World Predator Classics 2015

„Fast, furious and action packed PART 2“.

Neues Spiel – neues Glück! Getreu diesem Motto und mit dem festem Vorhaben unter den ersten 10 Plätzen zu landen, sind Dustin und ich zu den World Predator Classics 2015 angereist.

Vom 24.06. – 27.06 2015 war wieder das beschauliche Örtchen Heelevoetsluis in den Niederlanden der Veranstaltungsort für das vielbeachtete Match.

Wieder wurde auf den anspruchsvollen Raubfischgewässern Hollands Diep und Haringsvliet  geangelt. Und wieder haben sich die Sponsoren  nicht lumpen lassen und ein erstklassig dotiertes Event auf die Beine gestellt.

Was war dieses mal anders? Die Organisation funktionierte noch reibungsloser und die Event-Location innerhalb der Ortschaft war noch besser ausgewählt.

Was dann aber tatsächlich herausragte war die Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer. 160 Streetfisher, 32 Kayak-Angler und fast 50 Boot Teams aus aller Welt waren angetreten, um ihren Champion zu suchen. „Aus aller Welt“ war auch dieses Mal wieder wörtlich zu nehmen: Angler aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Österreich, Rumänien, USA und dieses mal sogar aus Japan waren am Start. Bekannte Gesichter aus dem Vorjahr und (erfreulicherweise) viele neue Angelfreunde.

Wer sich ein wenig in der internationalen Angelszene auskennt wusste nach einem Blick auf die Teilnehmerliste, dass hier „scharf geschossen wird“. Durchweg erfahrene Leute, die genau wissen was sie tun.

Begleitet wurde die Veranstaltung von internationalen TV-Sendern und Printmedien mit vielen Live-Berichten, Interviews und Reportagen. Auch SKY und der US-Sender ESPN haben Teams geschickt, um die Ereignisse in Wort und Bild festzuhalten. Schade, dass auch dieses Mal wieder die deutsche Fachpresse nicht vertreten war.

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Gefischt wurde an drei Tagen. Änderungen zum Vorjahr gab es beim Reglement. So sah das für die Boot-Teams aus:

Das Gesamtgewässer wurde zunächst in zwei Zonen eingeteilt (Shimano-Zone und Rapala-Zone). Die Gesamtzahl der Teilnehmer wurde ebenfalls in zwei Gruppen aufgeteilt. Bei der Registrierung bzw. beim Briefing haben die Teams im Losverfahren die Zone gezogen, in der sie am ersten Tag ihr Glück versuchen mussten.

Am zweiten Tag wurde die Zone gewechselt. In die Wertung einbezogen wurden pro Team die drei größten Barsche, die drei größten Zander und der größte Hecht. Sieben Fische insgesamt also. Die Gesamtlänge in „cm“  entschied über die Platzierung innerhalb deiner Zone. Dafür wurde eine Punktzahl vergeben, die der erreichten Platzierung entsprach. Platz 1 =1 Punkt; Platz 10 = 10 Punkte.

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Am dritten und letzten Angeltag wurde die bisherige Zoneneinteilung aufgehoben und jedes Team konnte nun den Angelplatz frei wählen. Da nun alle Teams in derselben Zone fischten, waren nun auch Platzierungen bis über 40 (=40 Punkte) möglich. Das sollte man tunlichst vermeiden, denn das Team mit den wenigsten Punkten sollte als Sieger aus dem Turnier hervorgehen. Bei Punktgleichstand entscheidet die Gesamtlänge aller gefangenen Wertungsfische.

Die Fänge mussten unmittelbar nach dem Fang gemessen, fotografiert und dokumentiert werden und über eine App an das Headquarter versandt werden.

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Per LIVE Tracker konnten interessierte Zuschauer das Geschehen auf einer riesigen Leinwand und im Internet verfolgen.

Eine spannende Sache, bei der nach meinem Empfinden aber noch Handlungsbedarf besteht. Der ganze Dokumentationsprozess (Fotografieren, Versenden, pp.) schafft zwar eine große Nachprüfbarkeit, ist aber für die Teams extrem aufwendig und nur bei bestem Wetter zu praktizieren. Bei stärkerem Wind oder gar Regen kann das so nichts werden. Da müssen die Veranstalter noch mal ran.

An den folgenden Angeltagen stellte dann nicht nur das Wetter die Teilnehmer vor große Herausforderungen. Vom strahlenden Sonnenschein und „Ententeich“ bis hin zu Wind und Wellengang bis an die Schmerzgrenze war alles dabei. Entsprechend unterschiedlich gelaunt präsentierten sich dann auch die Zielfische. Und wie immer bei solchen Turnieren haben die Teams die gestellten Aufgaben mit mehr oder weniger Erfolg lösen können.

Wir für unseren Teil waren am ersten Tag in der Rapala-Zone unterwegs und konnten relativ zügig die nötigen Barsche und Zander  verhaften.  Als am Nachmittag dann auch noch der Hecht kam, konnten wir uns ziemlich sicher sein oben mitzuspielen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie man sich unter solchen Umständen über einen 67er Esox freut. (Muss man wirklich mal drüber nachdenken und auch diese Größen nicht als selbstverständlich oder nicht beachtenswert hinnehmen. Ist aber ein anderes Thema.)

Tatsächlich konnten wir uns mit dieser Leistung den zweiten Platz in der Zonenwertung sichern.

Tag 2. Rapala-Zone. Karten neu gemischt und alles steht wieder bei Null.

Spiegelglattes Wasser. Voller Sonnenschein. Dustin freut sich, weil er die 250 PS ohne Wellengefahr aufdrehen kann.  Eine geile Bootsfahrt habe ich also schon mal gewonnen!

OK. Ernüchterung dann an den vorgeplanten Angelstellen. Kein Fisch, kein Fisch und kein Fisch. Plan B. Wieder kein Fisch. Und jetzt? Durchhalten und weiter peitschen! Irgendwann muss einer einsteigen. 11:15 Uhr – der erste Einschlag auf unserer Zanderstelle. Nach kurzem Drill kommt ein gern gesehener „Falschfahrer“ hoch: Hecht 81 cm. Erleichterung im Boot. Diese schwierige Hürde wurde quasi per Zufall genommen.  In den zähen nächsten Stunden können wir uns dann noch drei Zander und einen Barsch im wahrsten Sinne des Wortes erkämpfen. Zum „Full House“ reicht es dann aber doch nicht. Zwei fehlende Barsche wollen einfach nicht an den Haken.

Tageswertung: Platz 9 in der Rapala-Zone. Auch nicht schlecht.

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Tag 3: Freie Platzwahl.

Gleich die erste Angelstelle entpuppt sich als Volltreffer. Drei Wertungs-Zander sind in Rekordzeit gelandet. Da wir hier auch einen Barsch haken und mehrere Fehlbisse bzw. Nachläufer von Barschen hatten entscheiden wir uns, hier weiter zu bleiben. Dustin hat richtig Lauf und legt eine Angel-Sternstunde hin. Ein Zander nach dem anderen hängt an seinem Köder. Richtig saubere Leistung Dustin!

Tatsächlich nutzen uns die Zander – 14 Stück werden es insgesamt an dieser Stelle –  nicht wirklich was, weil sie alle mehr der weniger dieselbe Größe haben und uns daher nicht weiter nach vorne bringen. Wir brauchen Barsche!  Und so kämpfen wir uns stundenlang durch die Zander J),  bis wir nach wirklich hartem Fight zwei 40´ er Exemplare per App versenden können. Und jetzt ab in die Hechte.

Um es kurz zu halten: Es kommt kein Esox mehr. Dafür gibt es noch mal Zander. 74 cm. Wenigstens eine Verbesserung in der Länge. Am Ende reicht es für Platz 6 der Tageswertung.

Spannend blieb es bis zum Schluss insbesondere auch, weil immer noch mal Fische nachgemeldet werden, die aufgrund von Übertagungsproblemen nicht direkt vom Wasser aus versandt werden konnten. Das Headquarter bewertet am Abend die Nachmeldungen und bezieht die zweifelsfrei dokumentierten Fänge nachträglich in die Gesamtwertung mit ein. Die Konsequenz: Immer wieder Änderungen in den Platzierungen. Nervenkitzel pur bis zum Schluss.

Dann steht es endlich fest: Wir haben den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegt!!

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Absolut perfekt für uns und viel mehr als erwartet.

Die Vorjahressieger Luc Coppens und Jeremy Stavermans können auch dieses Mal den Ball einlochen und gehen als Gesamtsieger und Gewinner der World Predator Classics 2015 vom Platz.

Tolle Eindrücke gibt es auf der homepage: http://www.worldpredatorclassic.com  und bei YouTube (Stichworte WPC, World Predator Classic).

Tight Lines und ein dickes Petri Heil wünscht Euch

 

Jürgen Haese

 

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