim Training denn den 35er da vorne auf der Spitze hatte. „Auf Crankbait.“ Und so schraubte sich Dustin einen Crankbait ran und fuhr uns 100 m weiter an eine kleine Buhne. Er macht den 3. Wurf: „Boah. Ein Meganachläufer. Voll der fette Barsch!“ Daraufhin wechsle ich von Gummi auf einen flachlaufenden Shadow Rap Shad, der in der Rapala-Starterbox drin lag, die jeder Teilnehmer beim Eröffnungsbriefing erhalten hat. Ich werfe an die Buhne, twitche 3 mal an, lassen den Köder stehen – SMASH! Unser dritter Barsch.

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Ab da konnten wir uns dann den Hechten widmen. Leider fingen wir beim Flachwasserkrautangeln aber „nur“ noch 5 Zander. (4 davon hatte Dustin).

 

Der Ein-Wurf-Hecht-PB

Am zweiten Tag lief es bescheiden an. Unser Superzanderspot vom ersten Tag lieferte nur einen Fisch. Dann lange nix mehr. Wir beschlossen, Barsche zu angeln. Kompletter Spotwechsel. Wir rasen los. Plötzlich lenkt Dustin ein und macht eine Kurve. Beim Abbremsen des Bootes schwappt eine Welle bei mir rein. Ich werde klatschnass. „Was war denn das jetzt?“ „An der Stelle hatte ich gestern mit dem ertsen Wurf auch gleich einen Fisch, erinnerst Du Dich?“ Ich denke mir, wie bekloppt das ist. Aber auf der anderen Seite stand hier ja gestern wirklich Fisch und so schnappe ich mir meiner 80-Gramm-Fireblood und werfe einen 6er Shad aus. Mehrfach schlage ich bei diesem ertsen Wurf das Kraut vom Haken. Der Köder ist kurz vorm Boot. Auf einmal rauscht mir ein fetter Fisch rein. Und nach einem dramatischen Drill mit vielen Fluchten ums und unters Boot, kann Dustin das Meterzwanzig-Monster dann einnetzen.

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Das nenne ich FISCHINSTINKT. Alleine hätte ich den Fisch niemals gefangen, weil ich straight zu den Barschen gefahren wäre, die an dem Tag nicht gebissen haben – zumindest bei uns.

 

Die Husaren-Zander

Auch am dritten Tag lief es nicht so gut. Es fing mit einem 47er Barsch an. Dann lange nix. Zweieinhalb Stunden vor Schluss fragt mich Dustin, ob wir eine krasse Alles-oder-Nix-Aktion bringen sollen und ganz ans Ende des Sektors fahren, um dort den einen Zanderspot anzufischen, den wir ausgekundschaftet haben beim Training. Mit dem Risiko, dass da jemand steht, der Spot bereits abgefischt ist oder heute keine Zettis da sind. Und wir dann keine Zeit mehr haben, weil wir eine Stunde für die Fahrt investieren. Ich hätte selber wahrscheinlich eher drauf gesetzt, mehr Zeit ins Angeln zu investieren als ins Fahren, habe das aber am Vortag schon durchgesetzt und war eigentlich auch so planlos, dass ich Dustins Entscheidungsfreudigkeit begrüßte. Es folgte ein Husarenritt bei Windstärke 6 gegen die Welle. Manchmal sind wir auch geflogen. Als wir am Spot ankamen, hatte Dustin, der das Boot abparken und den GPS-Anker aktivieren musste noch nicht mal sein Gerät klar, da war mein Jig schon unterwegs. Und kurz vorm Boot kam dann der erste Zander. Und während Dustin die jeweiligen Fotos knipste und die Fänge übermittelete fing ich noch zwei weitere Zettis an diesem Spot. Alles drei Fische, die ich allein niemals gefangen hätte.

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Ihr seht – Angeln ist immer auch ein Teamding. Wohl dem, der einen Teampartner mit so einem Fischinstinkt an seiner Seite hat. Respekt, Dustin! Und vielen Dank fürs schnelle und gute Fahren. Hat Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir noch ein paar mal zu so einem Wettangeln antreten.

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Foto: Anna McDoubleju

Morgen geht’s zur WPC

Mannoman. Was ein Tag. Zwei Angelläden besucht. Noch ne Menge Kleinigkeiten erstanden.

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Dann noch den WPC-Haircut abgecheckt und dann Packstress. Jetzt stehen ohne Ende Kisten und Kartons, Ikea-Tüten und Shimano-Bags, ein Rutenfutteral und ein Ablussrohr bereit, um morgen früh um 6 ins Auto getragen zu werden. Um 6.30 checke ich dann bei Joshi ein und dann geht’s auf die 700 km lange Reise nach Holland, wo wir uns dann mit Dustin und Willem und den ganzen anderen Kollegen treffen, mit denen wir uns auf die WPC vorbereiten.

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WPC? Wasn das? Das Ding nennt sich World Predator Classic und ist ein Wettfischen für Spinnangler. Es ist eines der größten seiner Art in Europa. In der Boot-Competition treffen 51 Teams aufeinander, die an drei Tagen gegeneinander angeln. Es geht um ein richtig geiles Boot als Hauptgewinn. Und natürlich um ein Meeting mit Gleichgesinnten. Mit richtig guten Anglern, die seit Jahren alles geben, um den Fischen ein Schnippchen zu schlagen. Da sind ne Menge Cracks dabei, vor denen ich viel Respekt habe. Respekt ist ein gutes Stichwort. Denn bei allem Wettkampf – man wird sich da nix schenken – geht’s den meisten auch darum, sich mit Gleichbekloppten zu treffen. Mit Leuten, die ihre ganze Zeit in eine Leidenschaft einfließen lassen, die uns letztendlich alle verbindet. Manche sind gesponsert. Manche nicht. Manche arbeiten für Firmen. Andere als Guide. Wieder andere als Journalist und die nächsten zelebrieren den Mix. Und „freie“ Enthusiasten sind auch dabei. Wir werden uns oft treffen. Wir werden viel quatschen. Es werde neue Freundschaften entstehen. Und man wird danach den einen oder anderen Angeltermin im Kalender stehen haben, von dem man heute noch nix weiß.

Auf dem Wasser wird sich dann alles intensivieren. Man stelle sich mal vor, dass man sich im Training einigermaßen gut eingegroovt hat ins Gewässer. Wenn dann die ersten Fische kommen, wenn es läuft – wie geil muss es sein, wenn man das Gefühl hat, dass man dieses Boot gewinnen kann, dass sie als ersten Preis ausgelobt haben. Wie hart muss es sein, wenn man gar keinen Zugang zu den Fischen findet? Wie muss es sich anfühlen, wenn man dicke Fische verliert, die einem einen richtig fetten Preis bescheren hätten können? Wie krass wird die Freude sein, wenn der Angelpartner einen Fisch fängt? Und wie wird das erst, wenn man selber einen richtig krassen Beitrag dazu leistet, dass es das Team nach vorne katapultiert? Das sind alles Fragen, die ich mir bislang noch nicht gestellt habe. Mein Captain Dustin hingegen ist Routinier. Der war letztes Jahr Zweiter. Ein Wahnsinn. Top 10 wäre schon super. Aber natürlich träumen wir wie alle anderen auch vom ersten Platz.

In den nächsten Tagen wird’s hier immer mal ein kleines Feature geben. Ich denke, das könnte ganz interessant werden. Zumal wir zusammen mit Willem Stolk und seinem Partner Jochem wohnen (mit den beiden bilden wir das Team „Shimano 1“ für die Team-Wertung) und da sicher einiges an Fotomaterial rumkommt. Und dann sind da natürlich auch noch Joshi und Tino bei m Streetfishing am Start, die sich komplett auf den Titelgewinn fokussieren.

Wird sicher eine coole Erfahrung, an der wir euch teilhaken lassen wollen.

Bis bad!

Johannes

WPC-News: Shimano-Teams vorne mit dabei!

Der erste Tag der WPC-Boot-Kompetition ist vorbei. Und unsere Shimano-Jungs mischen ganz vorne mit. Allen voran Willem Stolk und Chris Bloemert, die das Tableau anführen. Dustin und Jürgen sind auf Platz 3. Und das ohne Üben! Sensationell. Sensationell ist auch ihr Timing. Sie haben exakt 7 Fische gefangen. Einen Hecht. Drei Barsche und drei Zander.

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Und so haben sie ihr Limit voll gemacht, was nicht wirklich jedem gelungen ist. Ganz vorne lagen sie mit ihren drei Barschen. Mehr als eine Gesamtlänge von 143 Zentimeter hat niemand erreicht. Kein Wunder. Das ist ja auch ein Schnitt von 47,7 cm.

Auch bei den größten Fischen ist das Shimano-Team vorn. Zumindest in 2 von 3 Kategorien. Arnaud Briére /Laurent Vrignaud fingen den größten Barsch (53 cm)…

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… und Willem Stolk /Chris Bloemert den größten Zander (78 cm).

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Den größten Hecht fingen Evaldas Skablauskas/Ivan Vanpraet (107 cm).

Also weiter Daumen drücken. Ich hoffe ja, dass Dustin und Jürgen noch ein bisschen klettern.

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Toitoitoi!

WPC-Zwischenstände jederzeit abrufbar!

Wie ihr ja vielleicht mitbekommen habt, steigt an diesem Wochenende die WPC (World Predator Classic). In drei Disziplinen werden in den nächsten Tagen die besten Angler gesucht. Als da wären: Boot, Kayak und Streetfishing. Als Top-Sponsor der Veranstaltung hat Shimano da natürlich ein paar Eisen im Feuer. Unter anderem ein paar Protagonisten, die ihr aus der Angelzeitung und von unserem Blog hier kennt. Bei den Streetfishern ist z.B. unser Eric dabei. (Der startet am Samstag.) Seit heutemorgen sind Dustin und Jürgen bei der Boat-Competition am Start. Drückt mal alle die Daumen, dass die Jungs was rausholen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teilnehmern haben die beiden nicht großartig trainiert und müssen sich mehr auf ihren Instinkt verlassen als auf detaillierte Gewässerkenntnis.

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Den aktuellen Zwischenstand könnt ihr euch hier reinziehen.

http://www.worldpredatorclassic.com/wpc-2015-leaderboard/

Es wird regelmäßig aktualisiert!

 

WPC Streetfishing Event – was nehme ich mit? Part 3

Nur noch ein paar Tage und dann startet das große Event. Die Spannung ist mittlerweile auf dem Höhepunkt. Jede Menge Fragen im Kopf. An alles gedacht? Fehlt noch was?

Folgende Rutenkombinationen werde ich in Holland fischen:

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Die Yasei Spinning Perch White mit einem Wurfgewicht von 3gr bis 15gr. Kombiniert habe ich sie mit einer 1000er Rarenium Ci4+. Auf der Spule befindet sich eine 0.08er NanoBraid. Das ist die perfekte Ultra Light-Weitwurfmaschine für kleine Spinner, Jigs und Wobbler.

Auch die Shimano Blue Romance Eging mit einer Länge von 2,55m und einem WG von 15gr bis 30gr wird nach Holland reisen. An sie schraube ich eine 2500er Rarenium Ci4+. Als Schnur verwende ich eine 13er PowerPro 8Slick. Die Blue Romance Eging ist zum Faulenzen und Jiggen auf Barsch und Zander gedacht. Genau die richtige Rute für Gummiköder in der Kategorie von 3 Inch bis 5 Inch. Die Bissübertragung dieser Rute finde ich echt genial. Auch der zaghafteste Zupfer wird zuverlässig in das Handgelenk übertragen.

Die dritte Rute im Bunde ist meine aktuelle Lieblings Ultra-Ultra Light Kombo für das Finesseangeln mit dem Drop-Shot-, Carolina- und Texasrig. An meiner Diaflash AX in der Länge 2,25m und einem Wurfgewicht von 2gr bis 10gr hängt auch eine leichte 1000er Rarenium Ci4. Bestückt mit einer 0,06er NanoBraid. Wie mein Kollege Johannes bereits in einigen Beiträgen erwähnt hat: das Angeln mit dieser leichten, sehr feinfühligen Rute macht selbst bei kleineren Fischen viel Spaß und auch die vorsichtigsten Bisse bleiben beim versetzten Anhieb hängen.

Auch eine Baitcastkombo werde ich mitnehmen. Allerdings habe ich mich noch nicht entschieden, welche es sein wird.

Am Ende muss ich mich für zwei Kombos entscheiden, da das Reglement nur zwei Ruten für den Wettbewerb pro Teilnehmer vorsieht.

Bei den Schnüren setze ich wie oben beschrieben auf Sufix NanoBraid und PowerPro. In Sachen Leader vertraue ich dem Shimano Ultegra- und Aspire-Fluorocarbon.

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Hier noch eine kleine Auswahl an Köder die ich in Holland angeln werde.

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Blue Fox Vibrax Spinner in verschiedenen Dekoren und Größen. Storm Gomoku Spin Jigs müssen unbedingt mit. Was hier Fisch bringt, sollte auch in Holland fangen. Gomoku Wobbler, Gomoku Popper und das für unsere Breiten recht neue Köderkonzept: Gomoku Bottom, dürfen natürlich nicht fehlen. Die Brandenburger Barsche fanden das gut. Mal sehen was die Holländer dazu sagen.

Jetzt werden noch die Köderboxen geordnet und die Spulen frisch bespult. Am heutigen Mittwoch geht es dann los. Geplant sind zwei Tage Angeln und Gewässererkundung in und um Hellevoetsluis.

Drückt mir die Daumen.

Euer Eric